MKG Art Déco in Paris. Grafikdesign für eine Elite.

Als Stil der dekorativen Künste setzt man Art Déco vor allem mit Kunststoffen, Mobiliar und der Modewelt in Verbindung. Dass Art Déco jedoch in viele verschiedene Gestaltungsbereiche auslief und auch Plakate, Grafik und die Produktwerbung beeinflusste, zeigt das MKG mit seiner Sammlung an Pariser Drucken.

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Art Déco in Paris. Plakate/Grafik/Werbung

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz 1ba, 20099 Hamburg
Telefon
040 428134-888
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
4. Mai bis 30. September 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 12 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei |
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des MKG
Weitere Infos
Museum für Kunst und Gewerbe

Zeugnisse ihrer Zeit

Wenn man an Art Déco denkt, kommen einem opulent geschwungene Formen, exquisite Möbel, kostbare Stoffe oder auch aufwendige Kleider in den Sinn. Nur selten bringt man den Begriff, dessen Anfänge ins Paris der Jahre um 1910 zurückreichen, mit Grafik in Verbindung. Mit der Ausstellung gibt das Museum für Kunst und Gewerbe Besuchern nun einen Einblick in seine in Deutschland einmalige Sammlung an Pariser Drucken vor allem aus den 1920er Jahren. Rund 150 Plakate, Grafiken (Pochoirdrucke und Lithografien) und Anzeigen wurden hierfür aus insgesamt 700 Blatt ausgewählt, darunter vor allem Teile aus den Zeitschriften Vogue und L'Illustration. Dabei stehen Anzeigen gleichberechtigt neben all den anderen künstlerischen Erzeugnissen der damaligen Zeit, da auch sie von führenden Künstlern entworfen wurden und die großen Sujets widerspiegeln, die das erste Drittel des 20. Jahrhunderts dominierten. Vom französischen Chanson und der Pariser Haute Couture der Zwanziger, über Tanz und Cabaret bis hin zum Auto, das in den Jahren um 1930 auch in der Kunst und Grafik einen Höhepunkt erlebt.

Vielfalt des Art Déco: Die Künstler

Für die Plakatgeschichte stellen die Pariser Art Déco-Plakate auch international einen Höhepunkt dar. Von Plakatmalern wie Adolphe Mouron, genannt Cassandre, Charles Loupot, Jean Carlu und Paul Colin angeführt, entwickelte sich der Stil des Art Déco in ganz unterschiedliche Richtungen. Mit Loupot und Cassandre, der noch heute als größter Plakatkünstler des 20. Jahrhunderts gilt, findet Art Déco im Bereich der Produktwerbung seinen Ausdruck, während Jean Carlu die ganze Bandbreite vom politischen Plakat bis zum Theaterplakat bedient und Paul Colin sich auf die Theater- und Cabaret-Bühnen der Stadt spezialisiert. In der Ausstellung ist der Künstler mit seinem Mappenwerk über die Tanzcompagnie der Josephine Baker, der Revue nègre vertreten, für die Colin auch Bühnenbilder und Kostüme entwirft. 

Als einer der Erfinder des Haute Couture verschrieb sich Paul Poiret hingegen einer neuen Frauenmode, die er 1908 im Les robes de Paul, einer Art Gründungsschrift des Art Déco, der Öffentlichkeit vorstellt. Im selben Heft finden sich auch die ersten bedeutenden von Paul Iribe entworfenen Pochoir-Drucke, mit denen der politische Karikaturist auch als Modezeichner erfolgreich wird. Wörtlich übersetzt meint Pochoir die Drucktechnik des Schablonendrucks, bei der es sich eigentlich um aufwendige Mischtechniken mit einem Anteil von Handarbeit handelt. Gleichzeitig steht der Begriff für das gesamte Genre der gehobenen und eleganten Illustrationen, die sich in Luxuseditionen und gehobenen Modejournalen finden und nicht für hohe Auflagen und günstige Preise geeignet sind.

International & hybrid

Art Déco ist zwischen Jugendstil und dem Internationalen Stil der fünfziger Jahre angesiedelt und entwickelte sich um 1910 in Paris, in etwa zeitgleich mit radikaleren Spielarten der künstlerischen Avantgarde. Mit der Weltausstellung der Angewandten Künste in Paris, der Exposition internationale des arts décoratifs et industriels moderne, bekam der Stil der dekorativen Künste 1925 seinen Namen. Ab 1930 entwickelte sich der Kunststil in unterschiedliche Richtungen und findet sich im pompösen Neoklassizismus ebenso wieder wie etwa in den Bauten des damals faschistischen Italiens oder in Bakelit-Radios und Plastikhandtaschen der 1950er Jahre in den USA.  


Weitere Informationen zur Ausstellung: Art Déco in Paris

Art Déco in Paris. Grafikdesign für eine Elite.
Als Stil der dekorativen Künste setzt man Art Déco vor allem mit Kunststoffen, Mobiliar und der Modewelt in Verbindung. Dass Art Déco jedoch in viele verschiedene Gestaltungsbereiche auslief und auch Plakate, Grafik und die Produktwerbung beeinflusste, zeigt das MKG mit seiner Sammlung an Pariser Drucken.
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