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Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Begriffe der EG-Wasserrahmenrichtlinie

20.12.2006

Für die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gliedern sich die EU-Mitgliedsstaaten anhand der natürlichen Einzugsgebiete der Gewässer; die Unterteilung in kleinere Einheiten erfolgt nach wasserwirtschaftlichen Kriterien. Im folgenden werden einige der Begriffe der Wasserrahmenrichtlinie, die räumlichen Bezug haben, erläutert und es wird aufgezeigt, wo sich Hamburg in diesen Planungsräumen befindet:

Einzugsgebiet

Die Richtlinie definiert ein Einzugsgebiet als das Gebiet, dessen Oberflächenabfluss (Regenwasser) sich über Bäche und Flüsse sammelt und an einer Flussmündung in das Meer gelangt. Ein Einzugsgebiet ist also von natürlichen Wasserscheiden umgrenzt.

Flussgebietseinheit

Die größte Verwaltungseinheit für die Wasserrahmenrichtlinie ist eine "Flussgebietseinheit". Eine Flussgebietseinheit besteht aus einem oder mehreren benachbarten Einzugsgebieten und den ihnen zugeordneten Küstengewässern und Grundwässern.

Karte der Flussgebiete in Deutschland Die Flussgebiete in Deutschland

(Umweltbundesamt)

Deutschland hat Anteil an sechs internationalen Flussgebieten:
  • Donau
  • Rhein
  • Maas
  • Ems
  • Elbe
  • Oder
Außerdem liegen vier nationale Flussgebiete in Deutschland:
  • Weser
  • Eider
  • Schlei/Trave
  • Warnow/Peene

Die Flussgebietseinheit Elbe wird von dem Einzugsgebiet der Elbe und dem der Elbmündung zugeordneten Küstengewässer der Nordsee gebildet.

Hamburg liegt vollständig in der Flussgebietseinheit Elbe. Durch die Insel Neuwerk hat es auch Anteile am Küstengewässer.

An der Flussgebietseinheit Elbe sind die vier Staaten Bundesrepublik Deutschland, Tschechische Republik, Bundesrepublik Österreich und Republik Polen beteiligt. Sie haben sich darauf verständigt, die internationale Koordinierung und Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie unter dem Dach der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) durchzuführen. www.ikse.de

Koordinierungsraum

Um die Bearbeitung im deutschen Teil dieses internationalen Flussgebietes zu koordinieren, haben die Bundesländer im Elbeeinzugsgebiet Räume gebildet, die jeweils von einem Land federführend koordiniert werden.
Koordinierungsräume Koordinierungsräume

Krapphofschleuse am Schleusengraben
Die Hamburger Gewässer liegen ausschließlich im Bereich des Koordinierungsraumes Tideelbe.

KoordinierungsraumFederführendes Land
Tideelbe (TEL)Schleswig-Holstein
Mittlere Elbe/Elde (MEL)Sachsen-Anhalt
Havel (HAV)Brandenburg
Mulde, Elbe, Schwarze Elster (MES)
Sachsen
Saale (SAL)Sachsen-Anhalt

Teileinzugsgebiete

Teileinzugsgebiete sind nach Wasserrahmenrichtlinie Gebiete, deren Oberflächenabfluss über Bäche und Flüsse "an einem bestimmten Punkt in einen Wasserlauf gelangt". Darunter sind also die größeren Nebengewässer eines Flusses zu verstehen. Hamburg hat Anteil an 8 Teileinzugsgebieten, von denen 7 länderübergreifend sind:

  • Alster
  • Bille
  • Düpenau
  • Este
  • Flottbek (liegt ausschließlich in Hamburg)
  • Moorburger Landscheide
  • Seevekanal
  • Wedeler Au

Bearbeitungsgebiete

Für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sind Bearbeitungsgebiete definiert worden.

Auf Hamburger Gebiet gibt es 9 Bearbeitungsgebiete. Sie werden gebildet von:

  • den genannten 7 länderübergreifenden Teileinzugsgebieten,
  • dem Elbestrom mit Hafen und dem Hamburg internen Teileinzugsgebiet Flottbek,
  • dem Hamburgischen Küstengewässer.

Übersicht über die  Bearbeitungsgebiete mit dem reduzierten Gewässernetz in Hamburg Übersicht über die Bearbeitungsgebiete mit dem reduzierten Gewässernetz in Hamburg

Für die länderübergreifenden Teileinzugsgebiete stimmt Hamburg seine Berichte und Planungen für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie mit seinen Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen ab.

Wasserkörper

Ein Wasserkörper ist die kleinste Einheit, die von der Wasserrahmenrichtlinie definiert wird.

Ein Oberflächenwasserkörper ist "ein einheitlicher und bedeutender Abschnitt eines Oberflächengewässers". Er ist sozusagen das größte Stück eines Gewässers, für das eine einheitliche Beschreibung in Bezug auf Ökologie, Wassermenge und Belastungssituation möglich ist. Oberfächenwasserkörper enden oder beginnen oft an Zusammenflüssen oder an Wehren. Seen stellen in der Regel einzelne Oberflächenwasserkörper dar.

Auf Hamburger Gebiet liegen 37 Oberflächenwasserkörper. Dazu zählen auch die beiden Seen Alte Süderelbe und Hohendeicher See und die beiden Wasserkörper im Hamburgischen Küstengewässer. 12 der Oberflächenwasserkörper sind länderübergreifend, dass heißt, der Wasserkörper endet nicht an der Landesgrenze, sondern erstreckt sich auch über Niedersächsisches oder Schleswig-Holsteinisches Gebiet.

Die Grundwasservorkommen werden in Grundwasserkörper untergliedert. Ein Grundwasserkörper beschreibt ein abgegrenztes Grundwasservolumen innerhalb eines oder mehrerer Grundwasserleiter.

Hamburg hat Anteile an sieben oberflächennahen und an einem tiefen Grundwasserkörper, die alle länderübergreifend sind.