MKG "Eigensinn"

Mit der Ausstellung würdigt das MKG Künstlerinnen der Hamburger Sezession. Als Mitglieder der GEDOK (Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen) trotzten sie den Konventionen und behaupteten sich in der von Männern dominierten Kunstszene.

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Eigensinn

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz 1, Museum für Kunst und Gewerbe, 20099 Hamburg
Telefon
040 428134-880
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
21. Oktober 2016 bis 1. Oktober 2017
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Eintritt
12 Euro, erm. 8 Euro
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro
bis 17 Jahre frei

GEDOK-Künstlerinnen in der Hamburgischen Sezession

Vor 90 Jahren gründete die deutsche Lyrikerin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel (1870–1942), die "Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen" – kurz GEDOK. Die Gemeinschaft sollte für eine (bessere) Vernetzung von Künstlerinnen und Kunstfreundinnen sorgen. Dehmel stellte damit den damals überwiegend von Männern dominierten Vereinen einen Verband emanzipierter Künstlerinnen entgegen. Aus ähnlichen Motiven hatte Dehmel kurz zuvor - ebenfalls 1926 -  auch die Vereinigung Hamburger Künstlerinnen ins Leben gerufen.

Die GEDOK entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden überregionalen Plattform für Künstlerinnen. Dies war nicht zuletzt dem "Eigensinn" der Gründerin und der Mitglieder zu verdanken, denn es gab durchaus Widerstand. So schrieb der Kultur-Chronist Gustav Schiefler über Dehmel: "Frauen dieser Art unterjochen und erniedrigen letzten Endes den Mann". Doch GEDOK-Frauen wie Anita Rée (1885–1933), Alma del Banco (1862–1943), Alexandra Povòrina (1885–1963) oder Gretchen Wohlwill (1878–1962), alle aus dem elitären Kreis der Hamburgischen Sezession (der wichtigsten von Männern geprägten Künstlervereinigung der Hansestadt), hatten einen oft mühsamen Weg gefunden, den Konventionen zu trotzen. Am Ende konnten sie sich als erfolgreiche Künstlerinnen durchsetzen.

Beachtliche malerische Vielfalt

Die Werkschau zeigt die beachtliche Vielfalt an Kunstgattungen, Stilen und Motiven der emanzipierten Künstlerinnen der GEDOK. Ob Neue Sachlichkeit, Expressionismus oder abstrakte Malerei – jede experimentierte für sich und fand eine eigene Formensprache.

Mit Werken aus dem Bestand der Haspa und des MKG feiert die Ausstellung das Jubiläum des Verbands, der bis heute Künstlerinnen fördert und unterstützt. Alle drei Jahre verleiht der Verband zudem den Ida Dehmel-Literaturpreis und den GEDOK-Literaturförderpreis. 

Freitod nach Beginn der Deportation Hamburger Juden

Als Jüdin wurde Ida Dehmel kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 aus der GEDOK ausgeschlossen. Sie blieb aber in Deutschland, um sich um den literarischen Nachlass ihres Mannes Richard kümmern zu können. Vereinsamt und krank, nahm sich Dehmel 1942 nach dem Beginn der Deportation der Hamburger Juden mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Heute erinnert ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in Bingen, ihrer Geburtsstadt, an Dehmel.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Eigensinn


"Eigensinn"
Mit der Ausstellung würdigt das MKG Künstlerinnen der Hamburger Sezession. Als Mitglieder der GEDOK (Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen) trotzten sie den Konventionen und behaupteten sich in der von Männern dominierten Kunstszene.
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