Behörde für Schule und Berufsbildung

Konzept Schulschwimmen Schulsenator Ties Rabe: Kinder sollen am Ende der Grundschulzeit besser schwimmen können

Neues Konzept Schulschwimmen vorgestellt

Schulsenator Ties Rabe hat ein neues Konzept für das Schulschwimmen vorgestellt, das zum Schuljahr 2014/15 umgesetzt werden soll. Senator Rabe: „Wir werden das Schulschwimmen auf die Grundschule konzentrieren, Schüler mit schwachen Schwimmleistungen zusätzlich fördern und mehr Schwimmlehrpersonal einsetzen. Unser Ziel ist es, dass mehr Kinder als bisher am Ende der Grundschulzeit sichere Schwimmer sind und die Bedingungen des Jugendschwimmabzeichens Bronze erfüllen.“ Die Verbesserung des Schulschwimmens kostet jährlich dauerhaft rund 650.000 Euro, die Kosten für das Schulschwimmen insgesamt steigen damit von bislang 4,04 Millionen Euro auf 4,65 Millionen Euro.

Konzept Schulschwimmen

 Das optimierte Konzept sieht folgende Änderungen zu der derzeitigen Regelung vor: 

  • Der Schwimmunterricht wird in der Grundschulzeit konzentriert und findet künftig in einem Halbjahr in Jahrgang 3 und einem Halbjahr in Jahrgang 4 statt. Bisher findet der Schwimmunterricht in je einem Halbjahr in Jahrgang 3 oder 4 und in Jahrgang 6 statt.
  • Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler im Schwimmunterricht wird durch die Erhöhung des Schwimmlehrpersonals verbessert. Zukünftig erhalten alle Klassen den verbesserten Betreuungsschlüssel von drei Schwimmlehrern pro zwei Schulklassen. Bislang galt in Jahrgang 6 ein Betreuungsschlüssel von einem Schwimmlehrer pro Schulklasse.
  • Für Schülerinnen und Schüler mit schwachen Schwimmleistungen und hoher Wasserängstlichkeit wird eine zusätzliche Schwimmförderung bereitgestellt. Der gemeinnützige Verein NestWerk e.V. und die Schulbehörde haben dazu ihre Zusammenarbeit in dem Projekt „Wasser entdecken“ intensiviert. Das Projekt bietet insgesamt rund 600 Kindern pro Jahr die Möglichkeit, nach der Schulzeit unter fachlicher Anleitung schwimmen zu lernen.
  • Neuzugezogene Schülerinnen und Schüler, die die Sekundarstufe I besuchen und nicht schwimmen können, erhalten zusätzlich zum Sportunterricht eine Schwimmförderung. 

Mit der Optimierung des Schulschwimmens sollen die bislang nicht erreichten Ziele des Schwimmunterrichts am Ende der Grundschulzeit erreicht werden. So sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende des Schwimmunterrichts in der Grundschule nach Möglichkeit das Jugendschwimmabzeichen Bronze erreicht haben. Mindestens sollen jedoch folgende Ergebnisse erzielt werden: 

  • mindestens 95 Prozent der Schüler/innen sollen die Schwimmprüfung „Seepferdchen“ absolviert haben; davon
  • sollen mindestens 70 Prozent der Schüler/innen die Bedingungen des Jugendschwimmabzeichens „Bronze“ erfüllen; davon
  • sollen mehr als 5 Prozent zusätzlich das Jugendschwimmabzeichen „Silber“ erworben haben. 

Das neue Schwimmkonzept soll ab dem Schuljahr 2014/15 umgesetzt werden. Die Anfangsphase bereitet allerdings organisatorische Probleme. Denn die heutigen Klassenstufen 2, 3 und 4 haben zu diesem Zeitpunkt ihr erstes Halbjahr Schwimmunterricht in der Grundschule hinter sich und müssten eigentlich das zweite Schwimmhalbjahr in Klasse 6 absolvieren. Zeitgleich aber würden jüngere Jahrgänge schon nach dem neuen Modell beide Schwimmhalbjahre in der Grundschulzeit absolvieren. Diese Gleichzeitigkeit von drei Jahrgängen mit insgesamt rund 37.000 Schülerinnen und Schülern im Schwimmunterricht in der Anfangsphase ist aufgrund eng begrenzter Schwimmhallenkapazitäten nicht durchführbar, weil nicht ausreichend Wasserzeiten zur Verfügung stehen. Viele Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 2, 3 und 4 des heutigen Schuljahrs 2012/13 werden deshalb im Laufe ihrer Schulzeit nur ein Halbjahr Schwimmunterricht bekommen. Anstelle des zweiten Schwimmhalbjahres wird dagegen ein zusätzliches Halbjahr regulärer Sportunterricht erteilt. Schülerinnen und Schüler aus diesen Klassen, die bis zum Ende ihrer Grundschulzeit das Schwimmen nicht gelernt haben, bekommen zusätzlich zum Sportunterricht zudem einen kostenlosen Schwimmkurs bei der Bäderland, um das Schwimmen endgültig zu lernen.

Auch zukünftig wird der verpflichtende Schwimmunterricht an den allgemeinbildenden Schulen von Schwimmlehrern der Bäderland GmbH und dem Verein Aktive Freizeit durchgeführt. Die Änderungen an dem seit dem Schuljahr 2006/07 bestehenden Konzept wurden erforderlich, da in den vergangenen Jahren die hoch gesteckten Ziele mit der derzeitigen Organisationsform nicht erreicht werden konnten. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der größte Einflussfaktor für die Schwimmfähigkeit der Kinder ist das soziale Umfeld, in dem die Kinder aufwachsen. Gerade Kinder aus sozial schwachen Familien haben in der Regel wenig Wassererfahrung, besuchen kaum Schwimmbäder und lernen außerhalb der Schule sehr selten schwimmen. Kinder aus diesen Familien stellen den größten Teil der Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die am Ende der Grundschulzeit das Jugendschwimmabzeichen Bronze nicht erreicht haben. Hier setzt das zusätzliche schulische Förderangebot im Gemeinschaftsprojekt der Schulbehörde und NestWerk e.V. „Wasser entdecken“ an.

Dazu Reinhold Beckmann, Moderator und Vorsitzender von NestWerk e.V.: „Viele Kinder in den benachteiligten Stadtgebieten haben Angst davor, ins Schwimmbecken zu gehen, weil sie es nicht gelernt haben sich im Wasser zu bewegen. Die gemeinsame Schwimmförderung von NestWerk e.V. und der Behörde für Schule und Berufsbildung baut bestehende Ängste vor dem Wasser ab und schafft die Voraussetzung für das anschließende Schwimmenlernen.“

Aufgrund des hohen Zusammenhangs zwischen der sozialen Lage der Familien und dem Schwimmerfolg der Schülerinnen und Schüler handelt es sich bei der Herausforderung der Schwimmenlernens also nicht nur um ein Problem des Schulschwimmens, sondern um eine gesellschaftliche Herausforderung, welche hamburgweit und behördernübergreifend gelöst werden muss. Das Schulschwimmen trägt mit seinem optimierten Konzept einen wesentlichen Beitrag dazu bei. Die neuen Maßnahmen zur Erhöhung der Schwimmfähigkeit von Kindern in Hamburg sind im Gesamtkontext der Dekadenstrategie Sport zu sehen. Hamburgweit wird im Bereich Schwimmen das Ziel verfolgt, die Wassersicherheit und Schwimmfähigkeit der Hamburger Kinder zu erhöhen. Das Schulschwimmen ist dabei ein wesentlicher Baustein.

Für Rückfragen der Medien:

Behörde für Schule und Berufsbildung
Judith Kanders, Leitung Referat Sport
Tel: (040) 42 88 42- 330
E-Mail: judith.kandersbsb.hamburg.de
Internet: www.schulsport-hamburg.de

Behörde für Schule und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
Tel: (040) 4 28 63 – 2003
E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsb