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Festakt nach Abschluss der Sanierungsarbeiten Mahnmal St. Nikolai erfolgreich restauriert

Der 147 Meter hohe Turm der ehemaligen St. Nikolai-Kirche ist als Mahnmal gegen Krieg und Vertreibung weithin sichtbar. Um die Ruine dauerhaft zu erhalten, erfolgten seit 2014 umfangreiche Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten.

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Mahnmal St. Nikolai erfolgreich restauriert

Der Festakt fand vor dem Westportal (Hopfenmarkt) unter freiem Himmel in winterlicher Atmosphäre statt. Im Anschluss wurden geführte Rundgänge angeboten.

Nachdem sich 2011 Steine aus der Fassade von Hamburgs höchstem Kirchturm gelöst hatten und auf den Gehweg fielen, wurde der Turm als Notsicherungsmaßnahme zunächst auf der Westseite eingerüstet, um das Herabfallen weiterer Steine zu verhindern.

Danach wurden Fördermittel zur Sanierung in Höhe von 14,2 Millionen Euro bereitgestellt, die sich etwa zu gleichen aus Mitteln des Bundes und der Freien und Hansestadt Hamburg zusammensetzen. 

Nach einer umfassenden Kartierung aller Schäden am Turm sowie nach Laboranalysen wurden geeignete Natur- und Ziegelsteine für den Ersatz beschädigter Steine sowie der passende Mörtel identifiziert, die sowohl den witterungs- und klimatisch bedingten Anforderungen als auch denen des Denkmalschutzes genügen, da das Material in einer Höhe bis zu 142 Metern extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist.

Seit Herbst 2014 wurden beschädigte Steine ausgetauscht und neue Sandsteinvierungen gesetzt, defekte Fugen erneuert, Eisenteile mit Korrosionsschutz versehen und das beschädigte Turmkreuz wurde neu vergoldet. Darüber hinaus wurde der Keller unter dem ehemaligen Kirchenschiff instandgesetzt.

Insgesamt mussten am Mahnmal bis 2017 über 9.000 Sandsteine gesetzt, 13.000 Ziegelsteine ausgetauscht und 35 km Fugen erneuert werden, wofür 28 Tonnen Mörtel benötigt wurden. Für die Sanierungsarbeiten waren drei Jahre veranschlagt. Ab August 2016 konnte mit dem Abbau des Gerüsts begonnen werden; dieses war dann Mitte Dezember 2017 komplett abgerüstet. Der veranschlagte Zeit- und auch der Kostenrahmen konnten vollständig eingehalten werden.

Der erfolgreiche Abschluss des Projekts beruht auf einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten. Es ist gelungen, das Mahnmal St. Nikolai als Wahrzeichen der Stadt dauerhaft als Ruine zu erhalten und zu sichern. Bauliche Eingriffe konnten auf ein Minimum reduziert werden, um historische Zeugnis- und Erlebniswerte zu erhalten. Ziel war es, eine werthaltige Sanierung durchzuführen, so dass in den folgenden 15 bis 25 Jahren keine weiteren Maßnahmen erforderlich werden. Ein Monitoring zur kontinuierlichen Prüfung des Erhaltungszustandes ist vorgesehen.

Federführend bei der Sanierung war das Bezirksamt Hamburg-Mitte, Projektbeteiligte waren u.a. die steg Hamburg mbH, die ARGE Historisches Bauen – das Denkmalschutzamt Hamburg sowie viele weitere Fachfirmen. 

Wiedereröffnung des Mahnmals St. Nikolai auf der Twitter-Seite des Hamburger Senats

Website des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e.V.

Die Geschichte des Mahnmals St. Nikolai auf hamburg.de