Erreichbarkeit: Raum: 413
Runder Tisch "Jugend und Arbeit" im Bezirk Hamburg-Mitte (West)
3. Netzwerktreffen
Am 2. Juni 2010 hat der Runde Tisch sich mit dem Thema „Kompetenzfeststellung“ auseinandergesetzt. Neben den zum Thema einführenden Informationen durch Fachvorträge, wurden in Arbeitsgruppen im fachlichen Austausch mit Experten der Kompetenzfeststellung sowie in der abschließenden offenen Diskussionsrunde die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Verfahren und Vorgehensweisen erörtert.
Kompetenzfeststellung ist keine einmalige Angelegenheit, sie braucht die Einbettung in den Unterricht und benötigt eine wertschätzende und reflexive Herangehensweise. Schülerinnen und Schüler erfahren so oftmals eine andere Aufmerksamkeit, die sehr motivierend wirken kann. Im Austausch zwischen SchulvertreterInnen und Vertreter außerschulischer Bildungseinrichtungen zeigte sich, wie gering praxis- und handlungsorientierte Lernfelder in Schule ausgeprägt sind. So gibt es nicht wenige Schülerinnen und Schüler, die noch nie einen Hammer in der Hand hatten oder eine andere praktische handwerkliche Aufgabe zu lösen hatten. Viele Schulen verfügen über keinerlei Werkräume.
Um Kompetenzfeststellung in Schulen besser zu verankern, braucht es längere Zeiträume berufsorientierter und berufskundlicher Unterrichtseinheiten. Lehrer sollten in stärkerem Maße für diese Belange fortgebildet und der berufskundlichen Vermittlung muss ein größerer zeitlicher Umfang eingeräumt werden. Schulen benötigen an dieser Stelle aber vor allem auch Kontakt mit außerschulischen Bildungsträgern, um handlungsorientiert Sozialkompetenz zu erwerben. Denn Kompetenz kann man nicht vermitteln, man kann sie nur durch konkretes Tun erwerben. Auch fachlich sollte Schule um außerschulische Lernorte bemüht sein. Die stärkere Verbindung von Gewerbeschule mit Stadtteilschule ist da ein erster konkreter Schritt.
Schule als Dienstleister
In der Diskussion wurde deutlich, dass Schule eine zentrale Lerninstanz im Erwerb von verschiedenen Kompetenzbereichen sein kann und muss. Hierfür sollte sie stärker mit eigenen Budgetlinien ausgestattet werden, um sich über die eigene Lehrerkompetenz hinaus zusätzliche Lernfelder für die eigenen Schülerinnen und Schüler erschließen zu können. Dazu gehört auch die schul- bzw. sozialraumbezogene Kooperation mit außerschulischen Lernorten und außerschulischen Bildungsträgern. Hier wurde Kritik an der zentralen Vergabe der derzeitigen Kompetenzfeststellungsverfahren an Hauptschulen deutlich. Wenn in Zukunft nur noch die Mittel für ca. 50% der (künftigen) StadtteilschülerInnen möglich ist, so ist eine Konzentration auf gesonderte Vergaberichtlinien abzustimmen. Schulen sollten sich um diese Mittel bewerben und dafür ihre eigenen Kooperationspartner aussuchen können.
Fortsetzung des Runden Tisches
Am 3. November findet der nächste Runde Tisch statt. Die Vertreter von Schule, außerschulischen Bildungsträgern, von Arbeitsmarktverwaltung und Jugendhilfe sowie Jungendamt und Sozialraummanagement wollen ausloten, wie Unternehmen und benachteiligte Jugendliche zum Thema „Ausbildungsreife“ näher zueinander kommen können.
Weitere Informationen unter: www.schule-beruf.info
Ansprechpartner:
Betzirksamt Hamburg-Mitte
Fachamt für Jugend- und Familienhilfe Region 1
Andrea Frigge
Klosterwall 2
20095 Hamburg
Tel.: 040 42854-4577
Fax: 040 42854-5747
E-Mail: Andrea.Frigge@hamburg-mitte.hamburg.de
Thomas Tschöke, IN VIA Hamburg e.V.
Eidelstedter Weg 22
20255 Hamburg
Tel.: 040 51440490
Fax: 040 51440450
E-Mail: tschoeke@invia-hamburg.de


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