Neugier und Begegnung auf Augenhöhe
Dr. Christoph Krupp
(©Hamburg macht Schule)
Immer deutlicher wird aber auch, dass sich die meisten aktuellen und drängenden Probleme unserer Gesellschaft nur lösen lassen, wenn Bildung, Beratung und Betreuung, Erziehung und Familienhilfe ineinandergreifen. In manchen Quartieren leben mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen von Hartz IV. Gerade hier sind Erziehung und Bildung der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben jenseits von Hartz IV.
Kinderarmut, Vernachlässigung, Jugendgewalt, Jugendarbeitslosigkeit…. Der Staat tendiert dahin für jedes Problem eine eigene Strategie und eigene Struktur zu schaffen und stellt dann fest, dass es viele sog. »multiple Problemlagen« gibt. Wie wirken die unterschiedlichen Systeme zusammen? Die richtig ernsten Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen und dabei spielt die Schule eine Schlüsselrolle. Sie erreicht alle Familien und Kinder, die in ihrer Obhut die meiste Zeit verbringen. Sie verfügt über die meisten Ressourcen.
Ich erwarte mir von den Regionalen Bildungskonferenzen, dass Schule, Stadtteil und Jugendhilfe neugierig aufeinander zugehen, sich gegenseitig kennenlernen und respektieren. Ich wünsche mir, dass nicht die Vertreter des einen Systems den Anspruch erheben, die richtige Lösung zu kennen und den Weg dahin vorgeben zu wollen. Die Begegnung auf Augenhöhe wäre schon ein Fortschritt.
In Bergedorf wollen wir uns vor allen Dingen den Themen »Übergänge« und »Ganztagesangebote« widmen. Beim ersten Stichwort geht es um die Übergänge von der Kindertagesstätte in die Grundschule, von der Grundschule in die weiterführende Schule und von der Schule in Ausbildung und Beruf. Das zweite Stichwort brennt vielen Trägern und Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, unter den Nägeln. Es bietet einerseits große Chancen zur Kooperation und engeren Verzahnung, aber es ist auch die Nagelprobe, ob das große System Schule zur gleichberechtigten Kooperation mit den vielen kleinen und auch ehrenamtlichen Anbietern von Erziehungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten in der Lage ist. Das hängt nicht nur vom Wollen der einzelnen Schulen ab, sondern auch von der Flexibilität, die man ihnen lässt, um vor Ort die angemessene Regelung zu finden.
Spannend werden die Regionalen Bildungskonferenzen allemal.

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