Behörde für Schule und Berufsbildung

Projektbeschreibung 23+ Starke Schulen

Seit dem Schuljahr 2017/2018 erhalten 35 Schulen in sozial herausfordernden Stadtgebieten besonderen Rückenwind für die Schul- und Unterrichtsentwicklung: zusätzliche Lehrkräfte, umfangreiche Beratungs- und Fortbildungsangebote und die Möglichkeit der Ressourcenumsteuerung.​​​​​​​

23+ Starke Schulen

vergrößern 23+ Starke Schulen (Bild: Carsten Thun)  Mit der Verlängerung und Ausweitung des Projekts von 23 auf 35 Schulen begegnet Hamburg Ergebnissen von Leistungsstudien, denen zufolge Schülerinnen und Schüler aus ökonomisch belasteten oder migrantischen Elternhäusern mit geringeren sprachlichen und mathematischen Vorkenntnissen und Fähigkeiten in die Schule kommen, teils erhebliche Lernrückstände gegenüber Gleichaltrigen aufweisen und insgesamt geringere Bildungschancen haben.

Anspruchsvolles Ziel des Projekts ist es, 16 Grundschulen, 16 Stadtteilschulen und drei Gymnasien darin zu unterstützen, ihre pädagogische und didaktische Arbeit noch wirksamer auf  die Bedarfe ihrer Schülerschaft auszurichten, über Analyse und Nutzung von Daten die Lernleistungen und Lernstände zu steigern und die Bildungsteilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Anschlussrisiko deutlich zu erhöhen. Hierfür sollen  – als eine Maßnahme – ausgewiesene Zeiten des Übens, Wiederholens und Vertiefens in den Kernfächern Deutsch und Mathematik in den schulischen Ganztag implementiert werden. (Pressemitteilung vom 16. Mai 2017)

Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen haben besondere Herausforderungen zu meistern. Dies stellt spezifische  Anforderungen an die Professionalität der Lehrkräfte. Lehrerinnen und Lehrer der „Starken Schulen“  berücksichtigen in ihrer Arbeit, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und Vorkenntnissen sowie sozialen Kompetenzen miteinander lernen. Fehlenden Vorläuferfähigkeiten begegnen die Schulen  z.B.  mit speziellen Förderkonzepten für das vorschulische Lernen. Das Unterrichtsangebot ist abgestimmt auf die vielfältigen Förderbedarfe und Interessenlagen der Kinder und Jugendlichen. Auch besondere Begabungen werden in den „Starken Schulen“ gezielt gefördert. Kulturelle Vielfalt wird hier als Chance begriffen, überfachliche Kompetenz der Schülerinnen und Schüler anerkannt und wertgeschätzt.

In einer ersten Projektphase waren es elf Grund- und neun Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien, d.h. 23 Schulen in herausfordernden sozialen Stadtgebieten, die ab dem Schuljahr 2013/2014 in das Förderprogramm „23+ Starke Schulen“ der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg aufgenommen wurden. Sie erhielten  zusätzliche Ressourcen für Schul- und Unterrichtsentwicklung, für zusätzliche Lehrerstunden in den Eingangsklassen und Teamentwicklung, und nahmen im Rahmen von Schulbegleitung beratende Unterstützung für Unterrichts- und Organisationsentwicklung in Anspruch (s. Maßnahmenkatalog, PM 2013). Zielsetzung war, Konzepte und Strategien für eine gezielte Unterstützung von Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Elternhäusern zu entwickeln und weiterzudenken.  Die Verständigung auf gemeinsame „Qualitätsmerkmale von 23+Schulen“ war eines der übergeordneten Ergebnisse der professionellen Lerngemeinschaft, zu der die Schulen in den vier Jahren zusammenwuchsen. Mit der Veröffentlichung von „Praxisbausteinen“ zu besonderen Highlights ihrer schulischen Arbeit und der Ausrichtung eines Fachtags 23+ mit praxisbezogenen Workshops für alle Hamburger Schulen hat das Projekt erste Transferprodukte für das Hamburger Schulwesen transportiert.

Das „23+Projekt“ mit dem übergreifenden Ziel der Steigerung von Lernleistungen, Basis- und Sozialkompetenzen einer sozial benachteiligten Schülerschaft bietet für weitere vier Jahre Begleitung an. Die nun 35 beteiligten Schulen im Projekt profitieren von gezielten wissenschaftlichen Inputs, Qualifizierungsangeboten und Hospitationen zu  erfolgreich arbeitenden Schulen in ähnlicher Lage und begegnen sich als critical friends bei der Erprobung neuer Wege in der Schul- und Unterrichtsarbeit. Die Schulen nutzen schulformbezogenen Austausch und kollegiale Beratung, didaktische  Trainings, Seminare für Schulleitungsteams und schulübergreifende Workshops als Impulse für individuelle Entwicklungsarbeit im Rahmen des Netzwerks.