MKG Madame d'Ora. Machen Sie mich schön!

Während Dora Philippine Kalmus bis in die 1940er Jahre noch wichtige Persönlichkeiten der Wiener und Pariser Gesellschaft ablichtete und die Welt der Reichen und Schönen inszenierte, widmete sich die jüdische Fotografin ab dem Zweiten Weltkrieg dem Schicksal der Flüchtlinge und agierte als Sozialreporterin.

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Madame d'Ora im MKG

Museum für Kunst und Gewerbe

Adresse
Steintorplatz 1ba, Museum für Kunst und Gewerbe, 20099 Hamburg
Telefon
+49 40 428134-880
E-Mail
service@mkg-hamburg.de
Termin/e
21. Dezember 2017 bis 18. März 2018
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Eintritt
Erwachsene: 12 Euro | ermäßigt: 8 Euro |
Donnerstag ab 17 Uhr: 8 Euro |
Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: frei |
Weitere Ermäßigungen finden Sie auf der Homepage des MKG

500 Original-Abzüge

Mit rund 250 Exponaten gibt das MKG in einer umfassenden Retrospektive erstmals einen Überblick über das Schaffen der Fotografin Madame d’Ora (1881-1963) und bewertet die Werke der Künstlerin neu. Ein Großteil des Nachlasses der Österreicherin befindet sich im Museum und besteht neben 500 Original-Abzügen aus Negativen und Kontaktbögen, sowie dem Schriftwechsel und dem Kundenbuch ihres Ateliers. Auch internationale Leihgaben aus öffentlichen österreichischen und französischen Sammlungen und Privatleihgaben werden in der Ausstellung zusammengetragen. Insgesamt 220 Arbeiten aus dem Nachlass von Madame d’Ora und circa 30 Modeobjekte aus dem Wien Museum, weiteren internationalen Leihgebern und zeitgenössischen Zeitschriften werden ab dem 21. Dezember in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes Wien präsentiert.

Ein Hauch französische Eleganz

Von 1910 bis in die 1950er Jahre inszenierte Madame d’Ora wichtige Persönlichkeiten der Wiener und Pariser Gesellschaft und ihrer Künstlerkreise. Nicht nur die österreichische Tänzerin und Choreografin Grete Wiesenthal mit ihren Schwestern, die russische Primaballerina Anna Pawlowa, die skandalumwitterte Nackttänzerin Anita Berber, der Operettenstar Fritzy Massary und Josephine Baker standen bereits vor ihrer Kamera. Auch die Modedesignerin Coco Chanel, den Schriftsteller Arthur Schnitzler, den Komponisten Alan Berg und den Kulturkritiker Hermann Bahr lichtete die Fotografin in ihrem Atelier ab, das sie nach ihrer Ausbildung bei dem Fotografen Nicola Perscheid mit ihrem Geschäftspartner Arthur Benda 1907 in ihrer Heimatstadt Wien eröffnete. Die Bildnisse galten als ästhetisch besonders anspruchsvoll und reizvoll und waren vor allem für jene interessant, die zeitgemäß ihren Platz in der Welt der Schönen, Reichen und Gebildeten unterstreichen wollten.

Modefotografie für Illustrierte und Magazine

Parallel fotografierte Madame d’Ora neben Porträts auch Mode für Illustrierte, Lifestyle-Magazine und die Wiener Werkstätten. Als geschäftstüchtige Fotografin schaffte sie es, Vorlagen für neue, gehobene Lifestyle-Magazine wie Die Dame des Ullstein Verlags, Madame oder Officiel de la Culture et de la Mode zu liefern und fotografierte noch in der Nachkriegszeit die großen Pariser Modeschöpfer wie Pierre Balmain und Cristóbal Balanciaga. Trotz der sich zu der Zeit rasant entwickelnden illustrierten Presse wurden die Aufnahmen der Österreicherin zum festen Bestandteil der Printmedien.

Von der Modefotografin zur Sozialreporterin

Bildeten ihre Arbeiten bis dato noch die Welt der Schönen ab, wendete sich Madame d’Ora unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges von den überwiegend oberflächlichen Motiven ab und dokumentierte das Schicksal der Flüchtlinge 1945/1946 in Wien. Als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie floh die Künstlerin, mit bürgerlichem Namen Dora Philippine Kalmus, 1940 aus Paris zunächst in die Ardèche. In Österreich betätigte sie sich dann erstmals als Sozialreporterin und schuf einige Jahre später zwei bis heute verstörende Serien über Schlachthöfe, die als künstlerische Reaktion auf die Gräuel des Krieges zu verstehen sind.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Madame d'Ora. Machen Sie mich schön!

Madame d'Ora. Machen Sie mich schön!
Während Dora Philippine Kalmus bis in die 1940er Jahre noch wichtige Persönlichkeiten der Wiener und Pariser Gesellschaft ablichtete und die Welt der Reichen und Schönen inszenierte, widmete sich die jüdische Fotografin ab dem Zweiten Weltkrieg dem Schicksal der Flüchtlinge und agierte als Sozialreporterin.
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