Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Neue Anlaufstelle PAG - Perspektive Arbeit & Gesundheit

Die neue Anlaufstelle PAG will die psychische Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit erhalten und fördern. Sie berät kostenlos Beschäftigte in belastenden Arbeitssituationen und unterstützt betriebliche Akteure, die für gesundheitsgerechte Bedingungen im Betrieb (mit) verantwortlich sind.

PAG - Perspektive Arbeit & Gesundheit

Anlaufstelle für Betriebe und Beschäftige

Die dramatische Entwicklung von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung aufgrund psychischer Störungen zeigt, dass präventive Maßnahmen dringend erforderlich sind: Fast 17 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage, in Hamburg sogar 22 Prozent, gehen inzwischen auf das Konto psychischer Erkrankungen und stehen damit nach den Muskel- und Skeletterkrankungen auf Platz 2 der Rangliste der wichtigsten Krankheitsarten (DAK-Gesundheitsreport 2015). 43 Prozent der bundesweiten Renten-Neuzugänge aufgrund von Erwerbsunfähigkeit waren 2014 auf diese Diagnose zurückzuführen (Statistik der Deutschen Rentenversicherung 2015). Die Arbeitswelt ist von ganz entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Beschäftigten. Betriebe können ein Ort der Prävention sein, aber auch Ursache für gesundheitliche Probleme ihrer Beschäftigten. Die Anlaufstelle soll Betriebe und Beschäftigte bei der Prävention stärker unterstützen.

Das Beratungsangebot für Beschäftigte

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich aufgrund ihrer Bedingungen am Arbeitsplatz belastet fühlen oder befürchten, dass ihre Gesundheit gefährdet sein könnte, werden kostenlos beraten. Auf Wunsch erfolgt eine Kontaktaufnahme mit dem Betrieb durch die Anlaufstelle. Der Kooperationspartner Agentur für Arbeit Hamburg bietet Beschäftigten aus der Pflegebranche bei Bedarf eine persönliche Beratung zum Beispiel zur beruflichen Neu- oder Umorientierung.

Das Beratungsangebot für Betriebe

Das kostenlose Angebot für Betriebe richtet sich an verantwortliche Unternehmensleitungen oder Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sowie an Beschäftigtenvertretungen, die bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen ein Mitbestimmungsrecht haben. Einen Schwerpunkt wird die Anlaufstelle darauf legen, dass Betriebe bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz berücksichtigen. Hamburger Unternehmen äußerten in einer Befragung dazu großen Unterstützungsbedarf. Die Beratung soll dazu beitragen, dass Betriebe ihre Arbeitsbedingungen kontinuierlich verbessern, um die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern.

Die Anlaufstelle als Lotse

Sie soll Beschäftigten und Betrieben in der Beratung nicht nur Orientierung im Hinblick auf die Arbeitssituation und / oder betriebliche Gestaltung von Arbeitsbedingungen bieten, sondern auch qualifiziert weiter vermitteln können. PAG berät auch bei der Auswahl von Unternehmensberatungen, wenn sich Betriebe bei der Gefährdungsbeurteilung externen Sachverstand einholen wollen.

Die Anlaufstelle startet als zweijähriger Modellversuch und wird von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration finanziert. Die ArbeitsschutzPartnerschaft Hamburg und das Hamburger Fachkräftenetzwerk gehören zu den Unterstützern. Träger der Anlaufstelle ist der Verein „Arbeit & Gesundheit“.