Bucerius Kunst Forum Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd

Er war Wegbreiter des deutschen Expressionismus und Gründungsmitglied der Künstlervereinigung "Die Brücke": Karl Schmidt-Rottluff. Die Ausstellung widmet sich dem Einfluss afrikanischer Kunst auf das Werk des Expressionisten. Schmidt-Rottluff begann in den 1910er Jahren außereuropäische Kunst zu sammeln. 

Karl Schmidt-Rottluff

Bucerius Kunst Forum

Adresse
Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg
Telefon
+49 40 360996-0
E-Mail
info@buceriuskunstforum.de
Termin/e
27. Januar bis 21. Mai 2018
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag: 11 bis 19 Uhr
Donnerstag: bis 21 Uhr
Eintritt
Erwachsene: 9 Euro | ermäßigt: 6 Euro |
Montags Einheitspreis: 6 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei
Weitere Infos
Bucerius Kunst Forum

Faszination Afrika 

Die Begeisterung für außereuropäische Kunst und Kultgegenstände zieht sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Schaffen von Karl Schmidt-Rottluff. Der westlichen Zivilisation überdrüssig sah der Künstler - ähnlich wie seine Künstlerkollegen Kirchner, Pechstein, Heckel oder Nolde - in den Kulturen Afrikas und der Südsee eine naturnahe von Liebe und Magie durchdrungene Lebensform. Indem er sich ihrer Formsprache bediente, versuchte er außerdem den Ursprüngen der Kunst näher zu kommen. 

Kunst im Dialog

Rund 80 Arbeiten Schmidt-Rottluffs zeigen in der Ausstellung, welche Bedeutung afrikanische Kunst für den Künstler hatte, wie afrikanische Motive Eingang in seine Werke fanden und seinen Stil prägten. Die Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken stammen dabei aus 50 Schaffensjahren und werden afrikanischen und ozeanischen Objekten aus der ethnografischen Sammlung Schmidt-Rottluffs im direkten Dialog gegenübergestellt. Insbesondere an den Proportionen von Figuren, die häufig Merkmale wie große Köpfe, hervorgehobene Brüste und kurze Gliedmaßen aufweisen, lässt sich der afrikanische Einfluss ablesen. Das betrifft eine Vielzahl von Skulpturen ebenso wie Gemälde und Holzschnitte. Auch die ornamentale Gestaltung von Flächen weckt Assoziationen an afrikanische Kunstgegenstände. Neben Motiven wie Masken, die Schmidt-Rottluff als direkte Bildvorlage dienten, haben viele Gemälde eine eigentümliche magische Stimmung. 

Der Brücke-Künstler

Karl Schmidt-Rottluff wurde als Sohn eines Müllers in der Nähe von Chemnitz geboren. An der Sächsischen Technischen Hochschule in Dresden studierte er ab 1905 Architektur. Hier lernte er auch Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl kennen, mit denen er 1905 die Künstlervereinigung "Die Brücke" gründete. Schon in den 1910er Jahren begann er außereuropäische Kunst zu sammeln. Eine Postkarte mit einer skizzierten Figur aus Kamerun zählt zu den ersten Zeugnissen der künstlerischen Auseinandersetzung mit afrikanischer Kunst. 1910 richtete sich Schmidt-Rottluff ein Atelier in Hamburg ein, wo der Handel mit afrikanischen Kunstobjekten damals blühte. 

Ethnografische Kunstsammlung

Über die Freundschaft mit der Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire knüpfte Schmidt-Rottluff Kontakte zu Künsthändlern und Sammlern. Seine Ethnografica-Sammlung wuchs stetig. 1915 erhielt Karl Schmidt-Rottluff von Rosa Schapire ein Exemplar von Carl Einsteins "Negerplastik", ein Werk, das die zeitgenössischen Künstler in ihrer Sicht auf die "primitive" Kunst nachhaltig beeinflusste und den Diskurs über afrikanische Kunst anfachte. So sind auch deutliche Paralleln zwischen den im Buch abgebildeten Werken und Arbeiten Schmidt-Rottluffs festzustellen. Während des Dritten Reichs wurde er als "entarteter Künstler" diffamiert und erhielt ab 1936 Ausstellungsverbot. Der Künstler zog sich daraufhin in die "innere Emigration" zurück und widmete sich mehr und mehr der außereuropäischen Kunst und ihrer Darstellung in eigenen Werken. In den 1950er Jahren erreicht der Einfluss afrikanischer Elemente in einer Vielzahl von Stillleben wie "Afrikanisches" (1956) oder "Die schwarze Maske" (1956) seinen Höhepunkt. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd

Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
Er war Wegbreiter des deutschen Expressionismus und Gründungsmitglied der Künstlervereinigung "Die Brücke": Karl Schmidt-Rottluff. Die Ausstellung widmet sich dem Einfluss afrikanischer Kunst auf das Werk des Expressionisten. Schmidt-Rottluff begann in den 1910er Jahren außereuropäische Kunst zu sammeln. 
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