MKG Das Polaroid Projekt

Mit der Gründung seines Unternehmens Polaroid 1947 schuf der US-amerikanische Physiker Edwin Land eine Technologie, eine Branche und eine Marke, die längst zum Mythos geworden sind. Das handliche Format und die schnelle Verfügbarkeit der Sofortbildfotografie bietet auch Künstlern bis heute eine technische und ästhetische Spielwiese.

Das Polaroid Projekt

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz 1ba, 20099 Hamburg
Telefon
040 428134-888
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
16. März bis 17. Juni 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 12 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei |
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des MKG
Weitere Infos
Museum für Kunst und Gewerbe

Visuelle Revolution

Mit rund 220 Fotografien von über 100 Künstlern sowie 90 Kameramodellen und Prototypen stellt das Museum für Kunst und Gewerbe in der Ausstellung "Das Polaroid Projekt" das Phänomen Polaroid in seiner gesamten Breite vor. Die Vielfalt seiner Charakteristik und Technik spiegelt sich in den unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen und Temperamenten in den gezeigten Arbeiten, die zwischen 1955 und 2015 entstanden sind, wider. Vom populären SX-70 Schnappschuss in seinem klassischen weißen Rahmen, über den Polacolor- und Schwarzweißfilm im mittleren Format bis hin zum faszinierenden Detailreichtum des 20X24" Großpolaroids (50 x 61 cm) wird die künstlerische Bandbreite der visuellen Revolution deutlich. The Polaroid Project wurde von der Foundation for the Exhibition of Photography Minneapolis/New York/Paris/Lausanne, dem MIT Museum Cambridge (Massachusetts) und WestLicht. Schauplatz für Fotografie (Wien) zusammen mit dem MKG entwickelt. Die Polaroids von u.a. Ansel Adams, Nobuyoshi Araki, Sibylle Bergemann, Anna und Berhard Blume und Ellen Carey werden neben Hamburg auch in Berlin, Singapur und Montreal zu sehen sein.

Einfache Momentaufnahmen & inszenierte Großpolaroids

Während die Großbildkamera im Studiosetting seit den späten 1970er Jahren für aufwendig inszenierte Stillleben und akribische Porträts genutzt wird, lassen sich mit den handlicheren Formaten Ausschnitte des Alltags festhalten, Objekte abstrahierend ins Bild setzen oder flüchtige Eindrücke und Stimmungen einfangen und eine expressive Selbstdarstellung betreiben. Das handliche Format der SX-70 Polaroids ist eine ideale Voraussetzung für Collagen, Übermalungen und Experimente mit dem Papier und den eingebetteten Chemikalien. Aber auch die sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse fasziniert gerade Künstler, da sie auf diese Weise ihren Arbeitsprozess in hohem Maß kontrollieren und dokumentieren können. 

Polaroid - bis heute eine Marke

Edwin Land stellte den Sofortbildfilm 1947 erstmals der Öffentlichkeit in New York vor. Diese Innovation machte den Weg ins Labor überflüssig und ließ das Bild nach der Aufnahme wie von Zauberhand vor den Augen des Fotografen und der Modelle entstehen. Als Marke ermöglichte Polaroid damit Gebrauchsweisen, die die Verwendung von Fotografie bis heute maßgeblich beeinflussen und in Foto-Apps und auf Instagram fortleben. 

Seit seiner Gründung arbeitet Polaroid eng mit Fotografinnen und Fotografen zusammen und stellt in seinem Artist Support Program sowohl anerkannten Größen als auch unbekannten Talenten der Kunst- und Fotoszene Filmmaterial und Kameras zur Verfügung. Wie sich herausstellte, eine Win-win-Situation: Das Unternehmen bekam Feedback zu seinen Produkten und ausgewählte Werke für die Unternehmenssammlung, gleichzeitig konnten sich Künstler mit den Erfindungen austoben, auf ihre eigene Art und Weise nutzen und der Fotografie neue Impulse verleihen. In seiner Blütezeit verkaufte Polaroid Mitte des 20. Jahrhunderts seine Kameras und Filme millionenfach an Amateure und professionelle Nutzer. Andy Warhol als Mitbegründer der Pop Art war für den exzessiven Gebrauch des Polaroids bekannt und sicherte dem Unternehmen einen festen Platz in der Kunstszene. 

Europäischer und amerikanischer Teil

Auf der Grundlage des Austauschs zwischen Unternehmen und Künstlern wird die "Polaroid Collection" seit den 1960er Jahren in der Konzernzentrale in Cambridge in den USA aufgebaut. Zusammen mit der "International Polaroid Collection", dem ursprünglich in Amsterdam angesiedelten europäischen Teil der Sammlung, vereint "Das Polaroid Projekt" nun erstmals beide Teile in einer Ausstellung. Nach dem Bankrott des Unternehmens 2010 konnte das Wiener Fotografie-Zentrum WestLicht diese Sammlung vor dem Ausverkauf retten und zu sich nach Österreich holen. Auf den internationalen Stationen der Tournee zeigt die Schau mit zusätzlichen Leihgaben von Künstlern und Objekten aus dem MIT Museum in Cambridge das Phänomen Polaroid an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und demonstriert dabei, dass die Kreativität des Gründers Edwin Land und seines Teams derjenigen der Kunstschaffenden in nichts nachstand.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Das Polaroid Projekt

Das Polaroid Projekt
Mit der Gründung seines Unternehmens Polaroid 1947 schuf der US-amerikanische Physiker Edwin Land eine Technologie, eine Branche und eine Marke, die längst zum Mythos geworden sind. Das handliche Format und die schnelle Verfügbarkeit der Sofortbildfotografie bietet auch Künstlern bis heute eine technische und ästhetische Spielwiese.
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