Behörde für Kultur und Medien

SHARING HERITAGE "Wieviel Europa steckt in Hamburgs Kulturgeschichte?"

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 im Abendjournal Spezial auf NDR 90.3

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"Wieviel Europa steckt in Hamburgs Kulturgeschichte?"

Das Europäische Kulturerbejahr ist Thema im Abendjournal Spezial auf NDR 90.3 am 22. Februar 2018. Vorgestellt werden ausgewählte Hamburger Projekte, die im Rahmen von SHARING HERITAGE europäische Spuren in Hamburger Denkmälern und Kulturerbestätten aufdecken und der Öffentlichkeit präsentieren.

Zum Nachhören: Audiolink zum Beitrag auf NDR 90,3

Moderator Daniel Kaiser beginnt die Hamburger Europa-Reise mit der Eröffnungsfeier des Europäischen Kulturerbejahres am 8. Januar 2018 im Hamburger Rathaus.  Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, erinnerte hier an die ehemaligen Hamburger Befestigungsanlagen, die auf den niederländischen Ingenieur Johan van Valckenburgh zurückgehen, an die portugiesisch-jüdischen Glaubensflüchtlinge und den Jüdischen Friedhof Hamburg-Altona, an die Franzosenzeit und an die Infrastrukturleistungen des Engländers William Lindley für Hamburg.

Download Grußwort Senator Dr. Carsten Brosda, Nationale Eröffnungsveranstaltung zum Europäischen Kulturerbejahr 2018


William Lindley – der Europäer, der Hamburg zur Großstadt machte

Um William Lindley geht es auch im weiteren Teil des Beitrags. Landeskonservator Andrea Kellner würdigt ihn im Interview mit Sven Barske als „cleveren Geschäftsmann, genialen Planer und technischen Visionär mit einer sozialen Vision:  das bessere Leben in der Stadt.“ Denkmalschutzamt und Hochschule für angewandte Wissenschaften entwickeln im Kulturerbejahr eine App, in der Lindley als digitale Figur ausgewählte Schauplätze im Hamburg des 19. Jahrhunderts vorstellt.

Link zur Ankündigung der William-Lindley-App


Portugiesisch-sephardische Grabmalkunst in Hamburg-Altona

Um ein „historisches Stück Portugal mitten in Altona“, den jüdischen Friedhof an der Königstraße, geht es in einem Schülerprojekt des portugiesischen Generalkonsulats und der Stiftung Denkmalpflege Hamburg. Einen „Ort des Gedenkens“ an die Inquisition, vor der die Sepharden flohen, nennt Generalkonsul Luís Filipe Baptista da Cunha den Friedhof  im Gespräch mit Ruth Asseyer. Auf die kulturgeschichtlichen Besonderheiten der Grabsteine mit jüdischen und christlichen Einflüssen weist Irina von Jagow hin, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege. Und zwei Lehrer skizzieren erste Ideen zum Schülerprojekt: Schüler und Eltern könnten Grabsteine pflegen und Biografien der Begrabenen erforschen.            

Link zum Deutsch-portugiesischen Schülerprojekt Sefarad in Hamburg auf sharingheritage.de



Maria Grün: Tirol – Ankara – Blankenese

Der Architekt der katholischen Kirche Maria Grün in Blankenese ist Gegenstand eines weiteren Projekts im Kulturerbejahr: Kerry Rügemer stellt die schlichte, dekorationsarme Kirche im Stil des Neuen Bauens und deren Architekten Clemens Holzmeister vor. Der Tiroler entwarf Sakralbauten in Österreich und Deutschland. Er war aber auch Architekt Atatürks und baute unter anderem das Kriegsministerium in Ankara – „ein großes Haus, für eine große Bürokratie“ wie Irina von Jagow zu berichten weiß. 1938 erhielt er den Auftrag auch das neue Parlament in Ankara zu bauen. Holzmeister verließ seine Heimat, als Österreich ans Deutschen Reich angeschlossen wurde und kehrte Anfang der 1950er Jahre nach Österreich zurück.

Link zum Projekt: Clemens Holzmeister – Neues Bauen zwischen Altona-Blankenese und Ankara auf sharingheritage.de 



Mosaik der Kulturen – Alt-Wandsbek

Dänischen Spuren im Stadtteil Wandsbek im Nordosten Hamburgs geht Ana Martini nach. Die dänische Krone verwaltete lange Zeit die holsteinischen Gebiete und schickte Statthalter nach Wandsbek, darunter Heinrich Rantzau im 16. Jahrhundert: „Ein europäischer Vermittler und Projektentwickler“, wie Sigrid Curth von der Geschichtswerkstatt Wandsbek berichtet. Holländische Experten für Wasser- und Mühlenbau wurden geholt. Sie leiteten die Wandse um und legten sumpfige Ufer trocken. Der wirtschaftliche Erfolg lockte Handwerker von weit her, Wäschereien und Bleichereien entstanden. Später baute Graf Heinrich Carl von Schimmelmann ein neues Schloss, siedelte Kattundruckereien an, aber betrieb auch Sklavenhandel, der erst nach 1800 in Dänemark verboten wurde. Glaubensflüchtlinge – Lutheraner, Reformierte, Juden – durften sich hier ansiedeln. Wissenschaftler wie der dänische Astronom Tycho Brahe fanden Zuflucht in Wandsbek. Die Geschichtswerkstatt lädt ein, im Kulturerbejahr diese vielfältigen Geschichtsspuren vor Ort mit der Kamera zu entdecken. 

Link zum Projekt: Zwischen Hamburg und Kopenhagen Mosaik der Kulturen im Grenzort Alt-Wandsbek auf sharinghreitage.de 


Das Künstlerhaus von Ida und Richard Dehmel

Vor 100 Jahren war das Fischerdorf Blankenese mit den Zentren europäischer Avantgarde verbunden: Der Dichter Richard Dehmel und seine Frau Ida pflegten ein weitreichendes Netz mit führenden Künstlern ihrer Zeit. Ihr Wohnhaus, von Richard Dehmel selbst entworfen, wird zum Anziehungspunkt für Musiker, Maler, Architekten, Verleger und Schriftsteller.  NDR-Reporter Thomas Jähn hat das Dehmelhaus besucht:  „Richard und Ida Dehmel waren zwei bunte Vögel, als sie nach Blankenese kamen“, schildert Carolin Vogel von der Dehmelhaus Stiftung. „Hier ist ein Haus von 1912, das schon ganz viel Zukunft in sich trägt.“ Ab Frühjahr 2018 gibt es wieder Führungen im restaurierten Dehmelhaus. Eine Ausstellung macht das grenzüberschreitende Künstlernetzwerk sichtbar. In Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina wurde die Geschichte des Hauses umfassend erforscht, die Ergebnisse werden 2018 veröffentlicht.

Link zum Projekt: Europäer in Hamburg: Das Künstlerhaus von Richard und Ida Dehmel auf sharingheritage.de


Link: Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Hamburg (Website Denkmalschutzamt Hamburg)

Link: Alle Projekte im Europäischen Kulturerbejahr 2018 in Deutschland auf sharingheritage.de (offizielle Website des DNK)