Behörde für Schule und Berufsbildung

Bildungsangebot Wilhelmsburger Ganztagsschule Fährstraße und der Verein Interkulturelle Waldorfpädagogik nutzen die Chance der Zusammenarbeit

Schulversuch mit waldorfpädagogischen Profilelementen ab dem Schuljahr 2014/15

Zum Abschluss eines intensiven Prozesses der Beratung und Verständigung zwischen den Vertretern des Vereins Interkulturelle Waldorfpädagogik, der Behörde für Schule und Berufsbildung und dem Kollegium der Ganztagsschule Fährstraße wird zum Schuljahr 2014/15 ein gemeinsamer Schulversuch gestartet. In der Ganztagsgrundschule Fährstraße werden waldorfpädagogische Profilelemente in die tägliche Arbeit integriert.

Ganztagsschule Fährstraße und der Verein Interkulturelle Waldorfpädagogik nutzen die Chance der Zusammenarbeit

Senator und Amtsleiter

Schulsenator Ties Rabe: „Damit möchten wir ein attraktives Bildungsangebot für alle Kinder in Wilhelmsburg entwickeln, egal, ob die Kinder mit Migrationshintergrund, mit Startschwierigkeiten aufgrund von Lernrückständen oder mit besten Leistungsvoraussetzungen in diese Schule kommen. Einer sozialen Separierung soll damit bewusst entgegengewirkt werden. Es geht nicht darum, eine staatliche Waldorfschule zu gründen oder die Weltanschauung von Rudolf Steiner in staatliche Unterrichtspraxis zu überführen. Aber wir wollen Elemente der Waldorfpädagogik integrieren, die allseits akzeptiert sind.“

 Die Grundschule Fährstraße bleibt eine staatliche Schule, in der die vorteilhaften Aspekte der Waldorfpädagogik mit den Elementen der staatlichen Pädagogik zusammengeführt werden. Aufbauend ab der Jahrgangsstufe 1 wird das Kollegium der Schule Fährstraße gemeinsam mit staatlich ausgebildeten Lehrkräften, die zusätzlich eine Waldorflehrerausbildung haben, die Klassen leiten. Auf der Basis der Stundentafel und des Bildungsplans der Schulbehörde bilden konzeptionelle und pädagogische Schnittmengen die Pfeiler dieses Schulversuchs. Dazu gehören zum Beispiel eine verstärkte Ausrichtung auf projekt- und handlungsorientierteres, ganzheitlicheres Lernen, vertiefte fächerübergreifende Themenbearbeitung, intensive musische, künstlerische und handwerkliche Lernangebote, eine den Kindern angemessenere Rhythmisierung des Schultages und die Reduzierung von Leistungs- und Notendruck.

 

Damit geht die Ganztagsgrundschule Fährstraße neue Wege im Sinne der Weiterentwicklung, um den Kindern in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit noch besser begegnen zu können.

 

In einer Konzeptionsgruppe, in der sehr engagierte Kolleginnen und Kollegen der Fährstraße sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins Interkulturelle Waldorfpädagogik gemeinsam arbeiten, wird nun an der konkreten Ausgestaltung des Prozesses der Umsetzung gefeilt. Das Schul- und Unterrichtsprofil wird entwickelt, der Einsatz der Lehrkräfte und des weiteren Personals wird geplant, die Ausgestaltung der Räume wird besprochen und die Einbindung der Eltern vor Ort wird in den Blick genommen.

 Die Grundschule Fährstraße führt bislang drei parallele Klassen pro Jahrgang. Durch die zusätzlichen Kinder aus der Waldorf-Initiative Wilhelmsburg ist ein Ausbau auf vier Züge vorgesehen. Es wird aber keine separaten Klassen mit besonderem Profil sondern gemischte Klassen geben. Waldorfpädagoginnen und -pädagogen sollen in das Kollegium der Fährstraße integriert werden, sodass die Lehrkräfte gemeinsam in den Klassen arbeiten können.

 Elbinselschule: Schon 2008 Kooperation zwischen Initiative und staatlicher Schule

 Vorbild im Stadtteil für die Kooperation zwischen Initiative und staatlicher Schule ist die Elbinselschule (ehem. Schule Buddestraße), die 2008 auf Basis eines Vertrages mit dem Schulverein Elbinselschule e.V. gegründet wurde (Bildungszentrum Tor zur Welt, Profilschwerpunkte Kunst und Musik, Englisch immersiv sowie Natur und Umwelt).

 

Albert-Schweitzer-Schule hat bereits seit 1950 Waldorfausprägung

 Vorbild im Sinne der Integration von Elementen der Waldorfpädagogik kann auch die Albert-Schweitzer-Schule (Kleinborstel) sein, die bereits vor 62 Jahren mit einer starken Waldorfausprägung an den Start gegangen ist. Die Schulgründerin Erna Stahl war damals stark von freiheitlichen-, sozialdemokratischen- und Waldorf-Elementen geprägt.

 Noch heute beginnt jeder Tag an der Albert-Schweitzer-Schule mit der Morgenfeier, danach folgt der Unterricht in Epochen, der in seinen Inhalten immer den Spagat zwischen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und staatlichen Rahmenplänen erfolgreich meistert.

  

Weitere Informationen

 

Grundschule Fährstraße: www.schulefaehrstrasse.de

Verein Interkulturelle Waldorfpädagogik: www.waldorfwilhelmsburg.de 

Albert-Schweitzer-Schule: www.albert-schweitzer-schule.hamburg.de 

Elbinselschule: www.elbinselschule.de

 

 

 

Für Rückfragen der Medien:

 

Behörde für Schule und Berufsbildung

Peter Albrecht, Pressesprecher

Tel: (040) 4 28 63 – 2003

E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de

Internet: www.hamburg.de/bsb