Behörde für Inneres und Sport

Polizei Hamburg

Die Kriminalpolizei

Ihr Arbeitsfeld umfasst Ermittlungen bei Straftaten, Vernehmungen von Zeugen und mehr.


Bei der Kriminalpolizei ermitteln Sie bei Straftaten aller Art. Sie suchen Tatorte auf. Sie vernehmen Zeugen, Opfer, Angehörige von Opfern und potenzielle Täter, Menschen unter Schock und unter Verdacht. Dann beginnt die mühselige Kleinarbeit: Beweismittel sichten und bewerten. Ermittlungen durchführen. Berichte schreiben. Mit anderen Behörden zusammenarbeiten. Diese Tätigkeit erfordert Einfühlungsvermögen, Umsicht, analytisches Denken und Ausdauer.

Christina, Kriminalpolizistin

"Mein Job beginnt, wenn die Kollegen von der Schutzpolizei nach ihrem Einsatz zurückkommen und eine Anzeige schreiben. Aktuell bearbeite ich Jugend- und Gewaltdelikte. Die reichen von Bedrohungen über Raub bis hin zu Körperverletzungen. Ich versuche zu rekonstruieren, was wirklich geschehen ist. Dafür sichere ich Beweise, sammle Daten und vernehme Zeugen und Beschuldigte. Wichtig ist dabei, immer objektiv zu bleiben. Auch um die Opfer kümmern wir uns, vermitteln ihnen zum Beispiel Hilfsangebote. Einen Großteil meiner Arbeit erledige ich vom Schreibtisch aus. telefoniere, recherchiere im Internet oder bei Behörden. Aber ich durchsuche auch Wohnungen, fotografiere an Tatorten und arbeite mit der Spurensicherung zusammen. Besonders interessant war ein Fall, den ich während meiner Ausbildung erlebt habe. Wir wurden zum Hafen gerufen, weil ein Bootsbesitzer verschwunden war. An Bord entdeckten wir Blutflecken, und später fanden Taucher den Mann tot im Wasser. Wir untersuchten den Fall, und die Gerichtsmediziner stellten fest, dass kein Verbrechen vorlag:

Der Mann hatte getrunken, sich verletzt und war ins Wasser gestürzt.

Habe ich bei einer Straftat alle Fakten zusammen, geht der Fall an die Staatsanwaltschaft und dann vor Gericht. Wenn der Täter aufgrund meiner Ermittlung überführt wird, ist das für mich eine Bestätigung meiner Arbeit."

Aufgaben

Was macht eigentlich die Kriminalpolizei? Seit Jahren sind rund 2/3 aller Straftaten Eigentumsdelikte: Diebstahl in allen Variationen. Aber gerade beim Diebstahl wird es den Dieben leider oft besonders leicht gemacht. Denken Sie nur an die Sorglosigkeit vieler Autofahrer beim Abstellen ihres Fahrzeuges oder an oft unzureichende Vorkehrungen zur Sicherung des Eigentums beim Verlassen der Wohnung. Hier ist im Gegensatz zur Schutzpolizei die Kriminalpolizei gefragt, wo Verbrechensprävention ein ganz großes Thema ist.

Zusätzlich fällt die Spezialisierung auf besondere Formen des Verbrechens in den Aufgabenbereich der Kriminalpolizei, z. B. die Bekämpfung von Betrugs-, Umwelt-, Gewerbe- und Arbeitsdelikten, die Aufklärung von Sexualdelikten, Terrorismusbekämpfung, Personenschutz u.v.m. Ganz gleich, für welche Richtung Sie sich entscheiden, Ihr Dienst wird immer abwechslungsreich und spannend bleiben:

  • Zeugen befragen: Nicht alle Zeugen haben automatisch ein großes Interesse, bei der Polizei auszusagen (keine Zeit, Angst etc.). Für die Aufklärung von Straftaten bzw. die Belastung oder Entlastung von Beschuldigten sind Zeugenaussagen jedoch unverzichtbar. Polizeibeamte müssen sich auf die Befindlichkeiten dieser Menschen einstellen können, um schließlich der Wahrheitsfindung zu dienen.
  • Beschuldigte vernehmen: Gerichte entscheiden in einem Rechtsstaat, ob jemand schuldig oder unschuldig ist. Polizeibeamte müssen sich mit Beschuldigten auseinander setzen. Dabei ist persönliche Betroffenheit in Form von Wut, Trauer oder Abscheu nur menschlich, darf aber nicht dazu führen, dass ein Beschuldigter, der in Polizeigewahrsam ist, unfair behandelt wird.
  • Opfer von Straftaten befragen und beraten: Polizeibeamte erleben hautnah, was es heißt, beraubt, zusammengeschlagen oder vergewaltigt worden zu sein. Menschliches Einfühlungsvermögen ist dabei gleichermaßen gefordert wie zielgerichtete Informationsgewinnung.
  • Berichte schreiben: Polizeibeamte müssen ihr Handeln in Berichten dokumentieren und deshalb in der Lage sein, sich schriftlich korrekt und prägnant auszudrücken.
  • Täter verfolgen: Ob Ladendieb oder Geiselnehmer, Strafverfolgung kann auf der Straße, am Tatort, aber auch am Schreibtisch, am Computer oder auch am Telefon stattfinden.
  • Ermittlungsakten führen: Insbesondere die Arbeit bei der Kriminalpolizei kommt nicht ohne Büroarbeit aus. Ermittlungsarbeit ist eben auch zum Teil Verwaltungsarbeit, die natürlich mit den modernen Mitteln der Bürokommunikation unterstützt wird, ergänzt durch besondere Datensysteme zur Personen- und Sachfahndung. 


 

Voraussetzungen

Die deutsche Staatsbürgerschaft ist nicht unbedingt erforderlich, d.h. es können sich Menschen aller Nationalitäten bewerben. Die ursprüngliche Staatsangehörigkeit kann auch nach dem Berufsabschluss beibehalten werden.


Laufbahnabschnitt II (gehobener Dienst) 

  • Alter:
    • höchstens 34 Jahre zur Einstellung in den Polizeidienst
  • Schulbildung
    • studierfähige Fachhochschulreife
    • Abitur
  • Weitere Anforderungen
    • Schulische Leistungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Politik und Sport im Abschlusszeugniss mindestens mit der Note "ausreichend" (Ausnahmen sind nach Einzelfallbetrachtung möglich)
    • Guter gesundheitlicher Allgemeinzustand, keine chronischen Erkrankungen
    • Sehleistung beträgt ohne Sehhilfe mindestens 30% (bei unter 20-Jährigen mindestens 50%)
    • Eine kieferorthopädische Behandlung muss spätestens bis drei Monate vor der geplanten Einstellung abgeschlossen sein
    • Der so genannte „Body- Mass -Index“ liegt zwischen 18 und 27,5
    • Mindestkörpergröße 160 cm, Ausnahmen bis 155 cm sind möglich
    • Keine im Dienst sichtbaren Körpermodifikationen (Tätowierungen usw.) oder ähnliches (Ausnahmen sind im Einzelfall möglich)
    • Fahrerlaubnis der Klasse B muss spätestens bis zum Ende des Studiums vorliegen
    • Schwimmnachweis (Abzeichen „Freischwimmer“ oder Bronze)
    • Polizeidiensttauglichkeit
    • Erfolgreiche Teilnahme am Einstellungsverfahren
    • Verfassungstreue
  • Sonstiges
    • Sollten Sie vorbestraft sein oder sollte aktuell gegen Sie ermittelt werden, kann dies zum vorzeitigen Ausschluss aus unserem Bewerbungsverfahren führen.

 

Ausbildung

Studium Laufbahnabschnitt II (gehobener Dienst)

Der Studiengang Kriminalpolizei ist ein dualer Studiengang, der in Vollzeit studiert wird. Der Studiengang dauert drei Jahre. Das zweite und das dritte Studienjahr beginnen jeweils mit einem sechsmonatigen Praktikum. Die fachtheoretischen Anteile umfassen insgesamt 24 Monate.


Der Studiengang schließt mit dem Grad Bachelor of Arts ab.


Modulübersicht Dienstzweig Kriminalpolizei:
Eine Übersicht zu den Modulen und den entsprechenden Lehrinhalten finden Sie auf den Internetseiten der Akademie der Polizei Hamburg.

 

Perspektiven

Der Polizeiberuf bietet die Chance, in jede Laufbahn aufzusteigen
Der Polizeiberuf bietet jedem Polizeibeamten die Möglichkeit, sich für den Aufstieg bis in die Laufbahn des höheren Dienstes zu qualifizieren - ganz gleich, ob Sie im mittleren oder im gehobenen Dienst anfangen. So entscheidet nicht allein Ihre bisherige schulische Laufbahn, sondern auch Ihre ganz persönlichen Fähigkeiten über Ihr Fortkommen. Der höhere Dienst besteht aus Leitungspositionen, in der Sie sowohl polizeiliche Grundsatzangelegenheiten, als auch abteilungsübergreifende Koordinierungen organisieren können. Beispiele hierfür sind Leiter/innen von Polizeikommissariaten oder kriminalpolizeilichen Fachdienststellen im Landeskriminalamt. Diese Arbeit wird natürlich auch dementsprechend höher vergütet.

Darstellung der möglichen Aufstiegsmöglichkeiten:
Nach der bestandenen Laufbahnprüfung II bekleiden Sie die Besoldungsstufe A9 und  den Dienstgrad des Kriminalikommissares. Anschließend ist nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung ein Aufstieg über A10 Kriminaloberkommissar, A11/12 Kriminalhauptkommissar bis A13 / Erster Kriminalhauptkommissar möglich.Weitere Aufstiegsmöglichkeiten:
Nach 4 Jahren Bewährung im Laufbahnabschnitt II ist die Teilnahme am Auswahlverfahren für den Laufbahnabschnitt III (höherer Dienst) möglich.


Es folgen 2 Jahre Ausbildung : 

  • ein Jahr an einer Polizeischule
  • ein Jahr an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster/Hiltrup
  • Abschluss mit der Laufbahnprüfung III

Im höheren Polizeivollzugsdienst nehmen Sie leitende Tätigkeiten in verschiedenen Verwendungen und Dienststellen wahr. Nach erfogreichem Abschluss der Laufbahnprüfung III beginnen Sie mit dem Dienstgrad des Kriminalrates (Besoldungsstufe A 13) und haben die Möglichkeit des Aufstieges bis zum leitenden Polizeidirektor (Besoldungsstufe B4).
 

Verdienst

Zu Ihren monatlichen Bezügen (siehe: angefügte Beispiele) erhalten Sie nach Abschluss des Studiums vermögenswirksame Leistungen. Im Krankheitsfall werden Ihre Bezüge uneingeschränkt fortgezahlt.

Als Polizeibeamter auf Widerruf haben Sie während des Studiums Anspruch auf Heilfürsorge, d.h. Ihr Dienstherr - die Freie und Hansestadt Hamburg - kommt grundsätzlich für die ärztliche Versorgung auf, ohne dass Ihrerseits finanzielle Leistungen zur Krankenversicherung erbracht werden müssen (Ausnahmen sind z.B. Kostenzuschüsse für Brillengestelle). Dieser Anspruch erlischt mit dem Abschluss des Studiums. Nach dem Fortfall der Heilfürsorge werden Sie selbst für einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz verantwortlich sein. Sie werden die Möglichkeit bekommen, Beihilfe in Anspruch zu nehmen. Der Abschluss einer Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und von den Beamten (auch bereits während des Studiums) finanziell selbst zu tragen.

Polizeibeamte zahlen keine Renten-und Arbeitslosenversicherung.

Es erfolgen keine Dezember-Sonderzahlungen. Beamte mit berücksichtigungsfähigen Kindern erhalten für den Monat Dezember eine Sonderzahlung von 300 Euro (brutto) für jedes Kind. Als Kommissaranwärterin/-anwärter erhalten Sie folgende Bezüge (angenommenes Alter 21 Jahre, ledig St. Kl. I):

  • ca. 1060,- € netto

Ihr monatlicher Verdienst als Kriminalkommissaranwärter/in nach Abschluss der Ausbildung:

  • ca. 2175,- € netto

Die Berechnung der Netto-Verdienste erfolgte beispielhaft unter Berücksichtigung von kirchensteuerpflichtigen in Hamburg gemeldeten Bezügeempfängern.