Erster Brief von Schulsenatorin Christa Goetsch an die Hamburger Schulen
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
in der letzten Woche wurde ich von der Hamburgischen Bürgerschaft in das Amt der Schulsenatorin gewählt. Den ersten Tag nach den Pfingstferien möchte ich dazu nutzen, Sie zu begrüßen und Ihnen die Personen vorzustellen, die mit mir neu in die Bildungsbehörde gekommen sind:
Neuer Staatsrat ist Ulrich Vieluf, der bislang die Abteilung Qualitätssicherung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung geleitet hat. Mit seinen Vorträgen zu den Schulstudien und Lernstanderhebungen war er in den letzten Jahren an vielen Schulen zu Gast und ist ein guter Kenner der Hamburger Schullandschaft. Mein Büro wird von Armin Oertel geleitet, der die letzten Jahre als Bildungsreferent der GAL-Bürgerschaftsfraktion tätig war. Die Aufgabe meiner persönlichen Referentin, die insbesondere auch für die Koordinierung von Schulbesuchen und anderen Terminen zuständig sein wird, hat Verena Mohr übernommen. Sie hat bisher als Bildungsreferentin im Bayerischen Landtag gearbeitet. Für alle Medienanfragen ist die neue Pressesprecherin Dr. Annegret Witt-Barthel – langjährige dpa-Redakteurin und zuletzt Pressereferentin der Helmut-Schmidt-Universität – die Ansprechpartnerin.
Mit der Koalitionsvereinbarung von CDU und GAL wird der Weg für eine neue Schulpolitik geebnet. Sie beinhaltet die Chance, gleichzeitig die Unterrichtsqualität und die Schulstruktur zu modernisieren und zu verbessern. Schon ab dem neuen Schuljahr 2008/09 soll sich einiges verändern:
- In den Grundschulen soll es in allen Stufen kleinere Klassen geben. Wenn die Grundschulen die bestehenden 3. und 4. Klasse beibehalten möchten, können sie mit zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern die Klassen häufiger in kleinere Gruppen teilen.
- Es sollen keine isolierten 7. Hauptschulklassen mehr eingerichtet werden. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler in den Haupt- und Realschulen nach der Beobachtungsstufe bis zum jeweiligen Abschluss in gemeinsamen Klassen lernen.
- In neu einzurichtenden regionalen Schulentwicklungskonferenzen sollen Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam Schule vor Ort mitgestalten: An welchen Standorten werden Primarschulen und Stadtteilschulen eingerichtet? Welche Schulen werden künftig zusammenarbeiten?
- In einer Fortbildungsoffensive sollen Lehrerinnen und Lehrer auf die neuen Anforderungen vorbereitet und unterstützt werden. Im Mittelpunkt stehen individuelle und selbstständige Lernformen, Umgang mit der Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler sowie Methodenkompetenz.
Da ich den Schulbetrieb als Lehrerin und als Politikerin gut kenne, weiß ich, dass eine neue Leitung der Schulbehörde und die Aussicht auf einen Wechsel in der Politik nicht nur Freude, sondern auch Unsicherheit und Ängste auslösen können. Darum habe ich ein wichtiges Anliegen: Wenn ich heute von einer Kultur des gemeinsamen Lernens an den Schulen spreche, dann möchte ich damit auch eine neue Kultur des Umgangs miteinander verbinden. Mein Ziel ist es, alle an Schule Beteiligten und Interessierten regelmäßig über den Stand der bildungspolitischen Entwicklung in Hamburg zu informieren.
Dies soll über Veranstaltungen in den Stadtteilen und an den Schulen geschehen, über regelmäßige Informationsbriefe und einen informativen Internetauftritt, um nur wenige Beispiele zu nennen. Und natürlich komme ich sehr gerne an die Schulen, um meine bildungspolitischen Vorstellungen mit Ihnen zu diskutieren und um Ihre Unterstützung zu werben. Denn auch das ist mir ein wichtiges Anliegen: Alle Veränderungen von Schule und Unterricht können nur dann wirklich wirksam werden, wenn sie von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und den Schülerinnen und Schülern aktiv ausgestaltet und getragen werden.
Ich freue mich auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit Ihnen und wünsche Ihnen einen guten Start in die Schulwochen bis zu den Sommerferien.
Ihre
Christa Goetsch

Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us