Ernst Barlach Haus Josef Scharl - Zwischen den Zeiten

Fasziniert von der Pinselführung van Goghs entwickelte Scharl eine plastische und reliefartige Bildsprache. Die rund 50 ausgestellten Werke des bedeutenden Künstlers der Weimarer Republik thematisieren die Zwischenkriegszeit vor allem in vereinzelten Figurendarstellungen.

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Josef Scharl

Ernst Barlach Haus

Adresse
Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg
Telefon
040 82 60 85
E-Mail
info@barlach-haus.de
Termin/e
17. Juni bis 21. Oktober 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr
an Feiertagen auch Montag
Eintritt
Erwachsene: 7 Euro | ermäßigt: 5 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage des Ernst Barlach Haus
Weitere Infos
Ernst Barlach Haus

Erste Einzelschau nach fast zwanzig Jahren

Als Gemeinschaftsprojekt mit dem Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen versammelt die Ausstellung rund 50 Hauptwerke, die überwiegend in Scharls Münchener Jahren bis zu seiner Emigration in die USA 1938 entstanden: Gemälde aus der Nationalgalerie Berlin, dem Albertinum / Galerie Neue Meister in Dresden, der Kunsthalle Emden, dem Städel Museum in Frankfurt, dem Lenbachhaus und der Pinakothek der Moderne in München sowie aus bedeutenden deutschen Privatsammlungen. Scharls Gemälde fehlen auf keiner Überblicksausstellung zur Kunst der Weimarer Republik und sind nun erstmals seit fast zwanzig Jahren wieder in einer umfassenden Einzelschau zu entdecken.

Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit

Josef Scharl gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Weimarer Republik. Irgendwo zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit stehen seine Arbeiten symbolisch für die politischen und sozialen Verwerfungen der Zwischenkriegszeit. In den 1920er Jahren ließ sich Scharl von der Pinselführung Vincent van Goghs zu einer unverwechselbaren und plastischen Bildsprache inspirieren. Die Werke des Müncheners, welche von Porträts über Figurenbilder bis hin zu Landschaften reichen, verbinden Kritik mit Empathie, Nüchternheit mit Pathos und Kargheit mit einem Hang zum Ornamentalen.

Einzel- und Gruppenporträts

Mit dem reliefartigen Farbauftrag und der charakteristischen Darstellung einzelner Figuren wie Bettler, Bürger oder Militaristen der Weimarer Republik treten die Charaktere dem Betrachter direkt als Zeitgenossen gegenüber. Neben Bürgern oder Berühmtheiten - etwa dem Physiker Albert Einstein, den Scharl 1927 in Berlin kennen lernt - porträtiert Scharl auch immer wieder Randfiguren, Arme und sozial Deklassierte. Das großformatige Gemälde und Rollen-Gruppenporträt Blinder Bettler im Café ist eines seiner Hauptwerke der 1920er Jahre, in dem der Künstler neben sich selbst auch die Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin, die Literatinnen Else Lasker-Schüler und Ricarda Huch sowie die Politiker Lenin, Trotzki, Stresemann, Ebert und Hitler abbildet. 

Themen der Zwischenkriegszeit

Selbst durch eine Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg beeinträchtigt, finden Kritik am Krieg und Bezüge zu sozialen Spannungen, Gewalt, Angst und Trauer in vielen Werken von Josef Scharl ihren Ausdruck. Pietà und Brennende Sterne sind nach der Machtübernahme Hitlers entstanden und erscheinen im Zusammenhang der politischen Lage um 1933 geradezu als Prophezeiung des Zweiten Weltkriegs. Nur zwei Jahre später wird Scharl mit einem Ausstellungsverbot belegt. Mit seiner Emigration in die USA verändert sich auch dessen Malweise: Eine abnehmende Schärfe der Thematik durch formale Reduktionen und Verdichtungen versinnbildlichen den räumlichen und zeitlichen Abstand zu den belastenden Erfahrungen in Deutschland.

Führungen

Kostenlose öffentliche Führungen finden sonntags um 11 Uhr statt. 
Anmeldungen zu privaten Führungen (auf Wunsch auch in Deutscher Gebärdensprache) unter 040 82 60 85 und info@barlach-haus.de

Kuratorenführungen
Dienstag, 3. Juli 2018, 18 Uhr: Blickkontakt. Josef Scharls Menschenbilder
Dienstag, 18. September 2018, 18 Uhr: Zwischen den Stilen. Josef Scharls Bildsprache
Die Kuratorenführungen finden im Anschluss an die regulären Öffnungszeiten statt. Die Führungen sind im Eintrittspreis inbegriffen. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Josef Scharl - Zwischen den Zeiten

Josef Scharl - Zwischen den Zeiten
Fasziniert von der Pinselführung van Goghs entwickelte Scharl eine plastische und reliefartige Bildsprache. Die rund 50 ausgestellten Werke des bedeutenden Künstlers der Weimarer Republik thematisieren die Zwischenkriegszeit vor allem in vereinzelten Figurendarstellungen.
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