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Spiel ohne Grenzen

von York Pijahn

Mit dem Hamburger Rapper Samy Deluxe und dem Basketballer Marvin Willoughby wurde „Crossover“ gegründet. Eine Initiative, die auf einer einfachen Idee fußt: Kinder aus unterschiedlichen Schulen und Milieus sollen zusammen unterrichtet werden.

 

Samy Deluxe und Marvin Willoughby
Samy Deluxe und Marvin Willoughby  (Bild: Roberto Hegeler)

Hamburg, ein Klassenzimmer im Frühjahr 2007: Beats wummern aus einem CD-Player, die Kinder, die hier sonst Erdkunde und Französisch lernen, rappen: „Wir ham Hoffnung hier, wir ham Träume hier. Wir ham alles von Bockwurst bis Döner hier.“ Stunden haben die Schüler über Textblättern und Reimbüchern gesessen, haben Reimspiele und Brainstorm-Übungen gemacht – und dann war auf einmal eine Textzeile da und noch eine und noch eine. „Das war der Moment, als wir wussten, dass unser Projekt funktioniert“, sagt Julia von Dohnanyi.

Spiel ohne Grenzen

(Roberto Hegeler)

Gemeinsam mit dem Hamburger Rapper Samy Deluxe und dem Basketballer Marvin Willoughby hat sie „Crossover“ gegründet, eine Initiative, die auf einer einfachen Idee fußt: Kinder aus unterschiedlichen Schulen und Milieus sollen zusammen unterrichtet werden – im Basketball und Rappen. Statt des Lehrers steht ein Hip-Hop-Star vor der Klasse und auf dem Sportplatz ein Basketball-Idol. „Denn Sport und Hip-Hop, das interessiert in dieser Generation jeden, egal, wer er ist“, sagt Julia von Dohnanyi. Das Ziel von „Crossover“: Grenzen sollen fallen, Vorurteile gegenüber den reichen Kids aus den Elbvororten und den ärmeren aus Hamburgs Süden sollen durch Musik und Teamgeist weggespült werden: zumindest für ein paar Stunden. „Diese jungen Leute sind die Zukunft des Landes, und es ist mir egal, ob sie Weiße, Schwarze, Türken oder was auch immer sind“, so Samy Deluxe.

 

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Seit dem Frühjahr 2007 nehmen fünfte und achte Klassen an „Crossover“ teil. 43 Zeilen einer alternativen Nationalhymne sind das bisherige Ergebnis des Projekts, neben den Freundschaften, die unterm Basketballkorb und am Mikrofon entstanden sind. Wenn alles klappt, wird während der Feier zum Tag der

Deutschen Einheit in der Hamburger Speicherstadt mehr von den Schülern zu hören sein. Deutschland wird am 3. Oktober nach Hamburg schauen. Das „Crossover“- Trio plant, zu diesem Anlass einen bundesweiten Rap-Wettbewerb auszuschreiben. Vielleicht wird dann eine der Textpassagen zu hören sein, die in Hamburgs Klassenzimmern entstanden sind: „An der Elbe ist ein Hafen und den hörn wir auch beim Schlafen. HSV ist der Verein und die Spieler sind astrein. Müssten wir aus Hamburg weg, dann müssten wir durchgehend weinen.“

(Hamburg: Das Magazin)

 
 
 
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