Sammlung Falckenberg Peter Saul

Zwar finden sich viele thematische und motivische Merkmale der Pop-Art in seinen Werken wieder, doch lassen sich Peter Sauls Malereien keiner speziellen Gruppe oder Bewegung zuordnen. Charakteristisch für sein Oeuvre sind grelle Farben, Comic-Narrationen, düstere Themen und bissige Systemkritik an der US-amerikanischen Politik. Erstmals in Europa zeigt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über den bislang zu selten beachteten Künstler.  

1 / 1

Peter Saul in Hamburg

Adresse
Wilstorfer Straße 71, (Phoenix Fabrikhallen, Tor 2), 21073 Hamburg
Telefon
040 32506762
E-Mail
sammlungfalckenberg@deichtorhallen.de
Termin/e
30. September 2017 bis 28. Januar 2018
Öffnungszeiten
Besuch zu den Ausstellungseröffnungen und im Rahmen von Führungen
Laufende Ausstellung: jeden 1. Sonntag im Monat: 12 bis 17 Uhr, Kurzführungen: 13 und 15 Uhr
Reguläre Führungen: donnerstags und freitags um 18 Uhr | samstags um 15 Uhr | sonntags um 12, 15 und 17 Uhr | Anmeldungen zu den Führungen über das Buchungssystem online
Eintritt
Erwachsene inkl. Kurzführung: 10 Euro | ermäßigt: 6 Euro
Öffentliche Führungen: 15 Euro | ermäßigt: 12 Euro | Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weiter Ermäßigungen auf der Homepage der Sammlung Falckenberg
Eröffnungstag
30. September 2017, 12 bis 17 Uhr, Eintritt frei

Hinweis: Freier Eintritt am Samstag, 30. September, 12 bis 15 Uhr

Hybride Kunst

Mitte der 1950-er Jahre wurde in der US-amerikanischen Kunstszene eine neue Parallele von Kunst und Leben geschaffen, in der das Interesse am traditionellen Kunstwerk in den Hintergrund rückte. Mit Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Robert Rauschenberg etablierte sich Pop als Leitkultur und wurde zu einem globalen Phänomen. Auch wenn die Malerei von Peter Saul dieser spannenden Phase der US-amerikanischen Kunstgeschichte entspringt und motivisch und thematisch an Arbeiten des Pop-Art erinnert, lässt sich sein Werk nie einer bestimmten Gruppe oder Bewegung zuordnen. Der Künstler entwickelt über die Jahre eine eigenwillige und unverwechselbare Bildsprache, die sich als Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture am besten beschreiben lässt.

Unmissverständliche Botschaften

In seiner Werkgruppe der sogenannten „Ice Box Paintings“ aus den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren wählt Saul Kühlschränke als Mittelpunkt seiner Arbeiten und gleichzeitig als Symbole für Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum in der Nachkriegsgesellschaft. Der komplex-chaotische Bildaufbau erinnert in seiner Dynamik an den Abstrakten Expressionismus, die integrierten Elemente der Produktwerbung an die Kunst der Pop-Art, wodurch der US-Amerikaner gegensätzliche Stilrichtungen in seinen Bildern vereint. Vieles in den Kompositionen lässt sich nicht verschlüsseln und doch wird die wesentliche Botschaft unmittelbar deutlich. Als Bühne für Erzählungen über Massen- und Konsumkultur stellt Saul ganze Leben in den Ice Boxes dar und zeigt auf diesem Weg die Abgründe des Massenkonsums auf.

Grelle Farben, dunkle Themen

Egal ob Mickey Mouse, Superman oder Donald Duck: Bei der Wahl seiner Protagonisten in seinen Erzählungen tobt sich Peter Saul in der Welt der Comichelden in den 1960er-Jahren munter aus. Und doch haben sie alle eines gemeinsam: Es sind Figuren, die jeder kennt und mit denen sich die Öffentlichkeit identifiziert. Vor diesem Hintergrund nutzt Saul die populären Charaktere als scheinbar tadellose Helden, um ernste politische Inhalte zu verhandeln. Dabei konzentrieren sich seine Bildaussagen auf Banalitäten und die dunklen Momente ihrer Niederlage. Brüche und Konflikte zwischen Kulturen spielen ebenso eine Rolle wie Verbrechen und Gewalt.

Am Zahn der Zeit

Ab Mitte der 1960er-Jahre beginnt Peter Saul mit seinen Vietnam-Bildern seine Kunst mit politischen Botschaften zu spicken. Seine bissige Kritik am US-amerikanischen Militär in Vietnam verbindet er mit finsterem Sarkasmus und thematisiert auf diesem Weg nicht nur die Folter und sexualisierte Gewalt, sondern auch Rassenkonflikte und die gesellschaftliche Spaltung durch Armut und Reichtum. Bis heute greifen seine Malereien aktuelle Themen des US-amerikanischen Zeitgeschehens auf. Die grelle Farbigkeit der Bilder tritt einer unverkennbaren Sozialkritik gegenüber, weshalb der Künstler außerhalb von Expertenkreisen wohl nie wirklich bekannt wurde.

Erstmals in Europa

Die Deichtorhallen zeigen in Kooperation mit der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt rund 50 Arbeiten von Peter Saul, darunter auch seine wichtigsten Werkgruppen wie die "Ice Box Paintings", seine Comic-Narrationen und Vietnam-Bilder aus den 1950er- und 1960er-Jahren, aber auch noch nie ausgestellte Zeichnungen sowie Arbeiten der 1980er- bis 2000er-Jahre. Die Ausstellung präsentiert erstmals in Europa einen umfassenden Überblick über den bisher eher selten betrachteten Künstler und wird durch eine umfängliche Präsentation mit Werken aus der Sammlung Falckenberg ergänzt.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Peter Saul

Peter Saul
Zwar finden sich viele thematische und motivische Merkmale der Pop-Art in seinen Werken wieder, doch lassen sich Peter Sauls Malereien keiner speziellen Gruppe oder Bewegung zuordnen. Charakteristisch für sein Oeuvre sind grelle Farben, Comic-Narrationen, düstere Themen und bissige Systemkritik an der US-amerikanischen Politik. Erstmals in Europa zeigt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über den bislang zu selten beachteten Künstler.  
http://www.hamburg.de/image/9424790/1x1/150/150/90f166be933b501ea1f48c72fc1de3ad/qJ/petersaul--crimedoesntpay-1963.jpg
20171005 11:49:43