Behörde für Schule und Berufsbildung

Digitaler Unterricht Laptop-Pilotprojekt stößt auf große Unterstützung bei Schülern und Lehrkräften

Schon über 2.100 Schüler in 94 Schulklassen – Projekt wird Schritt für Schritt ausgeweitet

Das im Schuljahr 2014/15 gestartete Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ an sechs Hamburger Schulen nimmt einen ungewöhnlichen Verlauf: Ursprünglich war geplant, dass sechs Schulen in einzelnen Klassen im Unterricht digitale Medien, zum Beispiel Smartphones, Laptops oder Tablets, regelmäßig eingesetzt werden. Bis zu 1.300 Kinder und Jugendliche sollten nach der Planung daran teilnehmen. Schulsenator Ties Rabe: „Tatsächlich übertrifft die Unterstützung von Schülern und Lehrern für das digitale Lernen alle unsere Erwartungen. Mittlerweile nehmen bereits über 2.100 Schülerinnen und Schüler in 94 Schulklassen an diesem Projekt teil. Sie lernen in allen Unterrichtsfächern mit modernen und ausgereiften Lernprogrammen und benutzen dabei die eigenen Smartphones, Laptops oder Tablets. Mit dem Projekt ist Hamburg einen großen Schritt voran gegangen. Wir werden in Kürze die Ergebnisse auswerten. Doch die Zwischenbilanz zeigt, dass das Projekt Schritt für Schritt ausgeweitet wird.“

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Für die Teilnahme an dem Pilotprojekt hatten sich 40 weiterführende Schulen interessiert. Sechs Schulen wurden schließlich ausgewählt, drei Stadtteilschulen (Ilse-Löwenstein-Schule/Uhlenhorst, Stadtteilschule Oldenfelde und Schule Maretstraße/Harburg) und drei Gymnasien (Gymnasium Ohmoor/Niendorf, Gymnasium Altona und Gymnasium Osterbek/Farmsen-Berne). Diese Schulen bekamen eine umfangreiche technische Ausstattung, u.a. WLAN in sämtlichen Klassenräumen sowie Schulungen und kostenlose Lernprogramme für viele Schulfächer.

Gestartet wurde das Projekt nur in solchen Klassen, in denen alle Eltern der Teilnahme ihres Kindes zugestimmt hatten. Deshalb hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis die Schulen alle Genehmigungen eingeholt hatten und der Unterricht starten konnte. Die Mühe hat sich dennoch gelohnt: Nur zwei Sorgeberechtigte legten Widerspruch ein und verhinderten dadurch den Unterricht in zwei der beteiligten Klassen.

Im Februar 2015 begann der Unterricht in 46 Schulklassen mit rund 1.000 Schülern. Seitdem wollen immer mehr Lehrkräfte in ihren Klassen an den sechs Schulen digitale Medien im Unterricht einsetzen. Viele Lehrkräfte, die zunächst abgewartet hatten, wurden durch das Vorbild der Pilotklassen ermutigt, auch in ihrem Unterricht Computer einzusetzen. So stieg die Beteiligung bis zum März 2016 auf mittlerweile 94 Pilotklassen und rund 2.100 Schüler.

Eine Online-Befragung der Klassensprecher aller 94 Klassen zeigt, dass der Einsatz digitaler Medien nicht auf einzelne Unterrichtsfächer beschränkt ist, sondern Lehrkräfte und Schüler in sehr vielen Fächern mit digitalen Lernprogrammen und ihren eigenen Computern im Unterricht arbeiten. Zur Überraschung aller Beteiligter werden digitale Medien am stärksten in den Fächern Deutsch und Englisch (jeweils über 70% Nutzung) eingesetzt. Es folgen die Fächer Physik, Biologie, Mathematik, sowie PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft) mit einer regelmäßigen Nutzungshäufigkeit zwischen 60% und 65%. In 87% der beteiligten Klassen werden die Computer regelmäßig in wenigstens vier Fächern eingesetzt, in 62% sogar in sechs Fächern.

Für die Ausstattung der Schulen mit WLAN sowie den entsprechenden Jugendschutzvorrichtungen hat die Schulbehörde einmalig 715.000 Euro investiert. Diese Investition ermöglichte es zudem, eine sogenannte digitale Lernplattform im Internet einzurichten. Hierbei handelt es sich um ein virtuelles Klassenzimmer, in dem die Schüler für alle Klassenstufen und Unterrichtsfächer sämtliche Lernmaterialien Aufgaben, Übungen und Tests finden.

In der Praxis bringen die Schüler ihre eigenen Geräte mit in den Unterricht, vernetzen sich dann mit der Lernplattform und arbeiten, entweder nach Anleitung durch die Lehrkräfte oder selbständig, mit den digitalen Lernprogrammen. Die Lehrkraft kann jederzeit „in Echtzeit“ genau sehen, wer schon welche Aufgaben erledigt hat und wie erfolgreich beispielsweise ein Test absolviert wurde. Die Lernprograme ermöglichen es den Schülern auch, je nach Begabung und Leistungsstand Aufgaben zu wiederholen, sich diese mittels kleiner Filmsequenzen oder Textteile noch einmal erklären zu lassen oder sogar zügig zu immer schwereren Aufgaben zu wechseln.

Senator Rabe: „Ich freue mich sehr darüber, dass unser Projekt „Start in die nächste Generation“ bei den beteiligten Schulen so hohe Akzeptanz gefunden hat. Immer mehr Lehrkräfte nutzen die zahlreichen Fortbildungsangebote und bauen digitale Lernangebote in ihren Unterricht ein. Alle Unterrichtsfächer sind daran beteiligt. Dabei zeigt sich, dass das digitale Lernen bei Schülern sowie bei den Eltern als auch bei Schülern und Lehrkräften hoch akzeptiert ist und zudem ganz neue Lernmöglichkeiten je nach Leistungsstand individuell ermöglicht. Nach diesen positiven Erfahrungen bin ich zuversichtlich, dass die bevorstehende Evaluierung durch die Universität Hamburg zu guten Ergebnissen kommt. Darauf aufbauen werden wir da Projekt Schritt für Schritt ausweiten.“

Rabe weiter: „Hamburg ist im Bereich der digitalen Bildung bundesweit gut aufgestellt. Die bislang umfangreichste Studie zur digitalen Bildung von Telekom-Stiftung und TU Dortmund aus dem Jahr 2015 sieht Hamburg ganz vorn: In 9 von 12 relevanten Themenbereichen belegt Hamburg einen Spitzenplatz. Gelobt wird vor allem, dass Hamburgs Schulen aktuelle und gut ausgearbeitete Medienkonzepte für den Medieneinsatz im Unterricht erarbeitet haben, dass die Unterrichtsvorbereitung für computergestützten Unterricht gut gelingt und die Schulen gerade im Hinblick auf IT-Ausstattung und Internetzugang sehr gut ausgerüstet sind.“