Börse Hamburg Die älteste Börse Deutschlands

Vor allem Standorte wie Frankfurt, New York oder London sind für ihre Börsen bekannt. Der Handel mit Wertpapieren, Aktien und Waren hat jedoch auch in Hamburg eine lange Tradition: Die Börse der Hansestadt ist die älteste aktive Börse Deutschlands und vereint heute vier eigenständige Institutionen unter einem Dach.

1 / 1

Hamburger Börse

Die Hamburger Börse

Die Hamburger Börse ist ein traditionsreicher Umschlagplatz für Transaktionen mit Wertpapieren, Fondsanteilen sowie für den Versicherungs- und Getreidehandel. Das spätklassizistische Gebäude, in dem sich die Hamburger Handelskammer und die Börse heute befinden, ist über den Innenhof mit dem Rathaus verbunden und vereint verschiedene Einzelbörsen. Interessierte Besucher können die Börse kostenlos besichtigen und mithilfe von Audio-Guides erkunden.

Die Einzelbörsen 

Alle Börsen, mit Ausnahme der Kaffeebörse und der Wertpapierbörse, befinden sich heute in dem Börsengebäude in der Hamburger Innenstadt. Die Allgemeine Börse konzentriert sich auf den Markt der Immobilienwirtschaft: Auf dem Parkett werden Transaktionen mit Bürogebäuden, Lagerhallen oder Stadtvillen durchgeführt. Zudem besitzt die Hamburger Börse die einzige Versicherungsbörse ihrer Art in Europa. Insbesondere mit Versicherungen für Transporte und Feuer- oder Haftpflichtversicherungen der Industrie wird in der Hamburger Börse gehandelt. Die Getreidebörse ist die einzige Warenbörse, die ihren Sitz innerhalb der Hamburger Börse hat. Sie ist auf den Handel mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln und Hülsenfrüchten spezialisiert. Die früher tägliche Zusammenkunft der Händler auf dem Börsenparkett mit Getreideproben ist heute auf drei Präsenzbörsen im Jahr beschränkt.

Wertpapierbörse Hamburg

Neben dem klassischen Handel von Aktien, Anleihen, Genussscheinen usw. hat sich die Börse Hamburg auf den Handel von offenen sowie geschlossenen Fonds spezialisiert. Der regelmäßige Handel mit Wertpapieren begann bereits im Jahr 1815, womit die Wertpapierbörse Hamburg die älteste ihrer Art in Deutschland ist. Seit 1999 gehört die Börse Hamburg zusammen mit der Börse Hannover zur gemeinsamen Trägergesellschaft BÖAG Börsen AG. Als regionaler Index gilt der HASPAX, ausgegeben von der Hamburger Sparkasse (Haspa), in dem 25 börsennotierte Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg zusammengefasst sind. Die Wertpapierbörse befindet sich seit 2005 im Rathausmarkt-Hof.

Geschichte der Börse Hamburg

Mit ihrer Entstehung im Jahr 1558 ist die Hamburger Börse die älteste aktive Händlerzusammenkunft in Deutschland. Die Hamburger Kaufleute erwarben vom Stadtrat das Recht auf eine tägliche Zusammenkunft und trafen sich zunächst auf einem freien Platz an der Trostbrücke in der Altstadt. Die Brücke bildete früher den Übergang von der Alt- in die Neustadt und lag somit verkehrsgünstig. Gegenüber des ehemaligen Rathaus Hamburg wurde dort täglich mit Waren wie englischer Tuche und Frachten, aber auch mit Versicherungen und Wertpapieren gehandelt. Als schließlich der Warenhandel zunahm, wurde dort ab 1577 ein Neubau für die Hamburger Börse errichtet. 

Im Jahr 1841 zog die Börse schließlich in einen neu errichteten Gebäudekomplex am Adolphsplatz in der Hamburger Innenstadt, in dem sie sich auch heute noch befindet. An die Börse im Hafenareal, die beim Großen Brand 1842 weitestgehend zerstört wurde, erinnert heute nur noch der Straßenname „Zur Alten Börse". Der Neubau wurde vom Brand kaum beeinträchtigt und ist mit seinem spätklassizistischen Stil und dem Börsensaal, der unter Denkmalschutz steht, ein imposantes Bauwerk der Hamburger Innenstadt. Die Verzierungen, die an an den Eingangstoren zu sehen sind, bilden die Handelszweige der Börse ab.