Behörde für Schule und Berufsbildung

BQ 11 Schulinspektion FAQs

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

FAQs


Übergreifende Fragen

1. Sind alle Schulen bereits einmal inspiziert worden?
Bis zum Frühjahr 2013 sind alle staatlichen Hamburger Schulen einmal inspiziert worden.
Nach einer Pilotphase im Sommer 2012 inspizieren wir seit dem Frühjahr 2013 die Schulen mit einem veränderten Verfahren zum zweiten Mal.

2. Wem ist die Schulinspektion unterstellt?
Die Schulinspektion gehört zur Abteilung Schulinspektion und Systemmonitoring des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ). Das IfBQ ist Teil der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) der Freien und Hansestadt Hamburg. In ihrer Beurteilung der Schulen ist die Schulinspektion unabhängig und an keine Weisungen gebunden.


Aufbau der Inspektion

1. Welche Qualifikationen haben die Inspektorinnen und Inspektoren?
Die Schulinspektorinnen und -inspektoren haben vielfältige berufliche Hintergründe in Schule, Wirtschaft und Wissenschaft.
Die Schulinspektorinnen und -inspektoren erhalten vor der selbstständigen Leitung von Inspektionen eine etwa viermonatige Zusatzausbildung.

2. Wer arbeitet in der Inspektion?
Das Team der Schulinspektion besteht derzeit aus:

  • 2 Leitungsmitgliedern
  • 9 hauptamtlichen Inspektorinnen und Inspektoren
  • 2 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, 1 wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • 1 Verwaltungsangestellten

3. Wer führt die Inspektion durch?
Ein Inspektionsteam besteht aus zwei hauptamtlichen Inspektorinnen/Inspektoren (Teamleitung und Schulinspektor/in) und einem Leitungsmitglied einer Schule der gleichen Schulform (Schulformexperte/in).
Bei beruflichen Schulen kommt noch eine vierte Person als Vertretung der Wirtschaft hinzu.


Evaluation

1. Welches Qualitätsverständnis liegt der Inspektion zu Grunde?
Grundlage für die Arbeit der Schulinspektion sind der Orientierungsrahmen Schulqualität (PDF) und der dazugehörige Leitfaden. Die Schulinspektion berücksichtigt neben dem Orientierungsrahmen die aktuellen Entwicklungen der Schulforschung und die Anforderungen der Schulpolitik. Indem wir uns auf diese Entwicklungen einstellen, gewährleisten wir die stetige Verbesserung unseres Inspektionshandelns.

2. Werden die Instrumente veröffentlicht?
Die Fragebögen und der Bogen zur Einsichtnahme in Lehr-/Lernsituationen (Unterrichtsbeobachtungsbogen) sind auf dieser Homepage unter Instrumente veröffentlicht.

3. Wird die besondere Situation der einzelnen Schule berücksichtigt (sozio-kultureller Hintergrund der Schülerinnen und Schüler, Lage der Schule im Stadtteil)?
Jede Schule hat eine besondere Ausgangssituation. Ihre Stärken und Schwächen sind nur vor diesem Hintergrund zu verstehen, den wir berücksichtigen werden.

4. Wie sieht der Bericht aus?
Im 2. Zyklus besteht der Bericht im Kern aus einer dreiseitigen Zusammenfassung der Ergebnisse und zusätzlichen Informationen von ca. 45 Seiten. Der Bericht und seine Ergebnisse sind nicht mit denen des 1. Zyklus vergleichbar.

5. Wie können Sie in 20 Minuten die Qualität des Unterrichts beurteilen?
Ziel der Beobachtungen ist es, mittels einer hohen Zahl von Einzelbeobachtungen Aussagen zur allgemeinen  Qualität und Kultur des Unterrichts der Schule zu treffen. Wir beobachten dabei insbesondere methodisch-didaktische Aspekte des Unterrichts, die sich in den 30 Kriterien unseres Unterrichtsbeobachtungsbogens abbilden (siehe Instrumente). Dazu führen wir in Grundschulen in der Regel ca. 40 Unterrichtsbeobachtungen durch; in weiterführenden Schulen sind es etwa 80 und in beruflichen Schulen etwa 100 Beobachtungen. Es ist ausdrücklich nicht unsere Aufgabe, einzelne Unterrichtsstunden zu bewerten.
Für dieses Ziel hat sich bei einer Mindestanzahl von besuchten Unterrichten die Dauer von 20 Minuten je Sequenz als ausreichend erwiesen. Zudem verdeutlicht dieses Sammeln von Ausschnitten gerade, dass es uns nicht wie in einer regelhaften Hospitation um eine bewertende Rückmeldung zu einer gesamten Unterrichtsstunde geht.
Unsere Unterrichtsbeobachterinnen und -beobachter werden regelmäßig von unserem wissenschaftlichen Team geschult. Dieses überprüft kontinuierlich die Qualität der Unterrichtsbeobachtungen.

6. Wie kann ich weiterreichende Informationen zu der Unterrichtsbeobachtung und den Bewertungsmaßstäben erhalten?
Auf unserer Homepage finden Sie in den Rubriken Instrumente und Bewertung weiterführende Informationen, insbesondere auch zur Unterrichtsbeobachtung und -bewertung.


Ablauf

1. Wie werden die Schulen ausgewählt und informiert, die inspiziert werden?
Wir orientieren uns bei der Auswahl im zweiten Zyklus an der Reihenfolge der Inspektionen im ersten Zyklus. Mit Blick auf den Jahresbericht streben wir weiterhin eine repräsentative Auswahl aller Schulformen, -größen und -standorte im jährlichen Inspektionszyklus an. In Einzelfällen kann es zu Abweichungen in der Reihenfolge kommen, vor allem wenn Schulen zwischenzeitlich fusioniert oder geteilt worden sind.
Seit 2016 informieren in der Regel die Schulleitungen und Aufsichten bereits im Vorjahr, in welcher Kalenderwoche ihre Schule für eine Inspektion vorgesehen ist.

2. Welche Erhebungsformen werden in einer Inspektion verwendet?
Es gibt vier Formen der Datenerhebung:

  • a. Daten- und Dokumentenanalyse (u.a. Schulprogramm, Ziel- und Leistungsvereinbarung (ZLV),  Grunddaten über die Schule).
  • b. Schriftliche Befragungen von Schülerinnen und Schülern, Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern (für Berufsschulen auch Ausbildungsbetriebe).
  • c. Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der am Schulgeschehen beteiligten Gruppen.
  • d. Einsichtnahmen in Lehr-/Lernprozesse (Unterrichtsbeobachtungen).

3. Wie können sich Schulen auf die Inspektion vorbereiten?
Das Verfahren wird in einem Vorgespräch mit den Schulen eingehend erörtert.
Die Homepage der Schulinspektion bietet weiterführende Informationen.
Grundsätzlich empfiehlt sich natürlich für jede Schule auch unabhängig von einer Inspektion die intensive und langfristige Auseinandersetzung mit den Qualitätsvorstellungen des Orientierungsrahmens Schulqualität.

4. Welche Themen sind Gegenstand der Interviews?
Alle Fragen der Interviews beziehen sich auf den Orientierungsrahmen Schulqualität. Dabei fragen wir alle Gruppen (nur) nach den Bereichen, die sie selber betreffen. Die Personalführung kann z.B. Thema in den Interviews mit der Schulleitung und dem der Pädagoginnen und Pädagogen sein. Die Eltern, die Schülerinnen und Schüler oder die Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungsbetriebe fragen wir hierzu nicht.

5. Muss eine Person ggf. auch mehrere Fragebögen ausfüllen?
Nein, wenn Eltern mehrere Kinder in der Schule haben, füllen sie nur den Fragebogen für das älteste Kind aus.
Ja, wenn die Person in mehreren Funktionen/Rollen am Schullalltag teilnimmt. Zum Beispiel: Pädagoginnen und Pädagogen, die auch Kinder an der Schule haben, füllen den Pädagogenfragebogen und einen Eltern-Fragebogen für das (älteste) Kind aus.

6. Wie werden Erzieher/innen, Sozialpädagog/innen und Sonderpädagog/innen beteiligt?
Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller pädagogischen Professionen nehmen an der Online-Befragung teil. Bei dem Pädagog/innen-Interview hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn möglichst alle pädagogischen Professionen in ihm vertreten sind.

7. Nehmen Referendarinnen und Referendare auch an der Befragung teil?
Ja.

8. Wieso besuchen Sie bei den Unterrichtsbeobachtungen einige Klassen und Pädagoginnen/Pädagogen häufiger als andere?
Welchen Unterricht wir uns ansehen, wird von unserem Wissenschaftsteam in einer Zufallsstichprobe festgelegt. Da wir die Unterrichtskultur einer Schule bewerten und nicht die einzelne Lehrkraft oder Klasse, kann es zu Häufungen kommen.

9. Wer erhält den Bericht?
Die Schulleitung sowie in Kopie die zuständige Schulaufsicht.
Die Schulleitung ist gehalten, die Ergebnisse der Schulinspektion schulöffentlich zu machen.
Im zweiten Inspektionszyklus wird die Zusammenfassung des Berichts (ca. 3 Seiten) im Internet veröffentlicht: www.hamburg.de/inspektionsberichte