Eine schöne Linden- oder Kastanienalle erfreut nicht nur uns, sondern auch zahlreiche Baumschädlinge. Denn viele Bäume der gleichen Art auf engem Raum bieten optimale Voraussetzungen für eine schnelle Ausbreitung der Schädlinge. Die milden Winter der vergangenen Jahre kommen ihnen ebenfalls entgegen. Ohne strengen Frost vermehren sie sich umso rasanter. Bei vielen eingeschleppten Schädlingen fehlen zudem die natürlichen Feinde.
Rosskastanien-Miniermotte
Ausgewachsene Motten-Larve
(bsu)
Ein solcher Übeltäter ist die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella), die seit dem Jahr 2000 massenhaft in Hamburg auftritt. Man nennt sie auch Trampermotte, weil sie mit Autos und Bahn über Europa verbreitet wurde. Diese Motte befällt vorwiegend die weiß blühende Rosskastanie. Die Larven fressen großflächige Gänge zwischen den Adern der Blätter, die dann oft schon im Sommer braun werden. Zwar führt der Befall selbst nicht unbedingt zum Absterben des Baumes, jedoch schwächt er seine Gesamtkonstitution.
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Blattbräunepilz
Ähnliche Symptome wie die Miniermotte bei der Rosskastanie verursacht auch ein Blattbräunepilz (Guignardia aesculi), wobei die Blattflecken jedoch über die Blattadern hinaus gehen. Der Pilz hat das gleiche Verbreitungsgebiet und tritt allein oder gemeinsam mit der Motte auf.
Brandkrustenpilz
Der Brandkrustenpilz ist ein Paradebeispiel für einen Holz zerstörenden Pilz mit weltweiter Verbreitung. Er kann nur von geschulten Fachleuten sicher erkannt werden, denn seine Fruchtkörper sind eher unscheinbar. Kaum ein anderer Pilz frisst jedoch so aggressiv an den Straßen- und Parkbäumen. Obwohl der betroffene Baum von außen oft noch vital wirkt, kann der Pilz das Innere des Stammes innerhalb kürzester Zeit unrettbar zerstören. Der Brandkrustenpilz sucht sich als Wirt bevorzugt Buche, Linde, Hainbuche, Spitzahorn, Bergahorn und Rosskastanie.
Wollige Napfschildlaus
Die Wollige Napfschildlaus stammt ursprünglich aus Asien und befällt massenhaft viele Arten von Straßen- und Alleebäumen. Manchmal sind ganze Partien von Stamm und Ästen nahezu vollständig von den Weibchen und ihren wolligen Eigelegen bedeckt. Die Larven saugen im Sommer Pflanzensaft aus Rinde und Blättern, um gestärkt auf den Ästen zu überwintern.
Ohnehin geschwächte Bäume verkraften diese Attacke nur schwer. Blätter und Äste sterben schließlich ab, im Extremfall der ganze Baum.
Deshalb untersucht die Behörde gemeinsam mit dem Biozentrum Klein Flottbek, welche Möglichkeiten zur Vorbeugung und zur Bekämpfung dieses Schädlings bestehen.
Holländische Ulmenkrankheit
Die Holländische Ulmenkrankheit wird durch den Ulmensplintkäfer verbreitet und durch Schlauchpilze verursacht. Da der Pilz wasserführende Gefäße befällt, leiden betroffene Ulmen unter Wassermangel. Folglich sind Wasserreiser und verdorrte Kronenbereiche typische Symptome. Die Eiablage des Ulmensplintkäfers erfolgt bevorzugt in die Rinde schon erkrankter Bäume. Die geschlüpften Käfer verbreiten dann die Pilzsporen auf gesunde Ulmen.
Das Ulmenprogramm Hamburgs sieht ein Pflanzkonzept mit einem Kriterienkatalog für die Auswahl von Standorten vor, die für Neuanpflanzungen in Frage kommen, sowie Empfehlungen zur Auswahl des Pflanzguts. Weiterhin soll der noch vorhandene Restbestand geschützt werden.
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