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Volleyball in Hamburg: Vom Baggern und Pritschen übers Netz

Im Jahre 1895 erfand der Sportdirektor des YMCA, William G. Morgan, einen Vorläufer des Volleyballs. Das Spiel war als Zeitvertreib für ältere Mitarbeiter gedacht.

 

Beachvolleyball
(Bild: S Schock Fotolia.com)

Volleyball in Hamburg
Das schöne an Volleyball ist ja, dass es fast überall gespielt werden kann. Alles was man benötigt, ist eine ausreichend große Rasen- oder Sandfläche, ein Netz, einen Ball und ein paar Mitspieler. Das wissen auch die Hamburger. Im Frühling und im Sommer sieht man in jedem Park zahlreiche aufgespannte Netze und fröhliche Menschen, die pritschen, baggern und schmettern, dass es eine wahre Freude ist. Da es in Hamburg viele Parks und Grünflächen gibt, ist die Stadt sozusagen ein Paradies für alle Freunde des Volleyballs. Auch wer den Sport professionell betreiben will, ist in Hamburg gut aufgehoben: Rund 130 Vereine bieten die Sportart an. Weitere Informationen:  Hamburger Volleyball Verband.

Auf die Damen des VT Aurubis können die Hamburger besonders stolz sein. Sie vertreten die Hansestadt in der Bundesliga. Ein weiteres Highlight ist die jährlich in Hamburg stattfindende smart beach tour - ein deutschlandweites Beachvolleball-Turnier.

Historie
Das von Morgan erfundene Spiel - er nannte es Mintonette - sollte  eine Alternative zum Basketball sein, welches gerade erst vier Jahre zuvor im benachbarten Springfield College erfunden worden war. Die Grundidee war einfach: Ein Ball sollte ohne Bodenberührung durch Schlagen mit den Händen über ein Netz gespielt werden. Anders als heute war die Zahl der Spieler ebenso unbegrenzt wie die Zahl der erlaubten Ballkontakte. Jahre später schrieb Morgan über seine Erfindung in der Zeitschrift Spalding's Athletic Library: „Basketball schien für jüngere Männer geeignet, aber es gab das Bedürfnis nach etwas für die älteren, das nicht so rau und anstrengend war. Deshalb dachte ich an Tennis, aber da brauchte man neben dem Netz noch Schläger, Bälle,und weitere Ausrüstung“.

Acht Monate später wurde das Spiel den Studenten des Springfield College vorgestellt. Die Studenten waren begeistert, doch Alfred T. Halstead, Professor in Springfield, gefiel der Name nicht. Er schlug vor, das Spiel  Volley-Ball  zu nennen, schließlich „hagle" es Bälle (engl. volley: Hagel oder Gewehrsalve).

In den folgenden Jahren verbreitete sich Volleyball über die ganze Welt und wurde besonders in Osteuropa äußerst populär. Viele technische und taktische Rafinessen, die heute den Volleyball prägen, wurden von europäischen Mannschaften entwickelt.

Volleyball heute
Heute heißen die führenden Nationen Russland, Kuba, Brasilien, Italien, Japan, China (Frauen) oder Polen. Seit 1949 werden Weltmeisterschaften ausgetragen, seit 1964 ist Volleyball olympische Disziplin. Der deutsche Volleyball-Verband (DVV) existiert seit 1955, die Bundesliga seit 1957.

Deutschland verpasste bei der Volleyball-EM 2011 in Italien und Serbien eine Sensation: Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti verlor in einem umkämpften Finale gegen Serbien in fünf Sätzen knapp mit 2:3. 

Die wichtigsten Regeln 
Ziel des Spiels ist es, den Volleyball ohne Hilfsmittel so über das Netz in die gegnerische Spielfeldhälfte zu spielen, dass der Gegner eine Berührung des Balles mit dem Boden nicht verhindern kann. Eine Mannschaft darf den Ball dreimal in Folge berühren, bevor sie ihn zurückspielt.
Begeht die aufschlagende Mannschaft einen Fehler, erhält die andere Mannschaft einen Punkt und das Aufschlagsrecht. Es wird in einem Satz so lange gespielt, bis eine Mannschaft 25 Punkte erreicht hat. Das Spiel geht über drei Gewinnsätze.

Die Technik

Aufschlag: Mit dem Aufschlag beginnt der Ballwechsel. Der aufschlagende Spieler steht hinter der Grundlinie. Beim Aufschlag von unten wird der Ball nur wenig hochgeworfen und mit der flachen Hand gespielt. Beim Aufschlag von oben wird der Ball höher geworfen und der Spieler schlägt ihn stehend oder im Sprung. Wenn der Aufschlag sofort zum Punkt führt, spricht man von einem Ass. 

Unteres Zuspiel (Baggern): Der Ball wird mit durchgestreckten Unterarmen von unten gespielt. Der Bagger wird überwiegend bei der Annahme eines gegnerischen Aufschlags oder zur Abwehr eines Angriffsschlags eingesetzt.

Oberes Zuspiel (Pritschen): Die Handflächen zeigen in Richtung des Balles, Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden ein offenes Dreieck. Der Ball wird nach einer Bewegung aus den Knien gespielt, die Finger geben die Richtung vor. Gepritscht wird insbesondere beim Zuspiel an einen Mitspieler zur Vorbereitung eines Angriffsschlags.

Hohe spezifische Anforderungen
Volleyball stellt hohe, spezifische Anforderungen an die Fertigkeiten der Spieler. Auch die Körpergröße spielt eine Rolle. Kleinere Spieler sind eher für Annahme, Verteidigung und Zuspiel geeignet, größere für Angriff und Block.

Beachvolleyball
Eine Variante, die in der Regel unter freiem Himmel gespielt wird, ist Beachvolleyball. Die Regeln entsprechen weitgehend denen des klassischen Hallenvolleyballs. Die wichtigsten Unterschiede sind: Eine Mannschaft besteht nur aus zwei Spielern. Beachvolleyball gehört seit 1996 zum olympischen Programm.

Sitzvolleyball
Auch Interessierte, die aufgrund von Knie- oder Sprunggelenk-Problemen nicht mehr in der Lage sind, Volleyball auf "normaler" Netzhöhe zu spielen, müssen auf ihren Sport nicht verzichten. Der SVB Hamburg bietet Sitzvolleyball an.