Bezirk Bergedorf

Flüchtlingsarbeit Hilfe zur Selbsthilfe

UKE-Programm CORESZON, ein Resilienz-Projekt zur Bewältigung von Stressbelastungen gestartet.

Hilfe zur Selbsthilfe

Das Gesundheitsamt Bergedorf will gemeinsam mit dem Verein Bergedorfer für Völkerverständigung e. V. und der Stiftung Haus im Park mit der Freiwilligenagentur Bergedorf das ehrenamtliche Engagement stärken.

„Wir sind sehr froh, dass wir das Zentrum für Psychosoziale Medizin im UKE für ein Schulungsprogramm zur Stärkung von Resilienz nach dem Community Resiliency Model© (CRM) für Schulungen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in Bergedorf gewinnen konnten“, sagt Dr. Galle, der Leiter des Gesundheitsamtes Bergedorf. „Es handelt sich dabei um ein Programm, das sich an die vielen ehrenamtlichen Helfer in Bergdorf richtet und sie in ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit geflüchteten Menschen unterstützen soll.“

Viele der geflüchteten Menschen haben traumatische Erfahrungen in Kriegsgebieten und auf der Flucht gemacht. Die Konfrontation und Auseinandersetzung mit solchen Erlebnissen stellt auch für die Helferinnen und Helfer eine Belastung dar. Diese stehen den Erlebnissen der geflüchteten Menschen manchmal fassungslos und hilflos gegenüber. Gleichzeitig ist aber auch die Kraft, die Menschen unter der hohen Belastung des Flüchtlingsstatus aufbringen können, um gut für ihre Angehörigen zu sorgen, eine oft vergessene Ressource.  

Mit den belastenden Erfahrungen umzugehen lernen und Menschen in ihrem Umfeld bei der Stressbewältigung zu unterstützen – darum geht es in den Schulungen des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE). Neben Ehrenamtlichen und Professionellen werden auch geflüchtete Menschen als sogenannte CRM-Lotsen ausgebildet. Das speziell ausgebildete Trainer-Team des UKE kann bei Bedarf die Schulung in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari anbieten.

Die erste Schulung des Trainerteams des UKE wurde zusammen mit dem Verein für Völkerverständigung in den Räumen der GSB - Stadtteilschule Bergedorf durchgeführt.  Auch im Haus im Park und im Gesundheitsamt fanden schon Schulungen für Ehrenamtliche statt. Weitere Schulungen sind in Vorbereitung, so auch eine Tandemschulung für Ehrenamtliche und Flüchtlinge gemeinsam.

„Unsere Schulung basiert auf einem Modell, das die amerikanische Traumatherapeutin Elaine Miller-Karas nach dem Tsunami in Thailand 2004 entwickelte“, erläutert Frau Blotevogel, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKE als Kunsttherapeutin tätig ist. Während ihres Einsatzes in Thailand entdeckte Miller-Karas das Potenzial von Laien zur Traumabewältigung. Sie erkannte die Notwendigkeit, einfaches und alltagsfähiges Handwerkszeug für Laien zu entwickeln. Das Modell mit dem Namen Community Resiliency Model©, kurz CRM, hat zum Ziel, Menschen durch Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bewältigung von Stress unter schwierigen Lebensumständen zu unterstützen.

In einem nachhaltigen Schulungsprogramm erwerben Teilnehmende Wissen über universelle, physiologische Reaktionen des menschlichen Nervensystems auf Stress und Wohlbefinden, und lernen alltagsnahe Übungen, um bei Stressbelastung gut für sich und füreinander zu sorgen.

CORESZON bietet monatlich offene Schulungen an, zu denen sich jeder anmelden kann.

Im November und Dezember sind in Bergedorf noch Plätze frei.

Kontakt: Monica Blotevogel, fachliche Projektleitung CORESZON - Community Resiliency Network,  m.blotevogel@uke.de 

Informationen über Schulungen in Bergedorf: Ingrid Borgmeier, Bezirksamt Bergedorf, Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement (KGFM), ingrid.borgmeier@bergedorf.hamburg.de