Deichtorhallen Alice Neel - Painter Of Modern Life

Erstmals widmet sich eine Ausstellung in Deutschland dem Gesamtwerk der Ausnahmekünstlerin Alice Neel. Zu sehen sind 110 Werke aus sieben Jahrzehnten. In ihren Porträts verbindet die Amerikanerin virtuoses malerisches Können mit Einfühlsamkeit, um den Kern der Person ausdrucksstark festzuhalten. 

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Alice Neel - Painter of Modern Life

Deichtorhallen

Adresse
Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
Telefon
040 32103-0
E-Mail
mail@deichtorhallen.de
Termin/e
13. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat: 11 bis 21 Uhr (außer an Feiertagen)
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 10 Euro | ermäßigt: 6 Euro |
Dienstagskarte ab 16 Uhr: 5 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage der Deichtorhallen

Werke aus sieben Jahrzehnten

Es sind Stillleben, Stadtansichten aber vor allem die ausdrucksstarken und tiefgründigen und teilweise sehr intimen Porträts, die Alice Neel zu dem machten, was sie ist: eine der bedeutendsten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung "Alice Neel - Painter Of Modern Life" zeigt erstmals in Deutschland rund 110 Werke der Ausnahmekünstlerin und spannt dabei einen Bogen von ihren frühen Werken aus dem Jahr 1926 bis hin zu Werken aus ihrem Todesjahr 1984.

Porträts von Künstlern, Freunden und Armen

Obwohl in Philadelphia geboren, entstand das Hauptwerk von Alice Neel in New York, wo sie mit kurzen Unterbrechungen von 1927 bis zu ihrem Tod lebte. Hier fand sie die Menschen, die sie porträtierte und die in ihrer Vielfältigkeit, Fülle und über einen langen Zeitraum hinweg die amerikanische Gesellschaft der Nachkriegszeit wiederspiegeln und die Gefühle, Gedanken und Geschichten der Menschen ihrer Zeit und der Wegbegleiter von Alice Neel offenbaren. Mitglieder der Kulturszene New Yorks wie Andy Warhol und Robert Smithson standen ihr ebenso Modell wie Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde, schwangere Freundinnen und Unterprivilegierte, denen sie in ihrer Nachbarschaft begegnete. 

New York und Lateinamerika

Nachdem Alice Neel ihren Abschluss an der Philadelphia School of Design for Women ihren Abschluss erwarb, heiratete sie ihren Malerkollegen Carlos Enríquez, der sich der Avantgarde in Kuba anschloss und 1926 auch Alice Neel überzeugen konnte nach Kuba zu kommen. 1927 stellte Alice Neel im XII Salón de Bellas Artes aus. Kurz darauf verließ das Paar Kuba, um sich an Manhattans Upper West Side niederzulassen. Als ihr gemeinsames Kind zur Welt kam, entschlossen sie sich in die günstigere Bronx zu ziehen. Nur zwei Jahre später verließ Enríquez Alice Neel, die daraufhin zu ihren Eltern zurückkehrte und 1930 einen Nervenzusammenbruch erlitt. 1932 zog sie mit ihrem neuen Freund Kenneth Doolittle nach Greenwich Village. Greenwich Village war damals das Zentrum der Bohème, wo viele Schriftsteller, Künstler, Fotografen und Intelektulle lebten. Alice Neel porträtierte viele von ihnen, verarbeitete in ihren Werken aber auch Armut, Elend und Themen wie Streik und Protestmärsche, von denen es in den Jahren der Großen Depression viele gab. Zwischen 1938 und 1962 lebte Alice Neel in Spanish Harlem, um einerseits der Gekünsteltheit der Bohème zu entfliehen und andererseits der Familie des Vaters ihrer zukünftigen Kinder (Richard und Hartley) näher zu sein. Die menschlichen Begegnungen dieser Zeit beeinflussten ihr künstlerisches Werk nachhaltig. Hier traf sie auf Bedürftige, Immigranten-Kinder, schwarze Schriftsteller, Aktivisten und Sozialarbeiter, die sie immer wieder porträtierte. In den Gemälden brachte sie einmal mehr ihre Liebe für die lateinamerikanische Kultur zum Ausdruck.

Aufstieg zur gefragten Porträtistin

1962 verließ Alice Neel Spanish Harlem, weil ihr Vermieter das Haus umbauen wollte. Mit dem Umzug in die Upper West Side begann ein neuer Lebensabschnitt für die Künstlerin. Durch ein 1962 veröffentlichtes Feature in der Kunstzeitschrift ARTnews erlangte Alice Neel hohe Anerkennung und einen höheren Bekanntheitsgrad. Das wachsende Interesse in der Kunstszene nutzte sie, um neue Porträt-Aufträge zu erhalten. Sie malte fortan Künstler, Kunstkritiker, Kunsthistoriker, Handelsreisende oder Kommilitonen ihrer Söhne. Sie widmete sich weniger politischen Themen und politischen Aktivisten, ihre Bilder wurden heller und weniger "vollendet". 

Weitere Informationen zur Ausstellung: Alice Neel - Painter Of Modern Life


Alice Neel - Painter Of Modern Life
Erstmals widmet sich eine Ausstellung in Deutschland dem Gesamtwerk der Ausnahmekünstlerin Alice Neel. Zu sehen sind 110 Werke aus sieben Jahrzehnten. In ihren Porträts verbindet die Amerikanerin virtuoses malerisches Können mit Einfühlsamkeit, um den Kern der Person ausdrucksstark festzuhalten. 
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