Das Licht des Blue Port Hamburg Blau bringt Dinge zum Schweben

Die Dinge begegnen sich im Schwebezustand und kommunizieren als sei es das Selbstverständlichste der Welt.

Das Konzept des Blue Port Hamburg

Wenn es eine Lichtfarbe gibt mit einer besonderen Fähigkeit, auch schwerste Objekte transparent zu machen und zum Schweben zu bringen, dann Blau. Umso mehr am blauen Element selbst, dem Wasser.

Schwebezustand in der Unwirklichkeit

In diesem Schwebezustand fangen die Dinge an zu kommunizieren, indem sie gemeinsam und lautlos der Unwirklichkeit näher treten, als sei sie das Selbstverständlichste von der Welt. So wie wir, die Betrachtenden. Irgendwann auf unserem Gang entlang des Stromes sind wir alle in einem anderen Hafen angekommen, der eine andere Ferne empfängt.

Industrie-, Arbeits- und Verkehrslicht prägen den allnächtlichen Hafen. Sein gelber Lichtraum wölbt sich diffus über Schiffen und Kranen, Kaianlagen und Containerquartieren, alle Farben auslöschend, außer der eigenen. Faszinierend seine Größe, faszinierend seine Unübersichtlichkeit, sein verschwenderisches Fluidum des globalen Fortschrittes.

Mit der Farbe Blau, die sich dem Lichtraum des Hafens zeichnend, konturierend, skizzierend einschreibt, tritt ein ironisches Kehrwieder ein. Meer, Himmel und Hafen bleiben dem Klischee ewig blau, egal, wie wenig blau und wie sehr industrialisiert sie auch sein mögen.

Es kehrt zurück als leuchtende Differenz, und unterscheidet sich von der Wirklichkeit wie jede Idee, die ihren Anfang verloren hat. Um einen neuen Beginn zu stiften, eine neue Sichtbarkeit, eine neue Identität.

Reale Unwirklichkeiten im Blue Port Hamburg

Der Licht- und Zeichenraum Blue Port Hamburg zeigt mit seiner Reduktion auf die Raum prägenden Elemente und die Stiftung unnützer Beziehungen, dass wir keine Anhäufung von Events, sondern immer noch Mythen brauchen: Reale Unwirklichkeiten, die die kollektive Wahrnehmung berühren und die individuelle Entdeckungslust beflügeln. Denn wir alle haben irgendwo eine blaue Heimat.

Der Hafen, der auch ein Hafen für die Kunst wird, zeigt seine schönsten Transfers und Transporte an den Kailinien eines gewissermaßen asymmetrischen Umschlages. Wo massenhaft Produkte und Güter umgeschlagen werden, schlägt auch Wirklichkeit um. Von der Unwahrscheinlichkeit in die Sichtbarkeit einer heiteren Träumerei.

Die allerdings ist begrenzt, so wie fast alles an einem Ort, wo alle Dinge, die kommen, nur einen Wert haben, wenn sie wieder gehen. Projekte der Lichtkunst, denen die Zeitlichkeit schon in ihre Kondition eingeschrieben ist, gehören ausnahmslos dazu. Sie glänzen und leuchten am stärksten, wenn das Licht verloschen ist. Als flüchtiger Spiegel der Welt und des Lebens spiegeln sie somit auch deren dunkelste Melancholie. Und deren stärkste Sehnsucht.