Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Beratung und Informationen Berufsbetreuer

Berufsbetreuer Hamburg

Berufsbetreuer üben das Amt des rechtlichen Betreuers gewerbsmäßig aus. Sie werden von den Betreuungsgerichten bestellt, nachdem ihre Eignung vom Fachamt für Hilfen nach dem Betreuungsgesetz beurteilt wurde.
Als geeignet werden im allgemeinen Personen mit juristischen, sozialen und helfenden Berufen angesehen. Sie verfügen über besondere Kenntnisse in den Bereichen Sozialpädagogik, Psychiatrie, Psychologie, Medizin, Behinderung aber auch im Bereich des Rechts (Betreuungsrecht, Zivilrecht, Sozialrecht etc.), und haben die Bereitschaft zur Fortbildung und Hospitation in den o.g.  Bereichen, sowie zu den Themen Psychische Erkrankungen, Geriatrie und Gerontologie.

Der Berufsbetreuer hat die Aufgabe, im Rahmen der gerichtlich festgelegten Aufgabenkreise zum Wohle und unter Berücksichtigung der Wünsche des Betroffenen für ihn zu handeln

Weitere Informationen über das Berufsfeld Berufsbetreuer finden Sie hier:

Bundesverband der Berufsbetreuer e.V.

http://www.bdb-ev.de

Bundesverband freier Berufsbetreuer e.V.

http://www.bvfbev.de

Online-Lexikon Betreuungsrecht

http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/Hauptseite

Betreuungsgerichtstag e.V.

http://www.bgt-ev.de

Berufsbetreuer erhalten für ihre Tätigkeit eine Vergütung. Die Höhe des Stundensatzes richtet sich nach der beruflichen Qualifikation des Betreuers. Es werden die in der jeweiligen Ausbildung für das Führen einer rechtlichen Betreuung erworbenen verwertbaren Kenntnisse zu Grunde gelegt. Die abrechenbaren Stunden sind pauschaliert. Die Pauschale richtet sich nach der Dauer der Betreuung und dem Wohnort (stationäre Einrichtung oder Wohnung) des Betreuten. Die Vergütung wird durch das Betreuungsgericht festgesetzt. Bei mittellosen betreuten Menschen zahlt die Justizkasse die Vergütung. Nähere Informationen erhalten Sie hier.

An der Berufsbetreuertätigkeit Interessierte können sich an die Fachstelle Berufsbetreuung des Fachamtes für Hilfen nach dem Betreuungsgesetz wenden.
Bitte übersenden Sie mit Ihrem Anschreiben aussagefähige Unterlagen zum Lebenslauf, Nachweise über Ausbildung und Berufstätigkeit sowie zu den eigenen Vorstellungen und Perspektiven der beruflichen Betreuertätigkeit und den hier hinterlegten Vordruck Fragen zur Person.
Neben Aussagen über Fach- und Methodenkenntnissen und den eigenen Fortbildungsinteressen sind Informationen über die vorgesehene Büroorganisation, Erreichbarkeit, Vernetzung und Vertretung bei Abwesenheit sowie zeitlicher Umfang, Anzahl der Betreuungen sowie Zielgruppen der angestrebten Tätigkeit bedeutsam. Dabei sollten Sie bedenken, dass die professionelle Berufsbetreuung einen Stundenumfang von mindestens 20 Wochenstunden erreichen sollte.

Soweit sich das Interesse an einer Tätigkeit bestätigt und aufgrund der beruflichen Qualifikation und der persönlichen Voraussetzungen ein Vorschlag als Berufsbetreuer grundsätzlich in Betracht kommt, können in einem persönlichen Gespräch die vorgelegten Unterlagen und die dargelegten Vorstellung zur beruflichen Tätigkeit zur Klärung der weiteren Perspektive ausgewertet werden.Die gute Vorbereitung auf das Gespräch wird erwartet und vorausgesetzt.


Kontakt

Fachamt für Hilfen nach dem Betreuungsgetz
Betreuungsstelle Nord
Johanna von Renner oder Inga Jürgensen
Winterhuder Weg 31
22085 Hamburg


 

Wann und wie wird ein Berufsbetreuer bestellt?

Bei der erstmaligen Bestellung eines Berufsbetreuers unterstützen die Betreuungsstellen die Betreuungsgerichte bei der Feststellung der berufsmäßigen Betreuertätigkeit nach § 1 (1) Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz. Eine Berufsmäßigkeit liegt vor, wenn (in absehbarer Zeit) mehr als 10 Betreuungen geführt werden. § 1 VBVG
Außerdem soll das Fachamt für Hilfen nach dem Betreuungsgesetz  vor erstmaliger Bestellung den Betreuer zur Vorlage eines Führungszeugnisses und einer Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis auffordern.

Ein Berufsbetreuer wird nur bestellt, wenn kein geeigneter ehrenamtlicher Betreuer zur Verfügung steht und wenn im Hinblick auf die zu erwartenden Schwierigkeiten besondere professionelle Kompetenzen gefordert sind.

Für den Betreuervorschlag gem. § 1897 (1) BGB stellen die Betreuungsstellen auf den vorgeschlagenen oder bereits gerichtlich bestimmten Aufgabenkreis und die erforderliche persönliche Betreuung durch den Betreuer ab.

Die Betreuungsstellen berücksichtigen beim Betreuervorschlag die persönlichen Voraussetzungen des Betreuers:

  • die für die Betreuung nutzbare Ausbildung
  • berufliche  Erfahrungen und Kenntnisse
  • organisatorischen Voraussetzungen (z.B. Erreichbarkeit, Büroorganisation, Vertretungsregelungen)
  • regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen und deren Nachweis

Der berufliche Betreuer wird immer für den Einzelfall vorgeschlagen. Eine allgemeine Ernennung zum Berufsbetreuer durch die Betreuungsstellen oder das Gericht sehen die gesetzlichen Regelungen nicht vor.



Einführung und Fortbildung

Für die Übernahme von rechtlichen Betreuungen werden umfassende Kenntnisse und Handlungskompetenzen in folgenden Bereichen erforderlich: Sozial- und Zivilrecht, Soziale Sicherung, somatische und psychische Krankheitsbilder, Behinderungen, Sucht- und Alterserkrankungen, psychosoziales Versorgungsnetz und Migration.

Neue Berufsbetreuer sollen daher durch Teilnahme an einer Fortbildung zum Thema Rechtliche Grundlagen der Betreuungstätigkeit eine Einführung in die berufliche Tätigkeit eines Betreuers vor Beginn nachweisen. Die Fortbildungsveranstaltung soll einen Umfang von 40 Wochenstunden nicht unterschreiten.

In den ersten 6 – 12 Monaten nach Übernahme rechtlicher Betreuungen wird für neue Berufsbetreuer eine Teilnahme an einer vom Fachamt Hilfen nach dem Betreuungsgesetz veranstalteten bzw. organisierten praxisbezogenen Fortbildung erwartet.

Die regelmäßige Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen werden ebenso erwartet  und ist nachzuweisen.

Fortbildungsangebote finden Sie bei folgende Anbietern (Diese Aufzählung ist nicht vollständig):  

NameOrtInternet

ZukunftsWerkstatt Generationen e.V.

Hamburg

http://www.zukunftswerkstatt-fortbildung.de

Institut für Innovation und Praxistransfer in der Betreuungsarbeit  des Bundesverbandes der Berufsbetreuer e.V.Hamburg

www.bdb-ev.de/233_Institut.php

Betreuer/innen Weiterbildung

Münster

www.betreuer-weiterbildung.de

FBB Fortbildungen für Betreuerinnen und Betreuer

Nürnberg

www.fbbweb.de

Hochschule für Wirtschaft und Recht

Berlin

http://www.hwr-berlin.de

IFB-Institut

Werdum

www.seminare-fuer-betreuer.de

Institution für Recht und Ökonomie des Betreuungswesens

Berlin

http://www.iroeb.de

Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden- Württemberg

Stuttgart

http://www.kvjs.de/fortbildung.html

Steinbeis- Transfer-Institut Berlin

Berlin

http://www.steinbeis-hochschule.de

Weinsberger Forum

Weinsberg

www.Weinsberger-Forum.de

Hochschule Neubrandenburg     Neubrandenburgwww.hs-nb.de/weiterbildungsportal/fach-fuehrungskraefte/themenfelder/gesetzliche-betreuungen

 

Beratung und Unterstützung

Auf Wunsch beraten und unterstützen die Betreuungsstellen Berufsbetreuer bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.

Um die Beratung und Unterstützung in einen kontinuierlichen Rahmen zu stellen, empfehlen die Betreuungsstellen, dass der Berufsbetreuer seinen Arbeitsschwerpunkt im Zuständigkeitsbereich einer Betreuungsstelle hat. Hiermit ist die Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter der Betreuungsstelle als festem Ansprechpartner verbunden.
Die Beratung kann auch in Situationen erfolgen, in denen durch besondere berufliche oder private Belastungssituationen die Ausübung der Betreuertätigkeit (zeitweilig) beeinflusst ist. Die Betreuungsstellen beraten über entlastende Maßnahmen.


Informationen und Pflichten der Berufsbetreuer

In der Zusammenarbeit sind die Betreuungsstellen darauf angewiesen, dass Berufsbetreuer sie über ihre persönlichen Voraussetzungen (z.B. Änderungen ihrer organisatorischen Voraussetzungen, Teilnahme an Fortbildungen und Beratungsangeboten, eigene Vorstellungen zur beruflichen Entwicklung und Übernahme weiterer Betreuungen) informieren.

So wird es den Betreuungsstellen möglich, das Interesse an der Übernahme von Betreuungen und neu erworbene Fähigkeiten des Betreuers zu berücksichtigen.

Um über mögliche Interessenskollisionen beraten zu können, sollen Berufsbetreuer den Betreuungsstellen die Übernahme weiterer betreuungsnaher Tätigkeitsfelder anzeigen.

 

Mitteilungen der Berufsbetreuer gem. § 10 VBVG

Die Betreuungsstellen nehmen die gesetzlich vorgeschriebenen kalenderjährlichen Mitteilungen der Berufsbetreuer entgegen, die ihren Sitz oder Wohnsitz in Hamburg haben. Zum 31. März werden für den Schluss des vorangegangenen Kalenderjahres die Zahl der geführten Betreuungen (aufgeschlüsselt nach Betreuten in einem Heim oder außerhalb eines Heims) und der für die Führung von Betreuungen im Kalenderjahr erhaltene Geldbetrag mitgeteilt. Auf Anfrage werden diese Informationen den Gerichten mitgeteilt.Nähere Informationen finden Sie hier.

Berufsverbände

Berufsbetreuer haben sich in zwei Berufsverbänden organisiert. Der  Bundesverband der Berufsbetreuer/-Innen (BdB) und der Bundesverband freier Berufsbetreuer e.V  (BVfB e.V) informieren und beraten zu fachlichen und berufsständischen Fragen. 

Veröffentlichungen

Das Bezirksamt Altona als örtliche Betreuungsbehörde bietet in Zusammenarbeit mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz interessierten Betreuern mit einer Reihe von Schriften die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und Kompetenzen zu vertiefen. Mehr... 

Weitere Informationen: Linksammlung

Hinweise auf nützliche Infos zur Rechtlichen Betreuung enthält unsere Linksammlung

Mustergliederung zur Berichterstattung  

Berufsbetreuer müssen über ihre Arbeit für den Betroffenen gegenüber dem Betreuungsgericht regelmäßig dem Gericht gegenüber darlegen. Dies erfolgt in Form eines Jahresberichts.

Für die Berichtsform wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Betreuungsgesetz  eine Mustergliederung als Empfehlung erarbeitet. An der Empfehlung haben Hamburger Rechtspfleger, Berufs- und Vereinsbetreuer und Vertreter der Betreuungsbehörde mitgewirkt. 

Die Hamburger Mustergliederung zur Berichterstattung von Berufsbetreuern gegenüber dem Betreuungsgericht enthält wesentliche Elemente eines aussagekräftigen Berichtes über den Verlauf der Betreuung. Sie soll auch dabei helfen, den Betreuungsverlauf zu reflektieren und die weitere Betreuung zu planen.

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