Hamburg wird älter
wie reagiert die Arbeitswelt?
Die Gesellschaft wird immer älter und bereits jetzt beeinflusst der demographische Wandel die Arbeitswelt. Die Betriebe müssen lernen, mit einer älter werdenden Belegschaft innovativ zu bleiben.
In den nächsten Jahren sinkt die Bevölkerung Deutschlands und gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Menschen zu, bedingt durch sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung. Auch wenn die Prognose für die Metropolregion Hamburg nicht ganz so düster ist: Der Anteil älterer Beschäftigten wird steigen. Hamburger Betrieben müssen ebenfalls auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren. Durch geeignete frühzeitige Maßnahmen kann verhindert werden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Mitte 50 bereits zum „alten Eisen“ gezählt werden.
Amt für Arbeitsschutz prüft Möglichkeiten in der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Es startete ein Projekt, indem die Unternehmen Hilfestellungen erhalten, sich der Problematik zu stellen und frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Um zu ermitteln, in wie weit Hamburger Betriebe sich dem Thema "Demografischer Wandel" bereits angenommen haben, hat das Amt einen Fragebogen entwickelt, den Sie hier als pdf bzw. Pressemitteilung abrufen können.
Bereits im Jahr 2006 wurde eine Veranstaltung "Hamburg wird älter - wie reagiert die Arbeitswelt?" durchgeführt. Es wurden unterschiedliche betriebliche Beispiele vorgestellt. Sie fand am 7. Dezember 2006 im Congress Centrum Hamburg (CCH) statt. (Arbeitskreis für Arbeitssicherheit in Hamburg, Vortagsveranstaltung 2006 wählen.)
Arbeitsschutzbericht und alternde Belegschaft
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» Arbeitsschutzbericht, November 2008:
"Erfolgreich mit alternden Belegschaften". PDF; 96 Seiten; 1,3 MB
Warum gibt es immer mehr ältere Menschen?
Die Altersstruktur in Deutschland und auch in Europa ändert sich. Die Altersgruppe der über 60 Jährigen nimmt zu und die Lebenserwartung steigt. Eine geringe Geburtenrate hält weiterhin an.
Die Alterspyramide verschiebt sich deutlich
Es wird immer mehr „ältere" Beschäftigte (55-64 Jahre), mehr Rentner (65-79 Jahre), mehr alte Menschen (80 Jahre und älter) und weniger Kinder, Jugendliche und Erwachsene im erwerbsfähigen Alter geben. Im Jahr 2050 wird der Bevölkerungsanteil der über 65-jährigen in der Europäischen Union von heute 17 auf 30 Prozent angestiegen sein, der Anteil der unter 24-jährigen wird im selben Zeitraum von 30 auf 23 Prozent zurückgehen.
Die Bedingungen für "Ältere" haben sich in der Arbeitswelt verändert
In den Firmen wird die Beschäftigung "Älterer" unterschiedlich betrachtet: es gibt Betriebe, die das Erfahrungswissen schätzen und davon profitieren, andere Firmen sind dagegen gar nicht oder nur bedingt bereit "Ältere" einzustellen. Das wird sich im Zuge des demographischen Wandels ändern.
Die Frühverrentungspraxis, wie sie in vielen Unternehmen praktiziert wurde, hat der Gesetzgeber deutlich erschwert. Zudem sind die finanziellen Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn immer größer geworden, so dass sich nur Beschäftigte mit höherem Einkommen den vorzeitigen Ruhestand leisten können. Zusätzlich gibt es eine drastische Kürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld, was sich gerade für "Ältere" negativ auswirkt, weil sie wenig Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz haben.
Handlungsfelder für Unternehmen
Schulung für Führungskräfte
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» MiaA-Projekt: Menschen in altersgerechter Arbeitskultur - Arbeiten dürfen, können und wollen:
Bedarfsgerechte Konzeption zur Motivation, Qualifizierung und altersgerechter Gestaltung von Arbeit. -
» MiaA: Führen im Demographischen Wandel:
Online-Training für Führungskräfte zur Gestaltung des demographischen Wandels in Unternehmen.
Die Unternehmen müssen sich den neuen Herausforderungen des demographischen Wandels stellen. Die Personalpolitik und der Arbeits- und Gesundheitsschutz müssen stärker darauf ausgerichtet werden, die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse der Beschäftigten bis zum Rentenalter zu erhalten, zu optimieren und auszubauen. Dieses ist keine kurzfristige Aufgabe, sondern erfordert einen langen Atem. In vielen Bereichen sind Veränderungen notwendig und möglich!
- Wissenstransfer
Die Erfahrungen langjährig Beschäftigter müssen sinnvoll an die Jüngeren weitergegeben werden. Ältere Mitarbeiter erfahren so die notwendige Wertschätzung und Anerkennung, die Jüngeren können viel Wissenswertes dazu lernen und das Unternehmen profitiert davon. Erfahrungen lassen sich häufig nicht in schriftlichen Verfahrensanweisungen nieder legen.
- Arbeitsgestaltung
Immer mehr Unternehmen setzen altersgemischte Teams ein, um die Erfahrung der Älteren und die Dynamik der Jungen zu integrieren. Durch Belastungsanalysen an den Arbeitsplätzen können Beschäftigte entsprechend ihrem Leistungsvermögen eingesetzt werden. Auch neue Arbeitszeitmodelle leisten einen Beitrag zu altersgerechten Arbeitsbedingungen.
- Qualifizierung
Die Qualifizierung von älteren Mitarbeitern wird oft vernachlässigt. Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen glauben häufig, dass sich Weiterbildung nicht mehr lohnt oder erforderlich wäre. Inzwischen weiß man, dass ältere Arbeitnehmer anders lernen (z.B. altersgerechte Methoden und Didaktik, Lerntempo, Praxisbezug) und Qualifizierung darauf abgestimmt werden muss. Lebenslanges Lernen ist das Stichwort, denn auch junge Beschäftigte werden älter.
- Fachkräftebestand
Wie oft in den Firmen zu hören ist, sind Fachkräfte schon heute Mangelware. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch verschlechtern. Deshalb müssen Unternehmen ihre vorhandenen Fachkräfte stärker binden und gleichzeitig attraktiv für Neueinwerbungen sein. Kontakte zu Nachwuchskräften in Schulen und Hochschulen, aber auch die zunehmende Einstellung von Frauen sind mögliche Konsequenzen. Die Unternehmen müssen ihren Betrieb "familienfreundlicher" gestalten, vor allem, wenn sie weibliche Fachkräfte binden wollen.
- Führung
Kommunikation und Motivation müssen einer geänderten Altersstruktur in Unternehmen angepasst werden. Junge Führungskräfte müssen lernen, wie sie mit älteren Mitarbeitern umgehen müssen.
- Betrieblicher Gesundheitsschutz
Es ist jetzt schon abzusehen, dass die Beschäftigten insgesamt länger arbeiten werden. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz muss so ausgerichtet sein, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter körperlich und geistig gesund und leistungsfähig bis ins Alter bleiben. Es ist bekannt, dass sich körperliche und geistige Fitness trainieren lassen.
Die Anpassung an den demographischen Wandel ist machbar. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, die die Arbeit auch älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ermöglicht und für sie erstrebenswert ist. Es gibt sicher keinen "Königsweg", aber viele Ansatzpunkte.
Ansprechpartner im Amt für Arbeitsschutz
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Themenfeldes
"Menschengerechte Gestaltung der Arbeit"
Weiterführende Informationen finden sie auch über die folgenden Links:
- Demographischer Wandel - Älterwerden in Beschäftigung
(Initiative Neue Qualität der Arbeit: inqa.de) - Werkzeuge für eine demographische Personalpolitik (Werkzeuge für betriebliche Personalarbeit der Demographie-Initiative, demowerkzeuge.de)
- Koordinierungsstelle für Weiterbildung und Beschäftigung
(Gemeinschafsinitiative Equal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: equal.de) - Kompetenzzentrum für Arbeitssuchende ab 40 JahrenCeBB Centrum Bildung und Beruf - Potenzial 45plus (Hamburger Koordinierungsstelle für Weiterbildung und Beschäftigung: kwb.de)
- MiaA: Menschen in altersgerechter Arbeitskultur - Arbeiten dürfen, können und wollen!
- Demographischer Wandel - Älterwerden in Beschäftigung
Weitere Informationen
Arbeitsschutz
Informationen rund um die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz: Angebote für Firmen, Mütter, Jugendliche und andere Zielgruppen. »

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