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Auenlandschaft Norderelbe

Der Senat hat heute die „Auenlandschaft Norderelbe“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es ist das 31. Naturschutzgebiet (NSG) in Hamburg. Insgesamt sind damit mehr als acht Prozent der hamburgischen Landesfläche als NSG anerkannt.

 

Winterstimmung an der Norderelbe
(Bild: BSU)

Bislang bewahren elf NSG die Besonderheit, Vielgestaltigkeit und Schönheit der Hamburger Elbe. Das zwölfte, die „Auenlandschaft Norderelbe“, erstreckt sich von der Brücke der Autobahn A1 bis zur Bunthausspitze. Mit einer Größe von 222 Hektar ist es nach den Kirchwerder Wiesen oder dem Duvenstedter Brook Hamburg neuntgrößtes Naturschutzgebiet. Eingeschlossen sind Teile der Norderelbe, die Dove-Elbe unterhalb der Tatenberger Schleuse und das gesamte tideabhängige Vorland aus Röhrichten und wertvollen Auwäldern bis zum Deichfuß. Die Teilflächen im Einzelnen sind: das Vorland rund um die Bunthäuser Spitze, die Wasserfläche der Norderelbe, die Filterbecken auf der südlichen Billwerder Insel, die Spadenländer Spitze sowie - als Pilotprojekt der Hamburg Port Authority (HPA) und zur Senkung des Tidenhubes - Kreetsand.

Durch die Kraft der Gezeiten und den Tidenhub von bis zu 3,5 Metern ist die Gestalt des Vorlandes einem ständigen Wandel ausgesetzt. Dies sorgt dafür, dass nur hochspezialisierte, anpassungsfähige Tier-  und Pflanzenarten hier dauerhaft leben können. Die Auen beherbergen eine Reihe seltener und schutzwürdiger Pflanzen- und Tierarten. So hat sich hier eine Kormoran-Kolonie entwickelt, sind Pirol, Seeadler und Beutelmeise zu Gast, gilt es als wichtiges Rückzugs-, Nahrungs-, Laich- und Aufwuchsgebiet von etwa 40 Fischarten und haben sich hier Pflanzen angesiedelt, die weltweit nur im Hamburger und dort im Tide-Bereich vorkommen wie zum Beispiel den Schierlings-Wasserfenchel. Von dieser besonders geschützten Art gibt es nur noch circa 2.000 Pflanzen und damit eine ähnlich geringe Populationsgröße wie die der Panda-Bären.

Die Betreuung der Teilflächen werden die Gesellschaft für ökologische Planung sowie der Angelsport-Verband Hamburg übernehmen. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Anja Hajduk, dankte den Beteiligten und hob hervor: „Keine andere Landschaft prägt Hamburg so sehr wie das Stromspaltungsgebiet der Elbe mit seinen unzähligen Wasserläufen und Nebenflüssen. Und gerade hier im Tide-Bereich haben sich Tiere und Pflanzen angesiedelt, die die grüne Vielfalt erlebbar machen. Diese Landschaftsräume zu schützen und zu entwickeln, war und ist weiter unser Ziel.“ Hierzu kündigte Anja Hajduk an, als nächstes das Naturschutzgebiet Wittenbergener Heide von derzeit 37 auf 67 Hektar auszuweiten.

Spaziergänger willkommen  

„Kreetsand ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen“, betonte HPA-Geschäftsführer Jens Meier. In dem rückgedeichten, 42 Hektar großen Gebiet entstehen in den kommenden Jahren 30 Hektar Wasserfläche. Die Umgestaltung der Brachfläche zu einem tidebeeinflussten Flachwassergebiet im Rahmen des Tideelbekonzepts fördert die wertvolle Auenlandschaft und hilft gleichzeitig, das Sedimentmanagement des Flusses positiv zu beeinflussen.

Die Ausweisung der Auenlandschaft als Naturschutzgebiet schränkt die Erholungsfunktion für Spaziergänger und Familien nicht ein. Die Betreuung des NSG übernehmen die Gesellschaft für ökologische Planung sowie der Angelsport-Verband-Hamburg.

Wie es im NSG Auenlandschaft Norderelbe aussieht (ppt-Präsentation, lädt langsam!)

... und besuchen Sie auch jederzeit die anderen 30 hamburgischen Naturschutzgebiete!

Die Naturschutzgebiets-Verordnung finden Sie hier.


 

Kontaktmöglichkeit
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Naturschutz Wolfgang Schmahl Wolfgang Schmahl Raum E 15 Stadthausbrücke 8 20355 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42840-2701 040 42840-3552 Wolfgang.Schmahl@bsu.hamburg.de