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Wie wird Hamburg zum Auswandererzentrum?
Im Jahre 1847 wird in Hamburg die HAPAG gegründet. Das Auswanderergeschäft trägt wesentlich zum Aufstieg der neuen Schifffahrtslinie bei. Im Jahre 1900 ist Hamburg der bedeutendste Auswandererhafen Deutschlands und hat Bremen überholt.
hamburg.de
Die Auswanderung nach Amerika läuft anfangs über Le Havre, Antwerpen und Liverpool. In Deutschland hat Bremen einen guten Ruf als Auswandererstadt, denn hier verpflichtet ein Auswanderungsgesetz die reeder, Proviant und Platz zur Verfügung zu stellen.
Hamburg merkt später als Bremen, wie einträglich das Geschäft mit den Auswanderern ist. In den Jahren 1841 bis 1846 wandern 115.000 Menschen über Bremen aus. In Hamburg schiffen sich nur 11.000 Personen ein.
Im Jahre 1847 wird in Hamburg die HAPAG (Hamburg-Amerikanische-Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft) gegründet. Viele neue Schiffe werden in Dienst gestellt. Das Auswanderergeschäft trägt wesentlich zum Aufstieg der neuen Schiff-Fahrtslinie bei.
Im Jahre 1900 wird Hamburg als bedeutenster Auswandererhafen Deutschlands angesehen. Zwischen 1836 und 1914 verlassen über vier Millionen über die Hansestadt den Kontinent.
Um Auswanderer nach Hamburg zu ziehen, bauen HAPAG und andere Hamburger Reedereien in Deutschland und den Nachbarländern ein Netz von Auswanderungsagenturen auf. Der Senat erlässt Gesetze zum Schutz der Auswanderer. Dies lockt weitere Auswanderer an.
Ende des 19. Jahrhunderts kommt es in Osteuropa wiederholt zu Pogromen gegen Juden. Um die dadurch anwachsende jüdische Auswanderung über Hamburg zu leiten, werben Agenten der Hamburg-Amerika-Linie in ganz Osteuropa.
Bis 1914 wandern über eine Million osteuropäische Juden über den Hamburger Hafen nach Amerika aus. Damit stellen sie um die Jahrhundertwende den Hauptteil der Auswanderer.
Hamburg wirbt mit den guten Unterbringungsmöglichkeiten in den Auswandererhallen auf der Veddel. Dort werden die Auswanderer zwar kaserniert, für geordnete und hygienische Verhältnisse ist aber gesorgt. Dies zieht noch mehr Auswanderer nach Hamburg.