Alsterrundfahrten Stadtrundfahrt auf dem kühlen Nass

Eine Stadtrundfahrt auf dem Wasser, über Binnen- und Außenalster, gibt es nur in Hamburg. Ob nostalgisch auf dem ältesten Alsterdampfer „St. Georg“, weihnachtliche Adventsfahrt oder kulinarische Erlebnistour – eine Alsterrundfahrt ist ein echtes Hamburg-Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Alsterrundfahrten

Adresse
Jungfernstieg 1, 20095 Hamburg
Öffentlicher Nahverkehr
U1, U2, U4 Haltestelle Jungfernstieg
S1, S2, S3 Haltestelle Jungfernstieg
U3 Haltestelle Rathaus
Buslinien M4, M5, 109 Haltestelle U S Jungfernstieg

Zwei Anbieter, zahlreiche Rundfahrten

Vom Jungfernstieg aus starten zwei Anbieter ihre verschiedenen Alsterrundfahrten: Neben dem Traditionsunternehmen Alster-Touristik GmbH bietet der Verein Alsterdampfschiffahrt diverse Alstertouren an. Ob eine klassische Rundfahrt vom Jungfernstieg aus in Richtung Außenalster, eine Kanalfahrt mit Abstecher in den Rondeelteich über Theater-, Yoga- und Dinnerfahrten bis hin zu den beliebten weihnachtlichen Adventsfahrten – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Alster-Touristik GmbH

Die Alster-Touristik GmbH ist an 365 Tagen im Jahr auf der Alster unterwegs und bietet neben klassischen Angeboten wie Kanal-, Fleet-, Alsterkreuz-, Vierlande- sowie Alsterrundfahrten und abendlichen Dämmertörns auch spezielle Themenfahrten an. Bei den thematischen Rundfahrten wird zum Beispiel Hatha-Yoga an Bord praktiziert, stimmungsvolles Theater aufgeführt oder ein umfangreiches Buffet angeboten. Die 18 Schiffe der ATG-Flotte – darunter die unter Denkmalschutz stehende Barkasse „Aue“, die 2016 ihr 90-jähriges Jubiläum feiert – schippern im Jahr durchschnittlich 400.000 Fahrgäste über die Alster.

Die Saison der Weißen Flotte mit bis zu halbstündlichen Abfahrten beginnt in diesem Jahr am 24. März und endet am 30. Oktober 2016, aber auch während der Wintersaison kann man an Bord der ATG-Flotte mindestens viermal täglich zur Winterlichen Alsterrundfahrt aufbrechen.

Alsterdampfschiffahrt e.V.

Der Alsterdampfschiffahrt e.V. betreibt mit der „St. Georg“ das älteste betriebsfähig erhaltene Fahrzeug des Hamburger Nahverkehrs und zugleich das älteste Dampfschiff Deutschlands. Zusätzlich restauriert der Verein weitere historische Schiffe und bemüht sich um die Erforschung und Dokumentation der Alsterschifffahrtshistorie. Der im Jahr 1936 in „St. Georg“ umbenannte Alsterdampfer wurde in 1876 als „Falke“ erbaut und bricht in diesem Jahr vom 5. März bis zum 23. Dezember 2016 täglich zu Rundfahrten auf.

Wie auch heute noch auf der „St. Georg“ üblich, fuhr man schon zu Beginn mit drei Mann Besatzung: einem Schiffsführer, dem Maschinisten und dem Conducteur. Der Conducteur ist der Chef an Bord, er verkauft die Fahrkarten und achtet auf die Pünktlichkeit des Dampfers. Wer sich umschaut, erblickt alte Sitzbänke, ein handgearbeitetes Sprachrohr und einen historischen Maschinenraum. Auch die Sicherheitshinweise hängen Zeit und Mode hinterher: So ist es an Bord der Alsterdampfer zum Beispiel strengstens verboten, mit ungeschützten Hutnadeln mitzufahren: Ein Relikt aus der Zeit, in der die Damen ihre Hüte und Frisuren noch mit Hutnadeln fixierten.

Erster Alsterdampfer „Alina“

Der Dampfer „Alina“ der Alster-Touristik GmbH initiierte am 15. Juni 1859 den 125 Jahre dauernden Betrieb der Alsterschifffahrt. Dessen Route führte vom Jungfernstieg zum Mühlenkamper- und zum Winterhuder Fährhaus mit mehreren Anlegestellen auf der Strecke. Die Alsterdampfer waren damals ein leistungsfähiges Hamburger Verkehrsmittel – eine Straßenbahn auf dem Wasser sozusagen –, die im 10- oder 20-Minuten-Takt fuhren. Die Fahrt kostete 3 bis 4 Schillinge, so dass sich fast jeder den Luxus dieser zuverlässigen Verkehrsverbindung leisten konnte. Später kamen weiter Fährverbindungen hinzu. Kaiser Wilhelm II. schipperte am 29. Oktober 1888 mit einem extra für ihn gebauten, vergoldeten Prunkboot samt riesigem Schwan als Galionsfigur über die Alster, als er in die Hansestadt gekommen ist, um die Speicherstadt und den Freihafen offiziell einzuweihen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkehrten zirka 30 Dampfschiffe auf der Alster und in 1911 erreichten die Passagierzahlen die 11-Millionen-Grenze. Zu der Zeit wurden Passagiere auch nachts im 30-Minuten-Takt befördert. 

Empfehlungen

Rückgang der Gäste in den Zwanziger Jahren

Das Aufkommen von Straßenbahnen, Omnibussen und U-Bahnlinien war in den 1920er Jahren der Grund für die ausbleibenden Passagiere auf den langsameren Alsterdampfern. Nutzten in jenem Jahrzehnt noch rund 6 Millionen Menschen pro Jahr die Transportmöglichkeit auf dem Wasser, waren es ein Jahrzehnt später bereits nur noch unter 4 Millionen. An die Fahrgastzahlen ihrer Blütezeit vermochten die Dampfer in der Folgezeit nicht mehr anzuknüpfen. Dennoch wurden von 1935 bis 1939 zehn Motorschiffe in den Betrieb genommen, die auf drei verschiedenen Linien fuhren (Gelbe, Blaue und Rote Flagge) – einige der Schiffe sind auch heute noch im Einsatz. In den Sommermonaten gab es ab den genannten Fährhäusern einen Anschluss-Linienverkehr zur heute abgerissenen Stadthalle im Stadtpark und nach Ohlsdorf. 

Die Alsterschiffe und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden die Alsterschiffe aufgrund von Personal- und Treibstoffmangel nicht bedient. Im Jahr 1946 wurde die Fahrt dann wieder aufgenommen, allerdings ohne die Endziele Stadtpark und Ohlsdorf. Im Jahr 1950 nutzten 3,4 Millionen Fahrgäste die Alsterschiffe. In 1965 wurden die Linien in das Angebot der Tarifgemeinschaft des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) integriert und mittels farbiger Fahnen unterschieden. Drei Jahre später wurden zusätzliche Nummern eingeführt. In den nachfolgenden Jahrzehnten sanken die Fahrgast-Zahlen weiter, so dass im Frühjahr 1984 die Linienschifffahrt eingestellt wurde. Aus ihr wurde quasi die Alster-Kreuz-Fahrt der Alster-Touristik GmbH, die bis heute die alten Anleger weiterhin bedient. Im selben Jahr gründete sich der Verein Alsterdampfschiffahrt.

Tourismus auf der Alster ab Mitte des 20. Jahrhunderts

Ab 1956 wurden Kaffeefahrten und acht Jahre später dann Frühschoppen- und letztlich Kanalfahrten als Ergänzung zu den Alsterlinien angeboten. Eine stufenweise Ausrichtung auf Ausflugs-, Rundfahrt- und Touristik-Angebote auf der Alster begann ab 1977. Die Alster-Touristik GmbH bietet heute unter anderem Alsterrundfahrten, Kanalfahrten, kulinarische Erlebnisfahrten, Fleetfahrten durch die Alt-, Neu- und Speicherstadt, Dämmerntörns und Vierlande-Fahrten durch die Vier- und Marschlande nach Bergedorf an. Im November und in den Wintermonaten finden Rundfahrten als „Punschfahrt“ statt.

Segeln auf der Außenalster

Wer den Seegang ein wenig mehr spüren möchte, kann eins der Segelangebote auf der Außenalster in Anspruch nehmen. Anbieter wie Hamburg City Sailing oder barca an der Alster bieten diverse Touren für Einzelpersonen, private Gruppen oder Firmen an.

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Stadtrundfahrt auf dem kühlen Nass
Eine Stadtrundfahrt auf dem Wasser, über Binnen- und Außenalster, gibt es nur in Hamburg. Ob nostalgisch auf dem ältesten Alsterdampfer „St. Georg“, weihnachtliche Adventsfahrt oder kulinarische Erlebnistour – eine Alsterrundfahrt ist ein echtes Hamburg-Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
http://www.hamburg.de/alsterrundfahrt/
20160324 13:57:11
http://www.hamburg.de/image/4280278/1x1/150/150/2f0a588a811a463d3993df3628b61d0c/tC/historischer-alsterdampfer-st--georg--2-.jpg