Hamburger Kunsthalle Künstlerbücher. Die Sammlung

Seit den 1960er Jahren etablierten sich Künstlerbücher durch die Konzeptkunst und die Fluxus-Bewegung als eigenständige Kunstgattung. Sie erzählen Geschichten, gelten als Manifeste und Archive und brechen mit ihrer narrativen und spielerischen Gestaltung mit traditionellen Erscheinungsformen der Kunst.

Hamburger Kunsthalle: Künstlerbücher. Die Sammlung

Kunsthalle

Adresse
Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg
Telefon
040 428 131 200
E-Mail
info@hamburger-kunsthalle.de
Termin/e
1. Dezember 2017 bis 2. April 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Montag: geschlossen
vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Eintritt
Wochentags: 14 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Wochenende & feiertags: 14 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag 18 bis 21 Uhr: 8 Euro | ermäßigt: 5 Euro
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage der Kunsthalle

Minimal Art und Konzeptkunst

Erstmals präsentiert die Hamburger Kunsthalle mit der Ausstellung eine Auswahl der bekanntesten Publikationen und Fotobücher aus ihrer Sammlung, die insgesamt rund 1.700 Exponate umfasst. Den Schwerpunkt bilden Werke der Minimal Art und Konzeptkunst, in denen Künstler wie Sol LeWitt, Ed Ruscha und Lawrence Weiner in den 1960er und 1970er Jahren ihre konzeptuellen und seriellen Ideen in das Medium Buch umsetzten. Die Kunstwerke aus der Galerie der Gegenwart und dem Kupferstichkabinett ergänzen Publikationen von Joseph Beuys, John Cage, Dieter Roth, dem wichtigsten und zugleich eigensinnigsten und kompromisslosesten Künstlerbuch-Protagonisten, Wolf Vostell und jungen Künstlerinnen und Künstlern wie Yto Barrada und stehen im direkten Zusammenhang zu den Veröffentlichungen. Den Werken des im Jahr 2016 verstorbenen Hamburger Künstlers Claus Böhmler sind, ebenso wie den Veröffentlichungen von Dieter Roth, eigene Räume gewidmet. 

Weitere beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind: James Lee Byars, Hanne Darboven, Marcel Duchamp, Ian Hamilton Finlay, Hamish Fulton Roni Horn, Richard Long, Gerhard Rühm, Dayanita Singh, Endre Tót, Timm Ulrichs, Franz Erhard Walther u.v.a.

Künstlerbücher als Kunstgattung

In den 1920-Jahren begannen die Künstler verschiedener Kunstströmungen, mit dem Medium Buch zu experimentieren. Man entwickelte ein Gespür für das Buch als ein kommunikatives Medium, das Künstler untereinander vernetzte. Als eigenständige Kunstwerke, die das Buch zum Gegenstand des künstlerischen Konzepts machen, wurden Künstlerbücher mit der Konzeptkunst und im Zuge der Fluxus-Bewegung als offenes und vielseitiges Medium entdeckt und etablierten sich ab den 1960er-Jahren als eigenständige Kunstgattung, da ihre Konzepte die Grenzen des Buches als Objekt überschritten. Sie erzählen Geschichten, können als Manifeste betrachtet werden und gelten als Archive oder politische Proklamationen. 

Neue Räume

Die programmatische, narrative, spielerische oder auch tiefgründige Gestaltung von Künstlerbüchern eröffnet neue Räume, lässt sie zu einem Experimentierfeld werden und bricht mit ihren traditionellen Erscheinungsformen. Mithilfe des Buches als Medium wird die Kunst enthierarchisiert und für jeden erschwinglich und nahbar gemacht, weshalb Künstlerbücher stellvertretend für eine Demokratisierung der Kunst betrachtet werden können. 

Internationale Wiederentdeckung 

Diese Idee des alternativen Raums und der Freiheit von kommerziellen Zwängen veranlasste junge Künstlerinnen und Künstler 2016 dazu, sich diesem Medium als eigene Kunstgattung zuzuwenden. Neben neu gegründeten Verlagen, in kleinen Auflagen publizierten Werken und einem experimentellen Umgang mit neuen Formaten tritt auch die Künstlerschallplatte als akustisches Medium wieder in den Vordergrund. Die neue Entwicklung zeigt sich auch auf internationalen Foren wie der inzwischen legendären Messe in New York.

Katalog und begleitendes Programm

Die Highlights der Sammlung werden in einem begleitenden Katalog noch einmal zu sehen sein. Zudem plant die Hamburger Kunsthalle eine Kooperation zur digitalen Erschließung der Bestände mit der Staatsbibliothek Hamburg und Seminare an der Hochschule für Angewandte Künste Hamburg.

Nähere Informationen: Künstlerbücher. Die Sammlung

Künstlerbücher. Die Sammlung
Seit den 1960er Jahren etablierten sich Künstlerbücher durch die Konzeptkunst und die Fluxus-Bewegung als eigenständige Kunstgattung. Sie erzählen Geschichten, gelten als Manifeste und Archive und brechen mit ihrer narrativen und spielerischen Gestaltung mit traditionellen Erscheinungsformen der Kunst.
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