Blue Port Hamburg Lichtkunst im Hamburger Hafen

„Blue Port Hamburg" ist die weltweit einmalige Inszenierung eines pulsierenden Hafens. Der Lichtkünstler und Dramaturg Michael Batz lässt den Hamburger Hafen alle zwei Jahre im schimmernden Blau erstrahlen. 

Blue Port Hamburg

Blue Port Hamburg

Mit über 10.000 Licht-Elementen an rund hundert prägnanten Gebäuden, Hafen-Industrieanlagen und Schiffen verwandelt der Hamburger Lichtkünstler Michael Batz den Hamburger Hafen seit 2008 alle zwei Jahre in eine magisch leuchtende Bühne. Der Blue Port 2017 beginnt am 1. September mit einem offiziellen „Einleuchten"  ab ca. 20:45 Uhr. Michael Batz startet durch die Betätigung eines Knopfes vom Hanseatic Trade Center an der Kehrwiederspitze die Illuminierung am Hamburger Hafen. Zahlreiche Schiffe – Barkassen, Fähren und sogar ein Schwimmkran der HHLA – bilden dabei eine blau illuminierte Hafen-Parade. Nach dem Light Up erstrahlt der Hafen noch bis zum 10. September parallel zu den Cruise Days Hamburg (8. bis 10. September 2017) in blauem Licht. Anders als in den Jahren zuvor teilt Michael Batz den Blue Port Hamburg 2017 in zwei Phasen ein: Vom 1. bis 7. September als Blue Port Art und dann parallel zu den Cruise Days vom 8. bis 10. September als Blue Port Event. 

Das Konzept

Durch die Inszenierung mit blauem Licht wird der Hafen zu einem künstlerischen Lichtraum. Der „Blue Port Hamburg" versteht sich als ein komplexes Ensemblewerk aus beständigen (Kais, Pontons, Terminals, Gebäude, Brücken, Türme, Krane etc.), mobilen (Schiffe, Passanten) und liquiden (Wasser, Reflexionen) Anteilen. Das Programmgebiet umfasst bei einer Uferstrecke von ca. vier Kilometern ein Areal von ca. sechs Quadratkilometern. Die Lichtsprache setzt auf zeichnerisches Modellieren, auf Leuchten und Reflexion. Ziel ist es, den Hafen durch das Licht so zu verfremden, dass der Betrachter wieder empfänglich ist für das, was vor den eigenen Augen geschieht. Feine Veränderungen in der Lichtinszenierung beeinflussen die Wahrnehmung. Hamburger nehmen ihren Hafen wieder bewusst wahr und lernen seine Schönheit schätzen.

Die Farbe Blau

Die Lichtfarbe Blau hat die Eigenschaft, auch schwerste Objekte transparent zu machen und zum Schweben zu bringen. Umso mehr am blauen Element selbst, dem Wasser. Für Michael Batz ist blau auch die Farbe des 20. Jahrhunderts und deren Protagonisten. 

Von Yves Klein über Picasso bis zum Blauen Reiter. Dazu kommen noch ganz praktische Gründe: Es ist die einzige Chance sich gegen das Betriebslicht in Gelb und Weiß durchzusetzen, Rot und Grün sind natürlich tabu. Je nach Frequenz ist Blau auch eine sehr angenehme Farbe, die laut Goethes Farbenlehre anregt, aber nicht aggressiv durchdringt, sondern nachwirkt. In der Wahrnehmung strahlt Blau Ruhe und Gelassenheit aus.

Eckdaten

Projektzeitraum
1 bis 10. September 2017
Light up
1. September 2017
Konzeptionelle Vorbereitungszeit
ca. 1 Jahr
Organisatorische Vorbereitungszeit
4 Monate
Aufbauzeit
5 Wochen
Konfektionierung von Leuchten
u.a. in den Werkstätten der Ev. Stiftung Alsterdorf
Fahrzeuge
1 Vierzig-Tonnen-LKW, 5 Transporter, 4 PKW, 1 Motorrad und 3 Fahrräder
Lagerung Material
5 Vierzig-Fuß-Container und 80 Gitterboxen
Projektstrecke im Hafen (beidseitig der der Elbe)
8,5 km
Baustellen
ca. 140 Gebäude, Kaistrecken, Krane, Anleger, Pontons, Docks, Brücken etc.
Leuchten Leuchtstoff
8.000
Leuchten LED
ca. 2.000
Leuchtmittel/Filter für Bestandsleuchten
3.000
Kabelbinder
15.000
Steckdosen
900
Kabel
50 km
Aluminiumgittergerüste (Traverse)
1,5 km
Feste Lichtquellen
ca. 10.500
Bewegte Lichtquellen
ca. 150
Stromverbrauch 3.000 Bestandsleuchten
50 Watt pro Leuchte
Stromverbrauch 9.000 installierte Leuchten
durchschnittlich 60 W pro Leuchte
Höchste Baustelle
Dachspitzen der Elbphilharmonie (110 Meter)
Anspruchsvollste Baustellen
Elbphilharmonie, Köhlbrandbrücke, Sasol Wax
Anzahl bespielter Container-Terminals
5
Anzahl bespielter Kreuzfahrtterminals
3
Highlights (unter anderem)

Balkone an der Elbphilharmonie, Astraturm, Röhre im Alten Elbtunnel, bewegliche Installationen (Wellen am Zaun von Sasol Wax), sich im Wasser spiegelnde Skulpturen, Illuminierte Seezeichen, Container-Skulptur HH, Fahrende VCs, Traditionsschiffhafen, Großmarkthalle

Wasserverbrauch pro Person/Tag
2,5 Liter
Wasserverbrauch gesamt (inkl. Abbau)
5.000 Liter
Baustellen nördlich der Elbe

Norderelbbrücke, Unikai Terminal, Großmarkthalle, HafenCity Universität, Baufeld ECE / Strabag neben HCU, Höft Segelschiffhafen, Traditionschiffhafen HafenCity (Kräne und Anleger), Speicherstadt Brücken, Chilehaus, Columbushaus, Elbphilharmonie, Boulevard öffentliche Beleuchtung, City Sporthafen, Feuerschiff, Baggerei, Tollgebäude, Überseebrücke, Alte Wache Kehrwieder, Halunder Jet, Cap San Diego, Landungsbrücken Ponton, Landungsbrücken Uhrturm, Alter Elbtunnel innen und außen, Rickmer Rickmers, Block Bräu, CityLight-Vitrinen JCDecaux, HADAG Gebäude und Typschiffe, Fischauktionshalle, Fischmarkt Anleger, Holzhafen (Historische Krane Holzhafen, B & L-Gebäude, Cruise Terminal Altona, HHLA Fischmarkt Alte Krane, Augustinum, Fairplay Schlepper, Bugsier Schlepper, Kotug Schlepper, Barkassen Meyer, St. Michaelis Turm, Union Investment

Baustellen südlich der Elbe

Steinweg Terminal, Sasol Wax Gelände, Shell Gelände, Norderwerft Anleger, Theater im Hafen, Theater an der Elbe, Blohm & Voss viele Positionen, B & V Wohnhäuser am Elbtunnel, Köhlbrandbrücke, HHLA Container Terminal Altenwerder, HHLA Container Terminal Tollerort, HHLA Container Terminal Burchardkai, Hafenmuseum 50er Strecke, Hamburg Wasser, Eurogate Terminal

Zu Michael Batz

Michael Batz, geboren am 25. August 1951 in Hannover, ist Dramaturg, Autor, Regisseur und Lichtkünstler. Die Macht des Lichtes entdeckte er früh, als er während seiner Arbeit als Stückeschreiber an der Marburger Studiobühne bei Proben als Beleuchter eingesetzt wurde.  

Seit 1976 in Hamburg ansässig, arbeitete er als Dramaturg auf Kampnagel, schrieb Hörspiele, Theater- und Dokumentarstücke und kämpfte um Genehmigungen für erste Lichtprojekte am Alsterhaus. An Schwung bekamen seine Lichtprojekte 1999, als Batz “Mozart. Amerika” inszenierte. Dabei nutzte er die Speicherstadt als beleuchtete Bühne. Besucher fuhren durch angestrahlte Fleete und hörten Arien aus “Don Giovanni”. Auf einer Reise in Shanghai sah er leuchtende Mandarin-Hüte und chinesische Symbole auf Hausdächern. Da kam ihm die Idee, 2006 in Hamburg, dem Tor zur Welt, blau leuchtende Tore auf 175 Dächern zu installieren.

Seit 2008 erstrahlt der Hamburger Hafen alle zwei Jahre in blauem Licht. “Blue Port Hamburg” ist die weltweit einmalige Inszenierung eines pulsierenden Seehafens und erlangte national und international hohe Anerkennung als kulturelles Ereignis. Neben den Hamburger Lichtprojekten gestaltete Batz das historische Kaiviertel in Salzburg, den Marktplatz in Schwäbisch Hall, das Kölner Rheinufer, Schloss Bellevue in Berlin. Zum 60. Gründungsjahr der Bundesrepublik, setzte er den Berliner Reichstag ins rechte Licht. Ferner illuminierte er das berühmte Theatro Municipal de São Paulo der brasilianischen Metropole.

Batz’ Verbindung zum Hafen und der Speicherstadt spiegelt sich auch in der Inszenierung des “Jedermann” von Hugo von Hofmannsthal wider. Seit über 20 Jahren wird es in der Speicherstadt aufgeführt und zieht Jahr für Jahr tausende Zuschauer in seinen Bann.
Batz erhielt im Laufe seiner Karriere als Dramaturg und Lichtkünstler zahlreiche Auszeichnungen darunter den Alexander Zinn Preis der Stadt Hamburg, den LUCI (International City People Light Award), den Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater, die Herbert-Wehner-Medaille und die Hafenmedaille der Bild-Zeitung. 

Lichtkunst im Hamburger Hafen
„Blue Port Hamburg" ist die weltweit einmalige Inszenierung eines pulsierenden Hafens. Der Lichtkünstler und Dramaturg Michael Batz lässt den Hamburger Hafen alle zwei Jahre im schimmernden Blau erstrahlen. 
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