Behörde für Schule und Berufsbildung

Studien- und Berufswahl Berufliche Orientierung stärken

Neues Handbuch bündelt Methoden zum Berufswahlprozess für Hamburger Oberstufenschülerinnen und -schüler

Die Hamburger Schulbehörde, die Agentur für Arbeit Hamburg und die Stiftung der Deutschen Wirtschaft haben mit Unterstützung lokaler Netzwerkpartner** ein umfassendes Unterrichtshandbuch konzipiert, das den Hamburger Gymnasien, Stadtteilschulen und Beruflichen Gymnasien ab nächstem Schuljahr flächendeckend zur Verfügung steht.  

Berufliche Orientierung stärken - Neues Handbuch als Entscheidungshilfe

Das 360 Seiten starke Unterrichtswerk fügt sich nahtlos in das neue Rahmenkonzept der Schulbehörde ein und unterstützt damit den Berufswahlprozess der Hamburger Oberstufenschüler. Berufsberater der Arbeitsagentur und Lehrkräfte wirkten daran mit, so dass ein handlungsorientiertes Unterrichtsmaterial geschaffen wurde, das hamburgspezifische Aspekte berücksichtigt. Für die Lehrkräfte wird das Methodenhandbuch zu einem wichtigen Baustein im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung.

„Mit dem neuen Rahmenkonzept zur Beruflichen Orientierung in der gymnasialen Oberstufe und dem neuen Handbuch wollen wir alle rund 24.000 Hamburger Oberstufenschülerinnen und -Schüler dazu befähigen, eine fundierte Berufswahlentscheidung zu treffen“, erklärt Bildungssenator Ties Rabe.

Sönke Fock, Chef der Agentur für Arbeit Hamburg, erhöht das Kompendium die Berufswahlkompetenz der Schüler, denn: „Ausbildungsangebote Hamburger Unternehmen, Studienangebote oder Duale Studiengänge unterscheiden sich zwar deutlich in ihrer Ausrichtung, konkurrieren aber um Abiturienten, wenn es um die Besetzung freier Stellen geht. Deshalb ist eine frühzeitige transparenzschaffende Berufs- und Studienorientierung unbedingt notwendig, weil zum einen der Anteil der Abiturienten inzwischen bei über 56 Prozent liegt und zum anderen ein anspruchsvoller Berufseinstieg nicht mehr nur über ein Studium zu realisieren ist. In den Stadtteilschulen gibt es bereits eine eng verzahnte und etablierte Berufsberatung für Schüler mit dem allgemeinen oder mittleren Schulabschluss. Daher begrüße ich ausdrücklich, dass die Berufs- und Studienberatung in der Oberstufe an unseren Gymnasien, Stadtteilschulen und Beruflichen Gymnasien intensiviert wird. Gerade durch die regionalen Aspekte, die im Handbuch aufgenommen wurden und der im Vorfeld engen Zusammenarbeit aller am Thema beteiligten Institutionen, werden Inhalte des Handbuches eine sehr gute Ergänzung im Unterricht sein.“ 

Ida-Ehre-Schulleiter Kevin Amberg:  Die Ida-Ehre-Schule wird in den Jahrgängen 5-13 von mehr als 1.300 Schülerinnen und Schülern besucht – etwa 350 von ihnen befinden sich in der gymnasialen Oberstufe. Seit Jahren wird bei uns die Berufs- und Studienorientierung in beiden Sekundarstufen intensiv schulintern und unter Einbeziehung externer Kooperationspartner weiterentwickelt. Im Jahrgang 11 ist ein von den Schülerinnen und Schülern hochgeschätztes Credit-Point-System etabliert. Über ein Internetforum arbeiten die Lernenden verbindlich und selbstgesteuert an Lernbausteinen. Auf dem Zeugnis gibt es eine eigenständige BO-Note. In der Studienstufe ist die Berufs- und Studienorientierung in das Seminarfach integriert. Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen in Vorhabenwochen an inner- und außerschulischen Veranstaltungen zur Berufs- und Studienorientierung teil. Ihre Erfahrungen dokumentieren die Lernenden in Portfolios. Als Pionier in der Berufs- und Studienorientierung ist unsere Schule bereits zum dritten Mal für das Gütesiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ rezertifiziert worden. Das Konzept in der gymnasialen Oberstufe hat schon eine mehr als 20-jährige Historie. Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen macht es uns stolz, dass über die Mitarbeit im Redaktionsgremium unsere Gedanken und einige Formate mit in das neue Unterrichtshandbuch einfließen konnten. Das neue Handbuch ist eine große Hilfe für die Heranführung der Lehrkräfte im Jahrgang 12 an die systematische Berufs- und Studienorientierung!

Dr. Arndt Schnöring, Generalsekretär der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, erklärt:  "Die Förderprogramme der Stiftung der Deutschen Wirtschaft unterstützen junge Menschen beim entscheidenden Übergang von der Schule in die Ausbildung oder an die Hochschule. Dabei ist es uns auch ein wichtiges Anliegen, unsere Konzepte und Methoden gezielt weiterzuentwickeln, damit sie im Bildungssystem breite Anwendung finden. Deshalb freut es uns sehr, dass wir unsere Expertise nun in das Vorhaben Berufliche Orientierung wirksam begleiten der Bundesagentur für Arbeit einbringen können."

Die Unterrichtseinheiten im Methodenhandbuch sind an die spezifischen Hamburger Bedingungen und Zielsetzungen des neuen Rahmenkonzeptes „Berufliche Orientierung in der Gymnasialen Oberstufe“ angepasst worden, daher sind sich alle Partner einig: „Die frühzeitige und systematische Berufsorientierung Hamburger Oberstufenschüler ist für Schulen, Lehrkräfte und Schüler durch das Handbuch greifbarer geworden. Damit wird der Berufswahlprozess Hamburger Schüler wirksam gestaltet.“  


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Knut Böhrnsen, Tel.: 040 2485-2230,                                      hamburg.pressemarketing@arbeitsagentur.de

Stiftung der Deutschen Wirtschaft
Friederike Heinze, Tel.: 030 278906-78

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