Deichtorhallen Andreas Mühe - Pathos als Distanz

Erstmals werden im Hause der Photographie Bilder des jungen deutschen Fotografen Andreas Mühe ausgestellt. In seinen Werken spielt der Künstler mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen und Inszenierungen. 

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Andreas Mühe, Pathos als Distanz

Deichtorhallen

Adresse
Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
Telefon
040 32103-0
E-Mail
mail@deichtorhallen.de
Termin/e
19. Mai bis 20. August 2017
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat: 11 bis 21 Uhr (außer an Feiertagen)
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 10 Euro | ermäßigt: 6 Euro |
Dienstagskarte ab 16 Uhr: 5 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage der Deichtorhallen

Das Spiel mit Klischees

Ein Sonnenaufgang auf dem Kreidefelsen von Rügen, ein Jagdhaus im nächtlichen Nebel, der streng gescheitelte Offizier der deutschen Wehrmacht oder der karge Weihnachtsbaum mit Kerzen und gold-roten Kugeln - in der von Ingo Taubhorn (Kurator des Hauses der Photographie) und Andreas Mühe inszenierten Ausstellung spielt der Künstler mit Deutschlandbildern. Dabei greift er einerseits Stimmungsklischees der Deutschen auf und bringt diese zusätzlich durch den Bezug auf andere Künstler wie Caspar David Friedrich auf den Punkt, andererseits legt er gerade in der Auswahl der Motive offen, was das kollektive Bewusstsein ausmacht. Mal geheimnisvoll, mal distanziert zeichnen sich die Bilder durch starke Inszenierungen aus. 

Pathos als Distanz

Inszeniert gibt sich auch die Ausstellung an sich, bei der Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie "Neue Romantik", "Obersalzberg" oder "A.M." und bisher unveröffentlichten Arbeiten aus den Serien "Wald" und "Jagd" hergestellt werden. Zu sehen sind außerdem Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen in Wandlitz und akribisch choreografierte Portraits von Künstlern und Politikern. Darin zeigt sich, dass Mühe's ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theater geprägt ist. 

"Die Ausstellung, die wir im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg zeigen, trägt den Titel
Pathos als Distanz. Es reizt zur Kontroverse, spielt mit längst überholten Klischees der Philosophiegeschichte. Also bloß keine Gefälligkeiten! Macht sei sein Thema, sagt Mühe. So entpuppt sich die Ausstellung als ein verwirrendes Doppelspiel von Geschichte und Gegenwart, von Trivialisierung und lustvoller Aufladung. Was bleibt, ist die bemerkenswerte Suggestivkraft seiner Fotografien."

Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen

"Mühes Bilder loten den Spielraum zwischen fertigem Film und noch offener Produktion, traumartiger Zuspitzung und kruder Realität, beginnender Kontrolle und realer Unwägbarkeit aus. Seine Bilder und Sequenzen sind am besten mit dem Modell einer Theaterprobe zu vergleichen, bei der der Regisseur sich zurücknimmt und seinen Akteuren, den Möglichkeiten und Perspektiven maximalen Raum lässt."
Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellung

Über Andreas Mühe

Nach seiner Ausbildung zum Fotolaboranten assistierte er bei Ali Kepenek und Anatol Kotte. Durch seine Tätigkeit als selbstständiger Fotograf porträtierte er Darsteller, Musiker, Schauspieler und Künstler. Ein früher Förderer war F.C. Gundlach. Seit 2010 sind seine Fotografien in Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Deutschland zu sehen u.a. in der Kunsthalle Rostock, im Martin-Gropius-Bau Berlin oder im Düsseldorfer NRW Forum. 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Andreas Mühe - Pathos als Distanz

Zeitgleich findet in den Deichtorhallen die Ausstellung Umbra mit Werken von Viviane Sassen statt. 

Andreas Mühe - Pathos als Distanz
Erstmals werden im Hause der Photographie Bilder des jungen deutschen Fotografen Andreas Mühe ausgestellt. In seinen Werken spielt der Künstler mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen und Inszenierungen. 
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