•  
  •  
  •  
  •  
Kulturbehörde Kulturbehörde

Der ehemalige Zentralviehmarkt - ein Denkmal der Nachkriegszeit

Zentralviehmarkt Neuer Kamp Zentralviehmarkt Neuer Kamp

(Kristina Sassenscheidt)

Aktuell wird darüber nachgedacht, welche neuen Nutzungen an dem Standort des ehemaligen "Real"-Marktes am Neuen Kamp Platz finden können. Dabei wird es jedoch eine wichtige architektonische Herausforderung sein, die denkmalwürdige Halle des einstigen Zentralviehmarkts in die Planungen mit zu integrieren. Der Vorschlag des Denkmalschutzamtes: Denkmalerhaltung und Solarenergiegewinnung könnten hier gleichzeitig realisiert werden. So könnte man auf dem nach Süden gerichteten Hallendach Solarmodule zur Energiegewinnung installieren.
Zentralviehmarkt Neuer Kamp Zentralviehmarkt Neuer Kamp

(Kristina Sassenscheidt)

Das Denkmalschutzamt zählt das heutige "Real"-Gebäude zu den bedeutendsten Beiträgen des Wiederaufbaus in den Zerstörungsgebieten des Zweiten Weltkriegs. Es wurde 1951 als Ersatz für die alte 1889 erbaute und im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Viehmarkthalle auf deren Grundriss errichtet und ist daher von historischer Bedeutung für die Hamburger Wirtschaftsgeschichte und den Wiederaufbau. Die Gestaltung knüpft anspruchsvoll an das Neue Bauen der Weimarer Republik im Gegensatz zum Dritten Reich an (Fensterbänder, betonte Asymmetrie etwa an den Treppenhäusern), was um 1950 noch sehr ungewöhnlich war. Ebenso bemerkenswert ist die fortschrittliche Konstruktion mit Fertigteilbauweise, geschweißten Nähten und sehr weiter Spannbreite, sowie die von vornherein beabsichtige Doppelfunktion als Viehmarkt und Veranstaltungshalle.

Unten finden Sie einen Artikel der "Baurundschau" von 1951, in dem vom Neubau des Zentralviehmarktes berichtet wird und mehrere Bilder den ursprünglichen, unverbauten Zustand dieses Denkmals zeigen.