Behörde für Schule und Berufsbildung

Unterricht Rekordwert beim Schulschwimmen

Zielzahl erreicht: Mehr Kinder als jemals zuvor lernen in der Grundschule schwimmen

Aus Anlass des heute in der Bürgerschaft zu behandelnden Antrags zum Thema Schulschwimmen erklärt die Schulbehörde: Die Schwimmfähigkeit von Hamburger Grundschülern nimmt weiterhin zu. Die Maßnahmen der Schulbehörde zeigten schon in den Vorjahren Verbesserungen. Nun wurden erstmals seit der Neuausrichtung des Schwimmunterrichts 2006 einige der hochgesteckten Ziele erreicht. Im Schuljahr 2016/17 konnten 11.382 Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit das Seepferdchen vorweisen. Das sind 625 mehr als im Vorjahr. Trotz gestiegener Schülerzahlen ist das auch eine prozentuale Verbesserung auf nun 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die nachweislich schwimmen können. Beim Bronzeabzeichen ist die Entwicklung noch beachtlicher: Hier stehen 8.368 erfolgreiche Kinder 7.088 aus dem Vorjahr gegenüber (+ 1.280). Die Erfolgsquote von 64 Prozent stellt einen Zuwachs von rund 12 Prozentpunkten dar.

Rekordwert beim Schulschwimmen

Erstmals erreicht Hamburg damit im Bereich Bronze die ambitionierten Ziele, die in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen festgelegt sind. Beim Seepferdchen gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Dass gleichzeitig immer weniger Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Schwimmunterrichts schwimmen können, ist jedoch ein weiterer Beleg für den Erfolg der von Senator Rabe eingeführten Maßnahmen. Bis zum Schuljahr 2014/15 hatten die Schülerinnen und Schüler nur ein halbes Jahr Schwimmunterricht in der Grundschulzeit, seither ein ganzes Jahr. Zusätzlich zu dieser Verdoppelung des Unterrichts wurde auch die Ausstattung verbessert: Jeweils zwei Lerngruppen werden von drei und teilweise vier Fachkräften unterrichtet.

Schulsenator Ties Rabe: „Nun zeigt sich erfreulich deutlich, dass die von uns vorgenommenen Veränderungen greifen. Den Kindern das Schwimmen beizubringen ist eine wichtige Aufgabe, der wir uns mit Nachdruck angenommen haben. Die enorme Verbesserung beim Bronzeabzeichen weist den Weg. Noch haben wir beim Seepferdchen nicht die gewünschten Zielzahlen erreicht, doch auch hier werden wir weiterhin Fortschritte erzielen. Dass immer weniger Kinder vor Eintritt in den Schwimmunterricht an Wasser gewöhnt sind, erschwert die Aufgabe, doch wir sind zuversichtlich, in Zukunft weitere Steigerungen der Erfolgsquoten zu verzeichnen.“

Die Schulen können selbst entscheiden, die beiden Schwimmhalbjahre im selben Schuljahr stattfinden zu lassen, oder sie auf die Klassenstufen 3 und 4 aufzuteilen. Formlose Anträge der Schulen zum ganzjährigen Schwimmen werden von der Schulbehörde unbürokratisch genehmigt und dienen der Information der Schulbehörde. Untersuchungen zeigen zudem keinen Unterschied zwischen den beiden Modellen in Bezug auf den Erfolg der Kinder.

Hintergrund

2006 wurde der Schwimmunterricht an den Hamburger Schulen an Bäderland Hamburg und dem Verein Aktive Freizeit übertragen, wo er seitdem von qualifizierten Schwimmlehrkräften erteilt wird. Gleichzeitig wurden erstmals Zielzahlen festgelegt. So sollen am Ende der Grundschulzeit 95 Prozent aller Schüler das Schwimmabzeichen Seepferdchen erreichen, 66,5 Prozent das Schwimmabzeichen Bronze. Das Seepferdchen bekommt, wer vom Beckenrand in tieferes Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser heraufholen kann. Hamburg ist das einzige Bundesland, das so ambitionierte Ziele festgelegt hat und regelmäßig überprüft. Vergleichswerte anderer Bundesländer gibt es nicht. In sehr vielen Bundesländern gibt es ohnehin keinen flächendeckenden und systematischen Schwimmunterricht. Stichproben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) belegen beispielsweise für 2010 bundesweit im Schnitt nur 74 Prozent Seepferdchen-Abzeichen sowie 50 Prozent Schwimmabzeichen Bronze (oder besser) am Ende der Grundschulzeit.