SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Schiffsbausammlung im Altonaer Museum

Der Holz- und Eisenschiffbau, ein faszinierendes Kapitel der Schifffahrtsgeschichte, kann in der neu gestalteten Schiffsbausammlung des Altonaer Museums entdeckt werden.

vergrößern Schiffsbausammlung des Altonaer Museums (Bild: Altonaer Museum) Der Holz- und Eisenschiffbau, ein faszinierendes Kapitel der Schifffahrtsgeschichte.

Das Altonaer Museum eröffnet am 16.9.2008 diesen großen Bereich seiner Abteilung Schifffahrt und Fischerei wieder, der wegen seiner Qualität über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt ist. Nun wird dieser Sammlungsteil in einem erweiterten Arrangement und mit erhellenden Erläuterungen den Blick in die Geschichte neu präsentieren.

Aus dem viel geschmähten 19. Jahrhundert, stammt die Sammlung zum Schiffbau im Altonaer Museum. Die Gegenstände kommen von unterschiedlichen Werften und Betrieben des Zubringerhandwerks (Reepschläger, Segelmacher, Schwarzschmiede, Blockmacher, Pumpenmacher, Takler etc.). Ihr wesentlicher Teil aber besteht aus dem Nachlass der Werft von Ernst Dreyer, der von 1840 bis 1896 hölzerne Segelschiffe gebaut hatte. Sein Werftplatz war auf Neuhof (Hannover), er wohnte in Altona und er bediente Kunden in Hamburg und anderswo.

Dieser Nachlass entstammt dem Konstruktionsbüro des Schiffbauers, es sind die Pläne und Halbmodelle für die Neubauten. Besonders die Modelle geben einen guten Überblick auf die Vielfalt der Wünsche der Reeder und deren Realisierung bei den Rümpfen der Schiffe. Planungs- und Bauphasen sind die interessantesten Abschnitte beim Schiffbau. Der zum Stapellauf fertige Rumpf, zum Teil schon mit der der gesamten Takelage aufgeriggt (Hamburger Stapellauf), verbirgt hingegen seine Geheimnisse hinter Teer und Farbe.

Ein neues Arrangement der Sammlungsstücke gibt erstmals ungehemmten Einblick in die normalerweise schwer zugängliche Welt der Schiffbautheorie und ihrer praktischen Umsetzung. Desgleichen wird durch eine Bildergeschichte das scheinbar komplizierte Rigg eines Segelschiffes und seine Terminologie als systematisch organisiertes Bauwerk anschaulich gemacht.

Ergänzend wird die außerordentlich umfangreiche Sammlung von Handwerkzeugen und Werkstücken zusammen mit Dioramen verschiedene Bauphasen und Techniken klarmachen. Ihr neues Arrangement zeigt alles in der Installation einer Schiffbauwerkstatt, auf das sonst übliche ästhetisch dekorative Darstellen wurde völlig verzichtet.

Bilder und Modelle arrangiert mit Bildgeschichten verdeutlichen dabei anschaulich komplexe Verhältnisse.