Elektromobilität in Hamburg Mehr Elektroantriebe auf Hamburgs Straßen

Noch sieht man die umweltfreundlichen Elektroautos selten auf Hamburgs Straßen, doch das soll sich ändern. Laut Prognose wird die Anzahl der Elektroautos in Hamburg bis 2016 von 1.100 auf 5.000 ansteigen. Nicht nur die Handelskammer Hamburg und die Handwerkskammer Hamburger setzen sich für eine weitere Verbreitung des elektrischen Antriebs ein, auch die VHH und der HVV erweitern nach und nach ihre emissionsarmen Flotten.

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Umweltfreundlich unterwegs in Hamburg

"Hamburg macht E-Mobil"

Deutschlandweit sind derzeit rund 12.156 Elektroautos angemeldet (Stand: Dezember 2014), davon sind etwa 1.100 auf Hamburgs Straßen unterwegs. Diese Zahl wollen die Handwerkskammer Hamburg und die Handelskammer Hamburg deutlich erhöhen: Im November 2013 starteten sie zu diesem Zwecke die Kampagne "Hamburg macht E-Mobil", deren Ziel es ist, ohne staatliche Förderung attraktive Anschaffungskonditionen sowohl für den Kauf wie auch das Leasing von E-Fahrzeugen zu vermitteln. Denn noch sind die größten Hürden beim Umstieg auf den elektrischen Antrieb die hohen Anschaffungskosten und die mangelnde Infrastruktur bei den Ladesäulen. 

Hinweis: Eine Übersicht der Elektro-Ladestationen in Hamburg finden Sie, wenn Sie auf unserer Verkehrskarte unter "Themen" - "Elektro-Ladestationen" auswählen.

Hamburg als Vorreiter

Laut der Kammerinitiative nimmt die Hansestadt Hamburg mit 239 öffentlichen Ladepunkten zu Ende 2014 zwar weiterhin eine Vorreiterrolle beim Thema E-Mobilität ein, zum flächendeckenden Einsatz von E-Fahrzeugen sei es aber noch ein weiter Weg. Bis Mitte 2016 werden in Hamburg voraussichtlich 592 Ladepunkte zur Verfügung stehen. Darunter sollen 181 Schnellladepunkte sein die, anstatt der gängigen acht Stunden Ladezeit, nur eine Stunde zum Aufladen benötigen. Außerdem sind 70 schnelle DC-Ladepunkte vorgesehen, die lediglich 30 Minuten zur kompletten Ladung in Anspruch nehmen. 

Hybridbusse der VHH

Auf aktuell 153 VHH-Buslinien werden derzeit emissionsarme Diesel- und Diesel-Hybridbusse eingesetzt. Insbesondere die Hybridbusse haben einen niedrigen Kraftstoffverbrauch, weil sie Bremsenergie zurückgewinnen, die beim Anfahren wieder verwendet werden kann. Die Busse starten an der Haltestelle mit aufgeladener Batterie elektrisch, ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h schaltet sich der abgasarme Dieselmotor dazu. Die Fahrzeuge sind im Elektromodus besonders leise unterwegs und bieten eine angenehm ruhige Fahrt. Auf diese Weise können Kraftstoff- und Emissionseinsparungen über 20 Prozent erreicht werden.

vergrößern Bergziege (Bild: Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) Seit Oktober 2014 ist mit der neuen "Elektrobergziege" sogar der erste komplett emissionsfreie Linienbus in der Metropolregion Hamburg auf der Linie 48 im Blankeneser Treppenviertel unterwegs. Der vom italienischen Hersteller Rampini entwickelte Elektrobus mit Siemens-Motor braucht für die 5,2 Kilometer lange Strecke genau so lange wie sein Vorgänger. Dabei ist er geräusch- und wartungsarm, bremst und beschleunigt ruckfrei und kann Energie beim Bremsen zurückgewinnen. Das Aufladen erfolgt tagsüber mehrfach per Steckverbindung am Bahnhofsvorplatz Blankenese, komplett aufgeladen werden die Akkus des Elektrobusses dann über Nacht auf dem VHH-Betriebshof in Schenefeld.

vergrößern Rein akkuelektrisch betriebener Gelenkbus ab 2016 Rein akkuelektrisch betriebener Gelenkbus ab 2016 (Bild: Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) Ab 2016 sollen außerdem zwei rein elektrisch angetriebene Gelenkbusse auf der meistfrequentierten Linie der VHH, der M3, eingesetzt werden. Das neue Design der Busse – verkleidete Räder und eine dynamische Front – machen nicht nur äußerlich einen besonders futuristischen Eindruck, auch die Antriebstechnik spielt Zukunftmusik: Die beiden Busse beziehen ihren Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen und sind abgasarm und geräuschfrei unterwegs. Aufgeladen werden die Gelenkbusse nachts auf dem Betriebshof der VHH in Schenefeld, tagsüber erfolgen 40-minütige Zwischenladungen an der Endhaltestelle der Linie M3 in Tiefstack und in Lurup. Teilweise erzeugen die Busse ihre benötigte Energie auch selbst – beim Bremsen wird elektrischer Strom erzeugt, der nach einer Zwischenspeicherung zum Fahren wiederverwendet werden kann. 

Umweltfreundlicher Betrieb bei der Hochbahn

vergrößern Plug-In-Elektro-Hybridbus (Bild: Hamburger Hochbahn AG) Auch die Hochbahn wird den umweltfreundlichen Betrieb weiter ausbauen und testet unterschiedliche Antriebstechnologien, um ab dem Jahr 2020 ausschließlich emissionsfreie Busse anzuschaffen. 

So fiel am 18. Dezember 2014 der Startschuss für die Innovationslinie 109. Zum ersten Mal ging damit in Deutschland eine Bus-Linie in den Fahrgastbetrieb, die ausschließlich durch Busse mit innovativen Antriebstechnologien bedient werden soll. Unterschiedliche Bustypen mit umweltfreundlichen Antrieben – so zum Beispiel diesel-elektrische Hybridbusse, Brennstoffzellenhybridbusse oder reine Hybridbusse – sollen auf der rund zehn Kilometer langen Strecke getestet und wissenschaftlich bewertet werden. 

Anfang September 2015 eröffnete die Hochbahn den neuen Elektrobus-Terminal an der Adenauerallee. Dort werden nun nicht mehr nur die Busse der Innovationslinie 109 beginnen und enden, sondern auch die der Metrobus-Linie 4 und die der Schnellbus-Linie 37. Bis zu zwölf Busse gleichzeitig können am neuen Standort auf ihre nächste Fahrt warten. 

Elektroautos in Hamburg mieten

Bis die Anschaffungskosten für Elektrowagen gesunken sind, können umweltbewusste bei folgenden Anbietern E-Autos mieten:

  • Die "Green Collection" von Hertz: Hertz Autovermietung
  • Starcar bietet zum Beispiel im Rahmen des Carsharing-Modells "Share a Starcar" in Mümmelmannsberg drei VW E-Up!: Share a Starcar.
  • Der Carsharing-Anbieter Cambio bietet an drei Stationen im Stadtgebiet je ein Elektroauto an: Cambio Carsharing
  • Flinkster, der Carsharing-Service der Bahn, bietet in seiner Fahrzeugsuche die Möglichkeit "nur Elektro-Fahrzeuge" auszuwählen: Flinkster.  
  • Keine Elektroautos, dafür aber eine nach Emissionswert sortierbare Übersicht bietet Europcar: Europcar Autovermietung.
  • Mit dem Renault Twizy bietet ERFAHRE Hamburg kleine, zweisitzige Elektroflitzer.

Hinweis: Wer in Hamburg ein Elektrofahrzeug aus dem Premium-Segment kaufen möchte, kann dies zum Beispiel bei Tesla tun: Seit Oktober 2014 ist der kalifornische Elektrofahrzeug-Anbieter mit einem Flagship Store in den Großen Bleichen vertreten. 

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Mehr Elektroantriebe auf Hamburgs Straßen
Noch sieht man die umweltfreundlichen Elektroautos selten auf Hamburgs Straßen, doch das soll sich ändern. Laut Prognose wird die Anzahl der Elektroautos in Hamburg bis 2016 von 1.100 auf 5.000 ansteigen. Nicht nur die Handelskammer Hamburg und die Handwerkskammer Hamburger setzen sich für eine weitere Verbreitung des elektrischen Antriebs ein, auch die VHH und der HVV erweitern nach und nach ihre emissionsarmen Flotten.
http://www.hamburg.de/auto-strasse-hamburg/4146948/elektromobilitaet-in-hamburg/
20160225 15:27:09
http://www.hamburg.de/image/4595458/1x1/150/150/6c6134a3b72125c73e07f21a167faaba/Me/elektrobus-terminal-adenauerallee.jpg