Deichtorhallen Proof: Goya, Eisenstein und Longo

Mit Arbeiten von Francisco Goya, Sergei Eisenstein und Robert Longo versammelt die Ausstellung in den Deichtorhallen Werke aus drei Jahrhunderten Kunstgeschichte. Obwohl die Künstler Vertreter unterschiedlicher Stile und Epochen sind, vereint sie eines: Sie drei zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. 

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Poof: Ausstellung in den Deichtorhallen

Deichtorhallen

Adresse
Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
Telefon
040 32103-0
E-Mail
mail@deichtorhallen.de
Termin/e
17. Februar bis 27. Mai 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat: 11 bis 21 Uhr (außer an Feiertagen)
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 10 Euro | ermäßigt: 6 Euro |
Dienstagskarte ab 16 Uhr: 5 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage der Deichtorhallen

Bilddramatiker ihrer Zeit

Die neue Ausstellung in der Halle für aktuelle Kunst spannt mit Werken von Francisco Goya, Sergei Eisenstein und Robert Longo einen weiten epochalen Bogen. Obwohl die Künstler in drei unterschiedlichen Jahrhunderten lebten, unterschiedlichen Kulturen angehörten und Zeugen unterschiedlichster geschichtlicher Ereignisse wurden, vereint sie dennoch mehr als man auf den ersten Blick meinen könnte. Sie alle zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit und überführen die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten wie Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg  in bildgewaltige Werke. In ihnen entlädt sich mithilfe optischer Mittel die Last des menschlichen Schicksals, die Kälte der Macht und eine gesteigerte Leidenschaftlichkeit. 

Krieg, Verfehlungen und Macht

Eisenstein (1898-1948) thematisiert seit den 1920er Jahren in Filmklassikern wie "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) oder Iwan der Schreckliche" (1945) die russische Geschichte. Die Halle für aktuelle Kunst zeigt mehr als vierzig Skizzen, ausgeliehen vom Russian State Archive of Literature and Art und eine Auswahl seiner Filme. Damit jedes Einzelbild in seiner Eigenständigkeit für die Besucher erlebbar wird, werden die Film raumgreifend in Slow Motion projiziert. 
Der Spanier Francisco Goya (1746-1828) setzt sich ab den 1790 in druckgrafischen Werken mit den Folgen und Untaten während der napoleonischen Herrschaft und den Verfehlungen der damaligen Kirchenvertreter auseinander. Über fünfzig Aquatinta-Radierungen aus allen vier Werkzyklen Goyas sind in der Ausstellung zu sehen.
Mit Robert Longo ist ein Künstler des 21. Jahrhunderts dabei. Die Schlüsselthemen des New Yorkers (1953) sind Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen, moderne Kriegsführung aber auch die Darstellung von Macht mithilfe von Symbolen. Longos Kohlezeichnungen sind dabei bis zu 7,5 Meter breit und überwältigen den Betrachter mit ihrer Dramatik und Monumentalität. Von Longo ist eine Auswahl großformatiger Zeichnungen der letzten sieben Jahre zu sehen. 

So stehen sich in der Ausstellung Bilder aus der Aufklärung, Moderne und Postmoderne gegenüber und können vom Besucher verglichen werden. 

Aufkommen von und Antwort auf Massenmedien

Neben dem vereinenden Aspekt der Bilddramatik, kann man die drei Werksammlungen auch als einen Auszug aus der Geschichte der Medien lesen. In den letzten drei Jahrhunderten sind immer wieder neue Techniken entstanden, wodurch sich die Funktionen alter und neuer Medien verschoben und neu definiert haben. Während die Druckplatte Goyas und die Kamera Eisensteins für das Aufkommen der Massenmedien steht, stellen Longos Zeichnungen - erschaffen im Zeitalter von Internet, Social Media und Massenmedien - eine verlangsamte Antwort auf die Fotografie dar. 

Die Ausstellung »PROOF« wurde vom Garage Museum of Contemporary Art, Moskau initiiert und von Kate Fowle, Chef Kuratorin Garage, in Zusammenarbeit mit Robert Longo kuratiert. Die Deichtorhallen sind die einzige deutsche Station der internationalen Tournee, die von Moskau über New York nach Hamburg führt.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Francisco Goya, Sergei Eisenstein, Robert Longo

Proof: Goya, Eisenstein und Longo
Mit Arbeiten von Francisco Goya, Sergei Eisenstein und Robert Longo versammelt die Ausstellung in den Deichtorhallen Werke aus drei Jahrhunderten Kunstgeschichte. Obwohl die Künstler Vertreter unterschiedlicher Stile und Epochen sind, vereint sie eines: Sie drei zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. 
http://www.hamburg.de/image/10411070/1x1/150/150/dfc14f131f9d1d90e90b5bbfd6aecfce/bt/proof-goya-bullfighting.jpg
20180219 16:05:29