MKG Raubkunst? Die Bronzen aus Benin

Die Bronzen aus dem Königreich Benin in Nigeria sind in der Kultur ihres Heimatlandes mehr als nur Kunstwerke. Das MKG hat ihre Herkunftsgeschichte erforscht und stellt die identitätsstiftende Bedeutung der Bronzen in einem weiteren Kapitel der Ausstellung "Raubkunst? Provinienzforschung zu den Sammlungen des MKG" dar.

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Raubkunst? Die Bronzen aus Benin

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz 1ba, 20099 Hamburg
Telefon
040 428134-888
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
ab 16. Februar 2018 bis auf Weiteres
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 12 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei |
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des MKG
Weitere Infos
Museum für Kunst und Gewerbe

Identitätsstiftende Kunst

Die Ausstellung "Raubkunst? Provinienzforschung zu den Sammlungen des MKG" ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Rundgang durch die Sammlungen des Museums für Kunst und Gewerbe. Mit den drei Bronzen aus Benin wird die Ausstellung nun um ein Kapitel erweitert. Gezeigt werden eine Reliefplatte mit drei Würdenträgern (1575-1600), eine Reliefplatte mit einer Kampfszene (1600-1625) und der Gedenkkopf eines Oba (1600-1625). In der Ausstellung werden die Ergebnisse zur Herkunftsgeschichte und zur Rolle des Gründungsdirektors Justus Brinckmann im Handel mit diesen Objekten präsentiert. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Raubkunst, die durch den Ankauf von Justus Brinckmann und den Stifter Theodor Heye (Gedenkkopf eines Oba) in den Besitz des MKG gelangten. Die Kunstobjekte wurden zunächst bei einer Strafexpedition der Briten und der Einnahme von Benin-City im Jahre 1897 beschlagnahmt. Vor Ort oder von London aus wurde mit den prachtvollen Objekten gehandelt. Justus Brinckmann war der erste deutsche Museumsdirektor, der Bronzen aus Benin erwarb und andere Museen für den Erwerb von Skulpturen begeistern konnte. Brinckmann saß in der Hafenstadt Hamburg mit den in Afrika verankerten Handelsfirmen an zentraler Stelle und trat als Vermittler auf. Allerdings blieben von den rund 50 Bronzen, die durch seine Hände gingen, nur drei Stücke im MKG. Ein großer Teil wurde in die Sammlung des Museums für Völkerkunde in Hamburg abgegeben, andere Objekte wurden weiterverkauft. 
Eine ausführliche Darstellung zur Herkunftsgeschichte der Bronzen ist in der parallel zur Ausstellung veröffentlichten Publikation nachzulesen. 

Das Kulturerbe Benins

Mit der Benin-Expedition 1897 sind Tausende Benin-Bronzen nach Europa gekommen. Nachdem eine britische Delegation eine Warnung vor dem ungünstigen Reisezeitpunkt wegen zeitgleich in Benin zelebrierter Kulthandlungen ignorierte, brach sie nach Benin-City auf, um die Einhaltung eines Handelsabkommens einzufordern. Nur wenige überlebten die daraufhin ausgetragenen Kämpfe, weshalb Großbritannien eine "Strafexpedition" anordnete. Mit der Einnahme von Benin-City im Jahre 1897 wurde auch der Königspalast mit seinen Bronze-Reliefs, Schreinen mit Bronzeobjekten und Elfenbein beschlagnahmt, die im Anschluss nach London gebracht oder sogar vor Ort gehandelt wurden. Dass es sich hierbei um Raubkunst handelt, steht heute außer Frage. Die schwierigen Techniken des Bronzegusses der Afrikaner konnten mit europäischen Objekten künstlerisch konkurrieren, was die europäische Vorstellung von einer vermeintlich primitiven afrikanischen Kunst widerlegte.

Da die drei ausgestellten Bronzen im Kulturgut des Königreiches eine identitätsstiftende Rolle übernehmen, werden die Objekte nach ihrer Präsentation im MKG an das Museum für Völkerkunde Hamburg übergeben. Dort werden sie als Teil der Afrikasammlung in einem angemessenen Zusammenhang dargestellt.

Das MKG erforscht seit Jahren systematisch die Vorgeschichte seiner ausgestellten Objekte. Damit soll ein Beitrag zur Aufarbeitung der Museumsgeschichte und zur Erwerbungskultur vergangener Epochen geleistet werden. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Raubkunst? Die Bronzen aus Benin

Raubkunst? Die Bronzen aus Benin
Die Bronzen aus dem Königreich Benin in Nigeria sind in der Kultur ihres Heimatlandes mehr als nur Kunstwerke. Das MKG hat ihre Herkunftsgeschichte erforscht und stellt die identitätsstiftende Bedeutung der Bronzen in einem weiteren Kapitel der Ausstellung "Raubkunst? Provinienzforschung zu den Sammlungen des MKG" dar.
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