Motivationsschreiben Mut zur Marke "ich"

Mit einem gelungenen Motivationsschreiben überzeugen Sie den Personaler, dass Sie die ideale Besetzung für die ausgeschriebene Stelle sind und hervorragend in das Unternehmen passen. 

Motivationsschreiben

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Wer sich für ein Stipendium bei einer Stiftung oder eine Universität bewirbt, kennt es, aber auch bei Unternehmen oder Konzernen macht es einen guten Eindruck: das Motivationsschreiben, auch „Dritte Seite“ oder „Seite Drei“ genannt.  

Ursprünglich kommt das Motivationsschreiben aus Bewerbungsverfahren in den USA. Hier wurden sehr viel früher als in Deutschland Informationen zu Persönlichkeit und sozialem Engagement eines Bewerbers angefragt und in der Auswahl des Bewerbers als Kandidat für die vakante Stelle berücksichtigt. Hesse und Schrader, die deutschen Autoren einer ganzen Reihe von Standardwerken zu Bewerbungsverfahren, führten das Motivationsschreiben in den 90er Jahren in Deutschland ein. Nachdem die  Bewerbungsanschreiben zu bloßen Aneinanderreihungen aussagearmer Textbausteine und Floskeln geworden waren, sahen Hesse und Schrader im Motivationsanschreiben eine Bühne, auf der der Bewerber inhaltlich persönlicher und stilistisch pointierter auftreten kann. Die Bezeichnung “Dritte Seite“ oder „Seite Drei“ spielt auf diese Möglichkeit an: in der Tageszeitung findet der Leser hier ausführliche Hintergrundberichte oder Porträts.

Kritiker des Motivationsschreibens vertreten die Ansicht, die Dritte Seite sei mittlerweile ähnlich floskelhaft und inhaltsarm wie das Bewerbungsanschreiben und, ihres Ursprungszwecks entledigt, überflüssig, wenn nicht sogar Zeitverschwendung. Bewerberprofile in den sozialen Netzwerken hätten zudem die Aufgabe der Dritten Seite übernommen. 

Viele Stiftungen und Universitäten verlangen allerdings weiterhin ein Motivationsschreiben und auch für Menschen, in deren Erwerbsbiografie Brüche oder Lücken auftreten, ist die Dritte Seite eine gute Gelegenheit, den Personaler von der eigenen Persönlichkeit und Motivation zu überzeugen.

Mit Mehrwert überzeugen

Ein Personalverantwortlicher bekommt für jede ausgeschriebene Stelle bis zu 250 Bewerbungsunterlagen auf den Tisch. Wie schon bei Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf kommt es auch beim Motivationsschreiben darauf an, den Personaler in kurzer Zeit von der eigenen Kompetenz und Persönlichkeit zu überzeugen. Im Idealfall rundet eine gelungene Dritte Seite Ihre Bewerbung mit einer persönlichen Note ab. Allerdings wird das Schreiben nur dann positiv in die Bewertung Ihrer Bewerbung einfließen, wenn es mit individuellen Aussagen zu Persönlichkeit und Motivation einen echten Mehrwert für den Personaler bietet und sein Interesse weckt.

Wiederholen Sie in Ihrem Motivationsschreiben nur Inhalte aus dem Bewerbungsanschreiben oder dem Lebenslauf, wird er Ihr Schreiben – mit negativen Folgen für Ihre Gesamtbewerbung – als Verschwendung seiner eng bemessenen Zeit beurteilen.

TIPP: Streichen Sie bei der Ausarbeitung Ihres Motivationsschreibens alles, was Sie schon in Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf ausgeführt haben. Streichen Sie alle Floskeln und Textbausteine. Nehmen Sie das, was Bestand hat, als Ausgangspunkt eines aussagestärkeren Versuchs. 

Bei der Ausarbeitung des Schreibens sollten Sie auf bestimmte Dinge bei Formalien, Aufbau und Inhalt achten:

Formalien eines Motivationsschreibens

  • Schreiben Sie Ihr Motivationsschreiben für jede Bewerbung und jeden Arbeitsplatz neu
  • Ein Motivationsschreiben hat eine Seite, maximal zwei Seiten
  • Ein Motivationsschreiben kann ein Fließtext oder eine Aufzählung sein
  • Formatieren Sie Ihr Schreiben wie Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf (Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Ränder, Einzüge)
  • Übernehmen Sie, falls vorhanden, den Briefkopf aus Ihren anderen Bewerbungsunterlagen
  • Datieren Sie Ihr Schreiben und unterschreiben Sie es handschriftlich

 Aufbau eines Motivationsschreibens

  • Wählen Sie eine aussagekräftige Überschrift, die Interesse weckt und neugierig macht  (z. B. „Das zeichnet mich aus“ oder „Was Sie über mich wissen sollten“)
  • Wählen Sie einen aussagekräftigen Einleitungssatz, der Ihr Anliegen auf den Punkt bringt und die Tonalität des Schreibens bestimmt (freundlich, frech, kompetent, diplomatisch etc.)
  • Wählen Sie eine aussagekräftige Schlusspassage mit einer Tonalität, die den Personaler zu Ihren Gunsten in die Entscheidungsphase gehen lässt
  • Schließen Sie mit einem Call-to-Action wie z. B. „Über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch freue ich mich.“

Inhalt eines Motivationsschreibens

  • Werben Sie für die Marke „ich“ aus der Perspektive des Marketers: Was spricht meine Zielgruppe (Personaler) an? Wie spreche ich meine Zielgruppe (Personaler) an?
  • Werben Sie für sich mit Argumenten, die in den anderen Bewerbungsunterlagen keinen oder nur ungenügend Platz gefunden haben (wichtige Stationen im Lebenslauf, Erfolge und Höhepunkte im Berufsleben, qualifizierende Interessen und Erfahrungen, das „gewisse Extra“)
  • Werben Sie für sich mit Argumenten, die zu der ausgeschriebenen Stelle passen und Ihre Eignung unterstreichen oder ergänzen
  • Konkretisieren Sie Ihre Argumente anhand von Beispielen
  • Werben Sie für sich mit Argumenten, die zu den Inhalten Ihrer anderen Bewerbungsunterlagen passen
  • Werben Sie für sich mit Argumenten, die zu den Informationen Ihrer Profile in den sozialen Netzwerken passen
  • Werben Sie für sich mit einer originellen Geschichte, die Ihre Bewerbung aus der Masse der Bewerbungen heraushebt 
  • Formulieren Sie individuell, ausdrucksstark und selbstbewusst: Sie bringen Kompetenz, Motivation und Leistungswillen mit!

TIPP: Schreiben Sie Argumente auf Klebezettel oder Karteikarten und gehen Sie anhand von unterschiedlichen Anordnungen verschiedene Argumentationen durch. Wählen Sie die Argumentation, die Sie aus der Sicht des Personalers am überzeugendsten für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert. 

Fallstricke eines Motivationsschreibens

  • Besonders für junge Bewerber: Vermeiden Sie Selbstüberschätzung!
  • Besonders für Bescheidene: Vermeiden Sie Selbstunterschätzung! Stellen Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen frei heraus!
  • Für alle: Vermeiden Sie Selbstbeweihräucherung!
  • Für alle: Bleiben Sie glaubwürdig!
  • Für alle: Vermeiden Sie Rechtschreib- und Grammatikfehler!

Tipp: Überprüfen Sie Selbst- und Fremdbild im Gespräch mit Kollegen, Bekannten und Familienmitgliedern! 

 Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung! 

 

Mut zur Marke "ich"
Mit einem gelungenen Motivationsschreiben überzeugen Sie den Personaler, dass Sie die ideale Besetzung für die ausgeschriebene Stelle sind und hervorragend in das Unternehmen passen. 
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