Behörde für Inneres und Sport

Feuerwehr als Beruf Ausbildung zum/zur Brandmeister/in

Mit dem Abschluss einer beliebigen anerkannten dreijährigen Berufsausbildung können Sie sich für den 18-monatigen Vorbereitungsdienst bewerben und anschließend in verantwortungsvoller Tätigkeit bei der Feuerwehr Hamburg arbeiten.

Die Ausbildung zur Brandmeisterin/ zum Brandmeister

  

Einstellungsvoraussetzungen

Sie verfügen mindestens über einen ersten allgemeinbildendenden Schulabschluss (Hauptschulabschluss) und haben bereits eine abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

Sie besitzen das Deutsche Schwimmabzeichen Silber. Der Nachweis darf nicht älter als zwei Jahre sein und ist für die Bewerbung erforderlichenfalls erneut abzulegen. Zudem besitzen Sie den Führerschein der Klasse B.

Sie absolvieren erfolgreich das Auswahlverfahren, das aus einer schriftlichen, physischen, handwerklichen, mündlichen und ärztlichen Eignungsprüfung besteht (siehe unten).

Sie sind nach dem Ergebnis der Untersuchung beim Personalärztlichen Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg uneingeschränkt feuerwehrdiensttauglich. Das bedeutet u. a., dass Sie mit Ihrem Körpergewicht in einem Bereich des Körper-Masse-Indexes (BMI) zwischen 18 und 27,5 kg/m² liegen. Als Mindestgröße für den feuerwehrtechnischen Einsatzdienst werden 165 cm empfohlen. Die maximale Körpergröße sollte 195 cm betragen. Die Anforderung an die Tagessehschärfe darf ohne Korrektur 30% auf beiden Augen nicht unterschreiten. Bei einer vorhandenen Brille/Sehhilfe darf die Korrektur ± 3 Dioptrien nicht überschreiten.

Am Tag der Einstellung sind Sie höchstens 35 Jahre alt.

  

Ausbildung

Der Vorbereitungsdienst WORK-UP dauert 18 Monate. Hier lernen Sie alles über die Grundlagen der Biologie, Chemie, Physik, Feuerwehrtechnik und Einsatztaktik. Sie werden in allen Funktionen des Löschfahrzeugs und zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter ausgebildet. Zudem erhalten Sie eine Atemschutzgeräteträgerqualifizierung und absolvieren das Rettungsschwimmabzeichen sowie das deutsche Feuerwehr-Fitness-Abzeichen. Sofern Sie noch keinen Führerschein der Klasse C (Lkw) besitzen, erwerben Sie diesen im Rahmen der Ausbildung. Sie erhalten eine Unterweisung im Fahren mit Sonder- und Wegerechten sowie ein Fahrsicherheitstraining. Der Unterricht an der Feuerwehrakademie beinhaltet nicht nur theoretischen Unterricht, sondern auch viele praktische Übungen. Zwischen den Lehreinheiten an der Feuerwehrakademie finden regelmäßig Praktika an den Feuer- und Rettungswachen sowie in Krankenhäusern statt.

Die Ausbildung wird im Beamtenstatus auf Widerruf absolviert. Sie sind dann Brandmeister-Anwärterin bzw. Brandmeisteranwärter und erhalten während der Ausbildung Anwärterbezüge sowie einen Anwärtersonderzuschlag gemäß des Hamburgischen Besoldungsgesetzes. Darüber hinaus bekommen Sie Zulagen für geleistete Nachtdienste und ggf. Familienzuschläge, wenn Sie verheiratet sind und/oder Kinder haben. Die Feuerwehrzulage beziehen Sie nach dem ersten Dienstjahr. Als Beamtin/Beamter zahlen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge.

Verdienstbeispiel 1 in der Ausbildung:

Brandmeister-Anwärter/in, ledig, keine Kinder, 1. Dienstjahr

Anwärtergrundgehalt1.168,18 Euro
Anwärtersonderzuschlag1.168,18 Euro
Gesamtbrutto*2.336,36 Euro

Verdienstbeispiel 2 in der Ausbildung:

Brandmeister-Anwärter/in, verheiratet, zwei Kinder, 2. Dienstjahr

Anwärtergrundgehalt1.168,18 Euro
Anwärtersonderzuschlag1.168,18 Euro
Feuerwehrzulage im 2. Jahr63,69 Euro
Familienzuschlag verheiratet131,73 Euro
Familienzuschlag zwei Kinder225,28 Euro
Gesamtbrutto*2.757,06 Euro

*Nacht- und Feiertagszuschläge sind in diesen Beispielen nicht enthalten. 

  

Berufsbild

Die Feuerwehr ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit. Wir haben dazu eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden, die sich in 24-Stunden-Schichten aufteilt. Der Dienst beginnt und endet um 7 Uhr morgens. Feuerwehreinsatzkräfte sind multifunktional ausgebildet. Daher werden die Feuerwehrfrauen und -männer abwechselnd in verschiedenen Funktionen auf dem Rettungswagen oder einem Löschfahrzeug eingesetzt.

Als Feuerwehrfrau bzw. Feuerwehrmann ist es Ihre Aufgabe, Menschen in Notsituationen zu helfen und Sachwerte zu schützen. Dazu gehört neben dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung vor allem der Rettungsdienst, der mit über 88% den größten Anteil aller Einsätze verbucht.

Im Rettungsdienst versorgen Sie erkrankte oder verunfallte Patientinnen und Patienten, die beispielsweise einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder schwere Verletzungen erlitten haben. Für die qualifizierte rettungsdienstliche Versorgung arbeiten Sie mit modernstem medizinischem Equipment. Im Brandschutz werden Sie mit vielseitigen Aufgaben konfrontiert – vom qualmenden Papierkorb über brennende Wohnungen bis hin zur Bekämpfung von Großbränden. In der Brandbekämpfung arbeiten Sie im Angriffstrupp, Wassertrupp oder als Maschinist. Im Rahmen der technischen Hilfeleistungen schneiden Sie zum Beispiel Fahrzeuge nach Verkehrsunfällen auseinander und sichern Unfallstellen.

Nach den Einsätzen werden die Einsatzberichte verfasst und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht. Die einsatzfreie Zeit an den Wachen wird für Übungsdienste, Fortbildungen, Dienstsport und soziale Aktivitäten genutzt. Das Einnehmen gemeinsamer Mahlzeiten ist eine Selbstverständlichkeit, solange kein Einsatz dazwischen kommt. In der Bereitschaftszeit können Sie eigenen Beschäftigungen nachgehen und beispielsweise Sport treiben oder sich ausruhen.

Die Arbeit bei der Feuerwehr ist sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Im Einsatz erwarten Sie immer wieder unvorhergesehene Ereignisse, die eine schnelle Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit fordern. Dabei sind Teamfähigkeit, sehr gute Fachkenntnisse und ein einfühlsamer Umgang mit Betroffenen und Angehörigen sehr wichtig. Konfrontationen mit schweren Verletzungen, Unfällen und dem Tod setzen neben der körperlichen auch eine psychische Belastbarkeit voraus. Aber keine Sorge, Sie sind nie alleine! Freuen Sie sich auf ein tolles Team und vielfältige Aufgaben!

  

Bewerbung

Jährlich beginnen fünf bis sechs Ausbildungsgänge über das gesamte Jahr verteilt. Wir führen regelmäßig Einstellungstests durch, sodass Sie sich das ganze Jahr über bewerben können. Da das Auswahlverfahren mehrere Monate in Anspruch nehmen kann, können Sie Ihre Bewerbung bereits sechs Monate vor Abschluss Ihrer Berufsausbildung bei uns einreichen.

Senden Sie uns gern Ihre schriftliche Bewerbung mit dem Betreff „Bewerbung für den Vorbereitungsdienst WORK-UP, Vorname Nachname“ und folgenden Unterlagen

  • Bewerbungsbogen
  • individuelles Bewerbungsanschreiben mit Unterschrift
  • Lebenslauf in tabellarischer Form mit Unterschrift
  • Gesellenbrief, Abschlusszeugnis der Berufsausbildung
  • Schulabschlusszeugnis
  • Führerschein Klasse B
  • Nachweis über das Schwimmabzeichen Silber (darf nicht älter als zwei Jahre sein)
  • ggf. Nachweise zu beruflichen Tätigkeiten, Praktika, ehrenamtlichem Engagement 

an

Feuerwehr Hamburg
Personalauswahlzentrum
Westphalensweg 1
20099 Hamburg

oder per E-Mail an personalauswahlzentrum@feuerwehr.hamburg.de als einteiliges PDF-Dokument.

Achtung: Unvollständige Bewerbungen führen zum Ausschluss aus dem Auswahlverfahren. Bitte reichen Sie nur Kopien ein, da wir keine Bewerbungen zurückschicken. Da ein Großteil des Schriftverkehrs elektronisch abgewickelt wird, bitten wir Sie, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben und regelmäßig Ihren Posteingang und Spam-Ordner zu überprüfen. Bei Onlinebewerbungen achten Sie bitte darauf, dass alle Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammengefügt sind und die Gesamtgröße Ihrer E-Mail (inklusive PDF-Anhang) nicht 5 MB übersteigt. Bitte versehen Sie sowohl die E-Mail mit einem präzisen Betreff (siehe oben) als auch das einteilige PDF-Dokument mit einem eindeutigen Dateinamen. Im Textfeld Ihrer E-Mail geben Sie bitte Ihre vollständigen Kontaktdaten an.

  

Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren für die Ausbildung WORK-UP gliedert sich in sechs Teilbereiche.

Teil 1: Schriftlicher Test
Mithilfe des theoretischen Eignungstestes verschaffen wir uns Aufschluss über Ihr Allgemeinwissen, Ihre Rechtschreib- und Zeichensetzungsfähigkeit sowie Ihre Befähigung zum mathematischen, naturwissenschaftlichen, abstrakten und logischen Denken. Außerdem prüfen wir mit diesem Test Ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Ihr technisches Verständnis und Ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit.

Teil 2: Höhentauglichkeitstest
Wir gehen davon aus, dass Sie keine Höhenangst haben, wenn Sie sich bei uns bewerben. Dennoch wollen wir uns davon vergewissern und lassen Sie auf eine 20 m hohe Drehleiter steigen.

Teil 3: Physischer Eignungstest
Der physische Eignungstest wird in einer Sporthalle durchgeführt und besteht aus acht Testaufgaben, bei denen Sie Ausdauer, Kraft und Koordination zeigen müssen. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Anforderungen finden Sie hier.

Teil 4: Handwerklicher Eignungstest
In diesem praktischen Prüfungsteil überprüfen wir Ihr handwerklich-technisches Geschick und Verständnis.

Teil 5: Interview
Im Rahmen eines Einzelgespräches machen wir uns ein Bild von Ihren persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten sowie Ihrer Motivation für die angestrebte Ausbildung.

Teil 6: Personalärztliche Tauglichkeitsuntersuchung
Die uneingeschränkte Feuerwehrdiensttauglichkeit ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Bestehen des Eignungsverfahrens. Zur Überprüfung Ihrer gesundheitlichen Eignung erhalten Sie einen Termin beim Personalärztlichen Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg.

  

Karriere

Nach Abschluss der Ausbildung werden Sie als Feuerwehrbeamte bzw. Feuerwehrbeamter im Rettungsdienst und auf dem Löschzug an einer der Feuer- und Rettungswachen im Hamburger Stadtgebiet eingesetzt. Ja nach Interesse und Qualifikation werden Ihnen verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten (z.B. Höhenretter/in, Fachlehrer/in, Taucher/in, Leitstellendisponent, Wachausbilder/in). Besonders freuen wir uns darüber, dass wir Ihnen bedarfsgerecht eine zusätzliche Ausbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter anbieten können.

Ihre Karriere beginnt als Brandmeisterin/Brandmeister in der Besoldungsgruppe A7. Leistungsabhängig können Sie in der Laufbahngruppe 1 weiter in die Besoldungsgruppen A8 (Oberbrandmeisterin / Oberbrandmeister) und A9 (Hauptbrandmeisterin / Hauptbrandmeister) aufsteigen. Sind Sie fachlich und persönlich geeignet und haben die erforderlichen Lehrgänge absolviert, steht Ihnen sogar ein Aufstieg in die Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Feuerwehr offen.

Verdienstbeispiel 1:

Brandmeister/in, A7, Stufe 1, ledig, keine Kinder

Grundgehalt A7, Stufe 12.422,41 Euro
Allgemeine Zulage20,50 Euro
Feuerwehrzulage nach dem 2. Jahr127,38 Euro
Gesamtbrutto*2.570,29 Euro

Verdienstbeispiel 2:

Brandmeister/in, A7, Stufe 4, verheiratet, 1 Kind

Grundgehalt A7, Stufe 42.655,31 Euro
Allgemeine Zulage20,50 Euro
Feuerwehrzulage nach dem 2. Jahr127,38 Euro
Familienzuschlag verheiratet131,73 Euro
Familienzuschlag Kind112,64 Euro
Gesamtbrutto*3.047,56 Euro

*Nacht- und Feiertagszuschläge sind in diesen Beispielen nicht enthalten.

Sofern Sie verheiratet sind und/oder Kinder haben erhalten Sie Familienzuschläge. Als Beamtin/Beamter zahlen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge. Um Ihr Nettogehalt zu ermitteln, nutzen Sie bitte den Besoldungsrechner.

Flyer-Download

Laufbahngruppen der Feuerwehr Hamburg, 302 KB