Institut für Hygiene und Umwelt

Flyer Kopfläuse? Lieber nicht!

Kopfläuse? Lieber nicht!

vergrößern Broschüre (Bild: © HU)

Kopfläuse kommen in den besten Familien vor. Oft bringen Kinder sie aus der Schule oder dem Kindergarten mit nach Hause. Kopfläuse kann jeder bekommen. Aber jeder kann sie auch wieder loswerden! Wenn Läuse festgestellt werden, heißt es vor allen Dingen: Ruhe bewahren! Kopfläuse sind lästig, aber harmlos. Kopfläuse werden nicht durch mangelnde Körperpflege hervorgerufen. Auch in frisch gewaschenem Haar fühlen sie sich wohl.

Wichtig: Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse feststellen, müssen Sie die Schule oder den Kindergarten unverzüglich informieren! Kinder dürfen erst dann wieder in die Schule oder in den Kindergarten gehen, wenn eine Weiterverbreitung der Läuse durch sie nicht mehr befürchtet werden muss. Bei sachgerechter Behandlung mit einem wirksamen Präparat ist das Vorlegen einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung in der Regel nicht nötig, kann jedoch zur Bekämpfung eines Ausbruchsgeschehens oder bei wiederholtem Befall erforderlich werden.

Woran erkennt man Kopfläuse?

Je früher ein Befall mit Läusen entdeckt wird, desto einfacher ist die Behandlung. Wenn also aus der Schule oder dem Kindergarten Läuse gemeldet werden oder wenn der Kopf ständig juckt und man sich häufig kratzen muss, sollten Sie Haar und Kopfhaut genauer untersuchen. Hierzu wird das Haar Strich für Strich gescheitelt und bei guter Beleuchtung mit einer Leselupe untersucht. Der Bereich hinter den Ohren, die Schläfen und der Nacken sind dabei besonders zu beachten, denn hier halten sich die Läuse gerne auf. Hilfreich bei der Untersuchung ist ein guter Nissenkamm mit engstehenden abgerundeten Zähnen.

Läuse sind bis zu 3 Millimeter lange graue Tierchen, die munter auf sechs Beinen herumkrabbeln. Gerade bei geringem Befall sind sie nicht leicht zu entdecken, da sie sich bei Lichteinfall blitzartig in schattige Bereiche der Haare flüchten. Die Eier von Läusen, die man als Nissen bezeichnet, sind etwa 1 Millimeter große hellgrau glänzende Verdickungen, die sehr fest dicht über der Kopfhaut an den Haaren sitzen.

Sind Läuse gesundheitsschädlich?

Läuse sind nicht gesundheitsschädlich – aber sie sind extrem lästig. Der Juckreiz auf der Kopfhaut wird dadurch hervorgerufen, dass sich die aus den Nissen geschlüpften Läuse alle zwei bis drei Stunden mit dem Blut des Menschen vollsaugen. Damit das Blut beim Saugen nicht gerinnt, gibt die Laus in die Stichwunden Speichel ab. Dieser Speichel löst den Juckreiz aus, der dann zum Kratzen führt. Es entstehen Kratzwunden, die sich entzünden können. Manchmal kommt es zu eitrigen Hautausschlägen und auch die Lymphknoten können anschwellen. Ist dies der Fall, sollten Sie unbedingt den Hausarzt oder den Kinderarzt aufsuchen.

Auch die Nissen führen zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung. Sie sind jedoch häufig die Ursache dafür, dass etwa eine Woche nach der ersten Behandlung erneut Läuse zu finden sind. Deshalb muss 8 bis 10 Tage nach der ersten Behandlung mit einem wirksamen Läusemittel eine zweite Behandlung mit dem Mittel erfolgen. Die Nissen sind nach jeder dieser Behandlungen sorgfältig mit einem Nissenkamm zu entfernen.

Wie werden Läuse übertragen?

Läuse sind flügellose Insekten, die weder fliegen noch springen können. Sie können sich nur durch Krabbeln fortbewegen. Kopfläuse können von Mensch zu Mensch übertragen werden, etwa durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf. Dies passiert zum Beispiel dann, wenn Kinder beim Spielen oder beim Lesen die Köpfe eng zusammenstecken. Seltener können Kopfläuse aber auch durch Gegenstände auf den Menschen übertragen werden, etwa durch gemeinsam genutzte Kämme, Haarbürsten, Handtücher, Decken und Kopfkissen, durch Kuscheltiere oder durch Mützen und Jacken, die an der Garderobe eng nebeneinander hängen. Auch durch gepolsterte Sitzlehnen und Kopfstützen im Auto können sich Läuse verbreiten.

Läuse können einige wenige Tage ohne Nahrung auf Gegenständen überleben und von dort wieder auf den Menschen gehen. Eine Ansteckung durch Haustiere oder eine Übertragung über Wasser, etwa im Schwimmbad, ist nicht bekannt.  Nissen überleben abseits vom  Menschen nur wenige Stunden

Was macht man mit den Haaren?

Wenn Sie bei Ihrem Kind oder bei sich selbst Läuse oder Nissen in den Haaren finden, müssen die Haare behandelt werden. Hierfür gibt es verschiedene chemische Läusemittel (Insektizide), die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker beraten, welches Präparat für Sie geeignet ist. Lesen Sie die Hinweise auf der Packungsbeilage sorgfältig durch.

Folgendes Behandlungsschema wird empfohlen:

Tag 1: Haare mit einem Insektizid behandeln und anschließend mit dem Nissenkamm nass auskämmen

Tag 5: nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind

Tag 8 - 10: erneut mit einem Insektizid behandeln, um später geschlüpfte Larven abzutöten

Tag 13: Haare nass auskämmen und gründlich kontrollieren

Tag 17: letztmalige Kontrolle

Der Einsatz insektizidfreier Mittel kann gegebenenfalls andere Behandlungsschemata erfordern.

Bei der Behandlung sind besonders die folgenden Punkte zu beachten:

  • Läuse übertragen sich leicht. Deshalb sollten die Haare von allen Mitgliedern einer Lebensgemeinschaft sorgfältig kontrolliert werden. Eine Behandlung ist aber nur dann angezeigt, wenn wirklich Läuse entdeckt werden. Eine rein vorsorgliche Behandlung mit einem chemischen Läusemittel ist zu vermeiden.
  • Säuglinge und Kleinkinder sollten Sie nicht selbst behandeln, sondern immer zuerst den Kinderarzt oder Hausarzt fragen. Auch schwangere Frauen oder Mütter, die noch stillen, sollten sich vor der Behandlung ärztlich beraten lassen.
  • Wenn sich die Kratzwunden entzündet haben, sollte vor der Behandlung ein Arzt aufgesucht werden. Das gleiche gilt für Personen, die an Hautkrankheiten, Allergien oder Asthma leiden.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Behandlung erfolgreich war: Kämmen Sie das Haar Strähne für Strähne mit einem guten Läusekamm aus und streichen diesen nach jeder Strähne auf einem Küchenpapier aus. Finden Sie noch Läuse oder Larven, so wiederholen Sie das Auskämmen. Eine  Pflegespülung erleichtert das Kämmen.

Was macht man mit den Gebrauchsgegenständen?

Gegenstände, durch die eine Übertragung möglich ist – etwa getragene Kleidung, Bettlaken sowie Bezüge von Kopfkissen und Bettdecken, Polstermöbel, Kuscheltiere, Kämme und Bürsten – müssen gründlich von möglichen Nissen und Läusen befreit werden. Wenn möglich, sollten diese Gegenstände bei 60°C gewaschen werden. Gegenstände, die nicht so heiß gewaschen werden dürfen, können für zwei Tage in die Gefriertruhe mit -18°C gelegt werden. Auch dies tötet Nissen und Läuse. Textilien können auch drei Tage bei Zimmertemperatur (20 bis 22°C) in einem gut verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden. In dieser Zeit sind dann die Läuse verhungert. Bei kühlerer Lagerung dauert die Abtötung länger (zum Beispiel bei 10 bis 15°C bis zu einer Woche). Bei Polstermöbeln, Autositzen und Teppichen reicht es aus, diese gründlich abzusaugen. Der Einsatz von Insekten-Sprays oder Desinfektionsmitteln ist dagegen überflüssig.

Was sollte man nicht machen?

  • Keine Haarwäsche vor der Behandlung mit normalem Shampoo oder Seife, denn die Seifenbestandteile können den Wirkstoff zerstören, der die Läuse abtötet. Die Behandlung kann dann nicht mehr erfolgreich sein. Bei ph-neutralen Shampoos besteht diese Gefahr nicht. Da sich bei sehr fettigem Haar das Behandlungsmittel im Fett löst und damit nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht, sollten die Haare in diesem Fall vor der Behandlung mit einem ph-neutralen Shampoo gewaschen werden.
  • Das Haar sollte vor der Behandlung nicht feucht sein, da der Wirkstoff sonst zu stark verdünnt wird und die Behandlung dann nicht erfolgreich ist. Hiervon gibt es aber Ausnahmen: bitte Herstellerangaben beachten.
  • Die Einwirkzeit des Behandlungsmittels sollte nicht kürzer sein, als in der Packungsbeilage beschrieben, da das Mittel dann nicht ausreichend wirken kann.
  • Nicht zu wenig Mittel verwenden. Bei längerem Haar reicht die Normalmenge in der Regel nicht aus!
  • Nicht oberflächlich sein bei der Kontrolle aller Mitglieder einer Lebensgemeinschaft und - falls auch sie von Läusen befallen sind - bei der Behandlung. Sie können sich sonst gegenseitig wieder anstecken.

Wie kontrolliert man den Erfolg?

Bei der Kontrolle sollte sowohl nach lebenden Läusen als auch nach noch lebenden Nissen gesucht werden. Nissen verbleiben nach der Behandlung mit einem Läusemittel im Haar, aber nur lebensfähige Nissen können erneut zu einem Läusebefall führen. Man kann bei guter Beleuchtung mit Hilfe einer Lupe den Zustand der Nissen erkennen: Abgetötete Nissen verfärben sich zwei bis drei Tage nach der Behandlung ins Bräunliche und werden später schwarzbraun; leere Nissen sind weißsilbrig. Nissen, die hellgrau sind, können noch lebensfähig sein. Die Behandlung mit einem Läusemittel ersetzt nicht die Entfernung von Läusen und Nissen von Hand! Zu einer vollständigen Kopflaus-Behandlung gehört das sorgfältige und geduldige Auskämmen mit einem guten Nissenkamm.

Bei geringem Befall können einzelne Läuse und Nissen auch bei fachkundiger Kontrolle leicht übersehen werden. Auch kann es sein, dass sich bald nach einer erfolgreichen Behandlung wieder eine Laus auf dem Kopf ansiedelt, wenn die Behandlung bei Mitschülern oder Spielkameraden noch nicht abgeschlossen ist. Deshalb sind sorgfältige Nachkontrollen über mehrere Wochen notwendig.

    

Checkliste: Haben Sie an alles gedacht?

  • Die Haare aller Mitglieder einer Lebensgemeinschaft sorgfältig kontrollieren und gegebenenfalls mit einem wirksamen Läusemittel behandeln. Hierbei die Gebrauchsanweisung genau befolgen.
  • Hausarzt oder Kinderarzt aufsuchen, wenn Säuglinge, schwangere Frauen und stillende Mütter von Läusen befallen sind.
  • Enge Kontaktpersonen benachrichtigen.
  • Handtücher der Familienmitglieder häufig wechseln und getrennt aufhängen. Bettzeug und Handtücher, Unterwäsche, T-Shirts, Jeans u.ä. bei 60°C waschen.
  • Kuscheltiere, Wollsachen wie Mäntel, Mützen und Schals zwei Tage bei -18°C einfrieren oder im geschlossenen Plastikbeutel mindestens drei Tage bei Zimmertemperatur (20 bis 22°C) aufbewahren, bei niedrigeren Temperaturen bis zu einer Woche.
  • Teppichböden, Polstermöbel und Autositze gründlich absaugen. Kein Einsatz von Insektiziden!
  • Haare aus Bürsten, Kämmen, Haarspangen und Gummis entfernen und diese anschließend gründlich mit heißer Seifenlösung reinigen.
  • Nasses Auskämmen der Haare nach der Behandlung, zusätzlich auch am 5., 13. und 17. Tag ab Beginn der Behandlung, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind.
  • Nach 8 bis 10 Tagen Wiederholungsbehandlung mit einem wirksamen Läusemittel.
  • Anschließend sollte noch mehrere Male im Abstand von einer Woche kontrolliert werden.

    

Rat & Hilfe

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, suchen Sie Ihren Hausarzt oder Kinderarzt auf oder rufen uns an:

  • Institut für Hygiene und Umwelt
    Tel. 040 42845-7972

Hier gibt es auch eine Station, in der die Läuse-Behandlung kostenlos durchgeführt werden kann.

Sie können sich mit Ihren Fragen auch an das Gesundheitsamt oder an den Schulärztlichen Dienst in Ihrem Bezirk wenden:

  • Gesundheitsamt Hamburg-Mitte
    Tel. 040 42854-2551, -2344, 4643
  • Gesundheitsamt Hamburg-Altona
    Tel. 040 42811-2638, -3005, -2110
  • Schulärztlicher Dienst Hamburg-Eimsbüttel
    Tel. 040 42801-3400, -3401
  • Gesundheitsamt Hamburg-Nord
    Tel. 040 42804-2675, 2621, -2679
  • Gesundheitsamt Hamburg-Wandsbek
    Tel. 040 42881-2419, -3658
    , -3686
  • Gesundheitsamt Hamburg-Bergedorf
    Tel. 040 42891-2216, -2329
  • Gesundheitsamt Hamburg-Harburg
    Tel. 040 42871-2324, -2140

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