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Preisverleihung in Hamburg

Mit dem "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege" wurden sieben Denkmaleigentümer und 29 Handwerker aus Hamburg ausgezeichnet. Der Erste Bürgermeister Ole von Beust überreichte ihnen am 13. November 2008 in der Handwerkskammer die Urkunden. Den ersten Preis teilten sich das Kloster St. Johannis und das Pförtnerhaus Jenischpark, die 50er Kaischuppen erhielten den 2. und ein Wohnhaus in der Hallerstraße den 3. Preis.Der Bundeshandwerkerpreis wird verliehen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und prämiert private Eigentümer, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. Die an den Restaurierungsmaßnahmen beteiligten Handwerksbetriebe werden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, für die privaten Denkmaleigentümer ist der Bundespreis pro Bundesland mit 15.000 Euro dotiert.

Die Preisträger in alphabetischer Reihenfolge:

Die B&L Schlachthofstraße wird für die Übernahme und die Rettung des ehemaligen Ausbesserungswerks an der Großen Elbstraße ausgezeichnet. Der eher für seine standardisierten Bauten bekannte Nutzer ist durch den Bauherren zu einer Lösung geführt worden, die erfolgreich beweist, dass es mit einem engagierten Architektenteam auch für großflächige Nutzungen eindrucksvolle Baulösungen im Bestand geben kann. Die Jury hofft, dass dieses Konzept Nachahmer findet.  

Für die einfühlsame Wiederherstellung des Hauses Hallerstraße 8 wird die Grundstücksgesellschaft Dr. Marie Coen ausgezeichnet. Mit langem Atem und großer Sensibilität wurde mit einer Vielzahl qualifizierter und engagierter Handwerksbetriebe ein für die großbürgerliche Hamburger Wohnkultur des 19. Jahrhunderts typisches Denkmal nach jahrzehntelanger Vernachlässigung gerettet und wieder hergestellt. Die Jury überzeugten die zurückhaltende Vorgehensweise und die Konzentration auf die wesentlichen Reparaturen.  

Für seine außergewöhnliche Haltung bei der Bewahrung und Wiederherstellung des Wohnhauses in der Harburger Schlossstraße zeichnet die Jury Wolfgang Betz aus. Mit großem Respekt vor den Spuren der Vergangenheit hat er mit minimalen Eingriffen den Villenbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder in seiner ursprünglichen Pracht erlebbar gemacht. Mit der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für Gebäude und Umfeld wird ein wichtiger Beitrag für die Harburger Altstadt geleistet.  

50er Kaischuppen, Australiakai Ältestes Hamburger Schuppenensemble aus der Kaiserzeit

(Stiftung Hamburg Maritim)

Die Stiftung Hamburg Maritim wird für die Rettung, schrittweise Wiederherstellung und Neunutzung der 50er Kaischuppen ausgezeichnet. Die Stiftung hat die letzten Kaischuppen mit ihrem mutigen Engagement als ein für Hamburg typisches und prägendes Baudenkmal für die Zukunft erhalten. Mit Ideenreichtum, qualitätvollen Handwerksbetrieben und dem Verein Jugend in Arbeit wurden so nicht nur der weithin wieder erkennbare Kopfbau, sondern auch die eindrucksvollen Schuppen erhalten.  

Das Kloster St. Johannis wird für die seit Jahrzehnten andauernde, kontinuierliche Pflege und Wiederherstellung der 1912-1914 von den Architekten Kahl & Endresen gebauten Stiftsanlage ausgezeichnet. In vorbildlicher Weise wird hier mit eindrucksvoller Selbstverständlichkeit Denkmalpflege betrieben und in enger Kooperation von Eigentümer, Bewohnern, Architekten und Handwerkern ein Denkmal bis ins Detail liebevoll wiederhergestellt und erhalten. Das große Einfühlungsvermögen und die handwerkliche Qualität, mit denen hier ein Bauwerk mit Respekt vor seiner Substanz gepflegt wird, haben die Jury überzeugt.  

Mit großem Mut hat Alexandra Friese das ehemalige Pförtnerhaus am Jenischpark erworben und das ruinöse Denkmal wieder zu einem Kleinod am Rande der Parkanlage gemacht. Das um 1830 erbaute Häuschen wurde nicht nur vor dem Verfall bewahrt, sondern auch wieder einer adäquaten Nutzung zugeführt. Mit großem Einfallsreichtum und unter Hintanstellung der eigenen Vorstellungen vor den Gegebenheiten des Denkmals hat die Bauherrin in enger Absprache mit ihren vorzüglichen Handwerkern ein architektonisches Kleinod für die nächste Generation gerettet.  

Für die engagierte und mit ungeheurer Fachkenntnis vorangetriebene originalgetreue Wiederherstellung der Riepenburger Mühle wird der Verein Riepenburger Mühle unter seinem Vorsitzenden Axel Strunge ausgezeichnet. Dem Verein ist es gelungen, ein schon fast verlorenes technisches Denkmal zu erhalten und es zu einem Anziehungspunkt für Mühlen- und Kulturinteressierte aus der gesamten Region zu machen.  

Weitere Details zu den ausgezeichneten Objekten und ihren Handwerkern finden Sie hier.