Behörde für Kultur und Medien

Bewegliche Denkmäler Zollbarkasse PRÄSIDENT SCHAEFER unter Denkmalschutz gestellt

Schiff wird zum Hafengeburtstag die Traditionsschiffparade anführen

Zollbarkasse PRÄSIDENT SCHAEFER unter Denkmalschutz gestellt

Mittlerweile befinden sich zwanzig Schiffe im Verzeichnis der beweglichen Denkmäler der Freien und Hansestadt Hamburg. Darunter sind auch mehrere historische Behördenschiffe wie die als Peildampfer gebaute, ehemalige Senatsbarkasse SCHAARHÖRN von 1908, die ehemalige Arztbarkasse HAFENDOCKTER von 1929 und die ehemalige Polizeibarkasse OTTO LAUFFER von 1927-28. Die 1925 gebaute Zollbarkasse PRÄSIDENT SCHAEFER ist das zuletzt eingetragene bewegliche Denkmal Hamburgs. Weitere Schiffe werden derzeit vom Denkmalschutzamt auf ihren Denkmalwert untersucht.  

Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien: „Kaum etwas ist so prägend für Hamburg wie der Hafen. Nicht umsonst wird am kommenden Wochenende bereits der 829. Hafengeburtstag gefeiert. Die zum Hamburger Hafen gehörenden Wasserfahrzeuge sind wichtige Geschichtszeugnisse und bereichern das maritime Kulturerbe unserer Stadt. Die Eintragung der Zollbarkasse PRÄSIDENT SCHAEFER als bewegliches Denkmal ist Ausdruck der Würdigung des historischen Schiffsbestandes in Hamburg und leistet einen wichtigen Beitrag, dass auch auf künftigen Hafengeburtstagen die Geschichte des Hafens lebendig erlebbar sein wird.“

Schiffseigner Till F. Braun:  „Die PRÄSIDENT SCHAEFER verkörpert vieles für mich: Kindheitserinnerungen an den Wasserzoll und den Freihafen, an die kleinen Hamburger Werften, die so viele Barkassen gebaut haben. Sie steht aber auch beispielhaft für den ehrenamtlichen Betrieb der Schiffe im Museumshafen Oevelgönne. Ich freue mich über die Unterschutzstellung, sie ist ein wichtiger Beitrag zur Wahrung des maritimen Erbes der Stadt.“

Die 1925 in Hamburg gebaute Zollbarkasse PRÄSIDENT SCHAEFER ist rechtzeitig zum 829sten Hafengeburtstag in die Liste der beweglichen Denkmäler der Freien und Hansestadt Hamburg aufgenommen worden. Aus diesem Anlass wird das Schiff gemeinsam mit der in Finkenwerder restaurierten Hafenarztbarkasse HAFENDOCKTER ex HAFENARZT 1 die Parade der Traditions- und Museumsschiffe beim Hafengeburtstag anführen.

1924 gab die Oberfinanzdirektion zwei identische Zolldampfbarkassen in Auftrag, von denen die PRÄSIDENT SCHAEFER als zweites in Fahrt kam. Das nach dem ehemaligen Senator und Finanzamtspräsidenten Bruno Louis Schaefer benannte Boot wurde zunächst an verschiedenen Zollämtern zur Abfertigung eingesetzt. 1959 erfolgten ein Umbau von Dampf- auf Dieselbetrieb sowie Veränderungen der Decksaufbauten. Auf diese Weise versah die PRÄSIDENT SCHAEFER fast 60 Jahre ihren Dienst mit Kontrollfahrten im Hamburger Hafen. Zuletzt diente das Boot der Zollreparaturwerkstatt als Schlepper und Fahrzeug zur Beförderung von Dienstpost und Trinkwasser zu den schwimmenden Dienststellen. Der 1959 installierte Jastram-Dieselmotor ist noch immer in Betrieb.

Nach Schließung der Zollreparaturwerkstatt 1982 wäre mit der Außerdienststellung auch die Verschrottung der Barkasse besiegelt gewesen, wenn sich nicht das Museum für Hamburgische Geschichte 1985 zur Übernahme entschlossen hätte. Damit konnte eine Lücke in der Reihe historischer Behördenfahrzeuge geschlossen werden. Zehn Jahre später wurde das Schiff von der Kulturbehörde an einen Privateigner verkauft und wird fortan der Nachwelt als Zeugnis für historische Schifffahrt und Technologie im Museumshafen Oevelgönne erhalten.

Während des Hafengeburtstages vom 10. bis 13. Mai 2018 wird die PRÄSIDENT SCHAEFER, die wie der HAFENDOCKTER ihren ständigen Liegeplatz im Hamburger Hafen hat, wieder kleine Ausfahrten für interessierte Gäste anbieten. Anmeldungen sind möglich unter www.hafenduft.de