Museum für Völkerkunde Nomadic Artefacts

Insgesamt 4500 Objekte brachte der österreichische Forscher Hans Leder um 1900 von seinen Reisen aus der Mongolei mit, eine Region, die damals schwer zugänglich war. Eine Objektauswahl gibt Besuchern einen Einblick in die religiösen Bräuche und Erinnerungskultur der Mongolen. Welche Bedeutung haben die Objekte für die Menschen noch heute?

Nomadic Artefacts - Objektgeschichte aus der Mongolei

Museum für Völkerkunde

Adresse
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
Telefon
+49 40 428879-0
E-Mail
info@mvhamburg.de
Termin/e
22. September 2017 bis 21. Januar 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: bis 21 Uhr
Eintritt
Erwachsene: 8,50 Euro | ermäßigt: 4 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei | Weitere Ermäßigungen auf der Homepage des Museum für Völkerkunde

Eine unterdrückte Kultur

Nachdem die Mongolei 1924 zum zweiten kommunistischen Staat geworden war, wurde die Religion nach sowjetischem Vorbild bekämpft. Die fast 1000 Klöster wurden geschlossen oder zerstört und nur einige wenige blieben nach der sozialistischen Periode als Museen erhalten. Zwar wurden die Traditionen geheim weiter gepflegt, doch die insgesamt 100 neuen Klöster entstanden erst wieder mit der Demokratisierung des Landes ab den 1990er Jahren.

Bedeutende ethnografische Objekte

Eine Objektauswahl buddhistischer Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs gibt den Besuchern im Museum für Völkerkunde einen Einblick in die kultischen Bräuche der mongolischen Kultur. Fragile Tsam-Tanzfiguren und Wesen mit Hirschgeweihen gehören zur umfangreichen Mongolei-Sammlung des Museums, die teilweise der österreichische Forscher und Sammler Hans Leder (1843 bis 1921) von seinen vier Reisen aus der Mongolei mitbrachte. Die Region war um 1900 sehr schwer zugänglich, sodass Leder mit seinen Forschungen zum dortigen Buddhismus und den insgesamt 4500 mitgebrachten Objekten bald als einer der bedeutendsten Sammler von ethnografischen Stücken galt.

Die Kuratorin

Die Wiener Sozialanthropologin Maria-Katharina Lang beschäftigte sich intensiv mit der mongolischen Kultur und arbeitet eng mit mongolischen Wissenschaftlern zusammen. Sie sieht die Gegenstände als kostbare Zeugnisse einer reichen Kultur, die eine lange Zeit unter ihrer Unterdrückung litt. Das von ihr kuratierte Ausstellungsprojekt erzählt die Geschichte des mongolischen Erbes und macht den Wert der Kultur für die Menschen dort durch ihre eigenen Kommentare deutlich. Was bedeuten die kultischen Objekte für das Leben der heutigen Mongolen? Auf diese Weise wird die buddhistische Alltagspraxis mit den heutigen Erinnerungen in Verbindung gesetzt.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Nomadic Artefacts

Nomadic Artefacts
Insgesamt 4500 Objekte brachte der österreichische Forscher Hans Leder um 1900 von seinen Reisen aus der Mongolei mit, eine Region, die damals schwer zugänglich war. Eine Objektauswahl gibt Besuchern einen Einblick in die religiösen Bräuche und Erinnerungskultur der Mongolen. Welche Bedeutung haben die Objekte für die Menschen noch heute?
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