Völkerkundemuseum S(e)oul Food - koreanisch-kulinarische Erinnerungen

Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Schicksal koreanischer Migranten und mit ihrer tiefen Sehnsucht nach vertrautem Essen. Zu sehen sind Werke der Malerin Cookie Fischer-Han und Fotos von Migranten, die in den 1960er und 1970er Jahren nach Deutschland kamen.

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Seoul food im Völkerkundemuseum

Museum für Völkerkunde

Adresse
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
Telefon
+49 40 428879-0
E-Mail
info@mvhamburg.de
Termin/e
21. Februar bis 23. September 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: bis 21 Uhr
Eintritt
Erwachsene: 8,50 Euro | ermäßigt: 4 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage des Museum für Völkerkunde
Weitere Infos
Museum für Völkerkunde Hamburg

Essen als Teil der Heimat

Das regionale Essen mit seinen heimischen Zutaten und typischen Zubereitungsarten stellt auch immer ein Stück Heimat dar. Es sind die Düfte und die Geschmäcker, mit denen man aufwächst und die sich nachhaltig in das Gedächtnis einprägen. So verbindet man irgendwann bestimmte Speisen mit dem trauten Zuhause und einem wohligen Gefühl der Geborgenheit. Wer in der Fremde lebt, sehnt sich häufig besonders nach dem Essen. Wenn nicht Heimweh so doch eine tiefe Sehnsucht nach vertrautem Essen stellt sich bei vielen ein, die über Monate oder Jahre hinweg im Ausland fern der Heimat leben und versuchen, sich ein neues Zuhause aufzubauen. Immer wieder beschreiben im Ausland lebende Deutsche, wie sehr sie das deutsche Brot vermissen. Spanier missen eine wahre Paella Española und viele Inder fiebern einem echten Curry entgegen. 

Heimische Küche in der Fremde?

In der Ausstellung S(e)oul food geht es speziell um die Esskultur von in Deutschland und der Schweiz lebenden koranischen Immigrantinnen und Immigranten. Wie erging es koreanischen Einwanderern in Deutschland? Inwieweit half das Essen ihnen, ihre koreanischen Identität zu wahren? Bot das Essen aus der Heimat gleichzeitig eine Stütze, um sich in der Ferne neu zu orientieren und dem Heimweh zu trotzen? Wie gingen Einwanderer damit um, dass nicht alle typischen koreanischen Zutaten in Deutschland verfügbar waren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung im Völkerkundemuseum. Sie geht darauf ein, wie das Schaffen einer Heimatküche zur körperlich-seelischen Balance in der Diaspora beiträgt. 

Reis, Kimchi und mehr

Sofern die Nahrungsmittel vorhanden sind, ist die Ernährung der Bestandteil einer Kultur, der sich relativ einfach mitnehmen lässt, wenn man in ein anderes Land zieht. Für koreanische Migranten der 1960er Jahre war dies neben Reis als Hauptnahrungsmittel, vor allem Kimchi, mit Sesamöl, rotem Chili und Knoblauch scharf gewürzter und fermentierter Chinakohl. Heute haben koreanische Migranten in Deutschland oder in der Schweiz ihre neue Heimat gefunden und praktizieren individuelle Ernährungsstile. Korea-Kochbücher und die verbesserte Verfügbarkeit von koreanischen Lebensmitteln standardisieren nun die Herstellung koreanischen Essens für EuropäerInnen wie auch für KoreanerInnen der zweiten Generation. Kimchi ist inzwischen zum Trendgemüse in Europa und Amerika avanciert und ist nationales Kulturerbe Koreas. 

Koreanische Migration 

Zu sehen sind Bilder der koreanischen Malerin Cookie Fischer-Han und Fotos, die Anfang der 1990er Jahre in die Schweiz ausgewandert ist. Koreanisches Essen ließ sich zu der Zeit nur schwer zubereiten. Ihre Bilderserie The Art of Korean Cuisine (2009 bis 2016) stellt eine ästhetisch-kulinarische Reflexion über ihre koreanische Herkunft und Identität dar. Außerdem zeigt die Ausstellung Bilder von nach Deutschland und der Schweiz migrierten KoreanerInnen. In den 1960er- und 70er Jahren als die Wirtschaft in Mitteleuropa boomte, kamen rund 20.000 koreanische GastarbeiterInnen auf Einladung der deutschen Regierung nach Deutschland. Obwohl viele eine sehr gute Ausbildung in Korea genossen hatten, wurde diese in Deutschland nicht anerkannt. So übten viele Einwanderer Berufe wie Krankenschwester oder Bergarbeiter aus, die nicht ihrere hohen Qualifikation entsprachen. Zu Sprachbarrieren und sozialem Abstieg gesellte sich eine gänzlich unbekannte Küche. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: S(e)oul Food - koreanisch-kulinarische Erinnerungen


S(e)oul Food - koreanisch-kulinarische Erinnerungen
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Schicksal koreanischer Migranten und mit ihrer tiefen Sehnsucht nach vertrautem Essen. Zu sehen sind Werke der Malerin Cookie Fischer-Han und Fotos von Migranten, die in den 1960er und 1970er Jahren nach Deutschland kamen.
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