Bezirk Altona

Gebäude Steenkampsiedlung (Gartenstadt)

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Steenkampsiedlung (Gartenstadt)

Am Torbogen, Am Quickborn, Bökentwiete, Bökenkamp, Hellweg, Rosenwinkel, Rüsternkamp, Sievertstraße, Stutsmoor, Steenkamp, Im Hag 1, Grotenkamp, Wichmannstraße, Ebertallee, Osdorfer Weg

Die Steenkampsiedlung ist eine Gartenstadt, die in mehreren Bauabschnitten von 1914-1926 errichtet wurde. Insgesamt entstanden auf einer Fläche von 22.000 m2 670 Ein- und 92 Mehrfamilienhäuser.

Die Idee der Gartenstadt war in Deutschland in der Weimarer Republik populär. Das Wohnen im Grünen sollte der Stadtbevölkerung als Ausgleich dienen, der Garten zusätzlich zur Selbstversorgung genutzt werden. Zur erfolgreichen Umsetzung in Altona trug bei, dass sie auf öffentlichem Grund gebaut wurden. Die Häuser in der Steenkampsiedlung haben ein geschlossenes Erscheinungsbild, sie sind parallel zu den Straßen ausgerichtete, überwiegend zweigeschossige Doppel- und Reihenhäuser mit Satteldach, kleinen Vor- und großem Hintergärten.

Die Fertigstellung der Gartenstadt geschah unter der Leitung des neuen Bausenators Gustav Oelsner ab Mitte er 1920er Jahre unter maßgeblicher Beteiligung des Architekten Friedrich Ostermeyer, der u.a. das Jugend- und Versammlungshaus sowie das Frauenledigenheim der Siedlung entwarf. Oelsner selbst entwarf die Häuser am Grotenkamp, Osdorfer Weg und in der Wichmannstraße. Sie besitzen ästhetische Merkmale des modernen Wohnungsbaus, die sich auch in den Geschosswohnbauten Oelsners finden lassen. Ihre klare und einfache Struktur ist geprägt durch eine Stahlbetonkonstruktion mit Flachdach und einer einfachen und schnörkellosen Fassadengestaltung. Die Fassadenstruktur wird durch die Wiederholung gleicher Elemente, wie Treppenhäusern, Sprossenfenstern und Spalieren hergestellt.

Aus mündlichen Überlieferungen der frühen Bewohner geht hervor, dass die Fassaden farbig, in erdbeerrot, gelb, ocker, rotbraun und olivgrün gestaltet waren. Durch Modernisierung und Instandsetzung sind heute die meisten ursprünglichen Elemente der Siedlung verlorengegangen. Die Türen und Fenster wurden ausgetauscht und die Häuser überstrichen. Auch die einheitliche Gestaltung der Vorgärten mit niedrigen Mauern und grünen Hecken ist nicht erhalten geblieben. Dadurch wirkt das Gesamtensemble nicht mehr so stark als Einheit.

Die Steenkampsiedlung ist ein architektonisches und soziales Dokument aus der Zwischenkriegszeit, in der sich sozialpolitische und städtebauliche Aspekte der Reformbewegung und somit wichtige Teile der Stadtentwicklungsgeschichte Hamburg-Altonas finden.